Allgemeine Berichte | 15.02.2013

Waldhof-Havarie: Staatsanwaltschaft Koblenz stellt Ermittlungsverfahren gegen Auflagen vorläufig ein

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat mit Zustimmung des zuständigen Schifffahrtsgerichts in St. Goar das Verfahren im Zusammenhang mit der Havarie des Tankmotorschiffes „Waldhof“ vorläufig gemäß § 153a Abs. 1 StPO eingestellt. Die insgesamt sechs Beschuldigten, von denen zwei auf dem Schiff und vier in den das Schiff betreibenden Firmen tätig waren, sind der fahrlässigen Tötung und Gewässerverunreinigung verdächtig. Den Beschuldigten wurde aufgegeben, als Geldauflage Beträge zwischen 1.000 Euro und 40.000 Euro - insgesamt 110.000,-- Euro zugunsten der Staatskasse zu zahlen. Alle Beschuldigten haben der Verfahrenseinstellung zugestimmt. Die Zahlungsfristen sind noch nicht abgelaufen.

Die Staatsanwaltschaft geht nach den geführten Ermittlungen davon aus, dass Ursache der Havarie eine fehlerhafte Beladung des Schiffes gewesen ist. Das Schiff war nach dem Ergebnis der Ermittlungen zwar nicht in dem Sinn überladen, dass die maximale Tragfähigkeit laut Schiffsattest überschritten gewesen wäre. Wegen der hohen spezifischen Dichte der am Tattag geladenen Schwefelsäure hätten jedoch aus Gründen der Stabilität des Schiffes nicht alle vorhandenen sieben Tanks befüllt werden dürfen. Vielmehr hätten mindestens zwei der Tanks leer bleiben müssen, um weniger freie Oberflächen zu erzielen, die nach dem Ergebnis der Ermittlungen zu einer Destabilisierung des Schiffes geführt haben. Diese soll gemeinsam mit den sonstigen Umständen am Tattag (Hochwasser und starke Strömung) zu dem Kentervorgang geführt haben.

Bei der Einstellung des Verfahrens hat die Staatsanwaltschaft einerseits die erheblichen Folgen der Havarie zu berücksichtigen gehabt. Diese hat ein Menschenleben gekostet, ein weiteres Besatzungsmitglied des Schiffes wird bis heute vermisst und ist wahrscheinlich tot. Außerdem ist ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden durch die längerfristige Beeinträchtigung der Rheinschifffahrt und die Bergung des Schiffes entstanden.

Dem stand gegenüber, dass sich der von der Staatsanwaltschaft angenommene Sorgfaltspflichtverstoß, d.h. der Grad der strafrechtlich relevanten Fahrlässigkeit, nach den geführten Ermittlungen im unteren Bereich bewegt. Bis zur Havarie der Waldhof war ein Bewusstsein für die Stabilitätsgesichtspunkte, die nach dem Ergebnis der Ermittlungen für die Havarie maßgeblich waren, in der Binnenschifffahrt kaum vorhanden. Die Problematiken der freien Oberflächen und ihrer Auswirkungen auf die Stabilität von Schiffen waren zur Tatzeit zwar aus dem Bereich der Seeschifffahrt bekannt, wurden jedoch für die Binnenschifffahrt kaum diskutiert. Vernehmungen anderer Schiffsführer und die Auswertung einschlägiger Internetforen haben ergeben, dass die Wissensdefizite, die nach dem Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen Ursache der tragischen Havarie der Waldhof waren, weit verbreitet waren. Als Konsequenz hieraus werden die besonderen Probleme der Schiffsstabilität seit dem 1.1.2013 im Rahmen der Ausbildung in der Binnenschifffahrt erörtert. Der angenommene Sorgfaltspflichtverstoß liegt daher bei allen Beschuldigten im unteren Bereich des Strafbaren, so dass trotz der Auswirkungen der Havarie das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung gemäß § 153a Abs. 1 StPO durch Geldauflagen beseitigt werden kann.

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Stellenanzeige
PR-Anzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Vorstand der kfd Adenau mit den Jubilarinnen und Pastor Dr. Justen
68

Adenau. Zur Mitgliederversammlung der kfd Adenau am Mittwoch, 1. April, in der Scheune am Buttermarkt kamen 36 Damen und Herren zusammen. Die Sitzungsleitung lag bei Ruth Holbach. Nach der Begrüßung folgten ein gemeinsames Gebet sowie ein Totengedenken, das durch das Entzünden von elf Kerzen einen würdigen Rahmen erhielt. Die geistliche Einstimmung gestaltete Anneliese Nieten.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
96

Adenau. Im Zeitraum vom 27.03.2026, 17:00 Uhr, bis 28.03.2026, 12:00 Uhr, wurden durch bislang unbekannte Täter etwa 30 Meter Fichtenlangholz aus dem Stadtwald Adenau, Bereich Schwallenberg, entwendet. Nach Angaben des Anzeigers muss der Abtransport mit einem größeren Gefährt (vermutlich Forstzugmaschine mit Kran und Anhänger) stattgefunden haben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2254

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anlagenmechaniker
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator