Politik | 10.08.2026

Nachhaltige Forstwirtschaft für die Zukunft

Susanne Müller, MdL mit Forstamtsleiter Winand Schmitz

Adenau. Zwischen den dicht bewaldeten Höhen der Eifel wird täglich an der Zukunft des Waldes gearbeitet. Rund 26.700 Hektar Wald in 42 Kommunen betreut das Forstamt Adenau – und damit einen der größten zusammenhängenden Waldräume in Rheinland-Pfalz. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die Landtagsabgeordnete Susanne Müller (SPD) Forstamtsleiter Winand Schmitz, um sich über Waldumbau, Hochwasserschutz und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu informieren.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Folgen des Ahrhochwassers 2021 und die Lehren für eine zukunftsfähige Waldbewirtschaftung. Schmitz erläuterte, wie Wälder widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen werden können und warum ein besserer Wasserrückhalt in der Landschaft ein wichtiger Baustein des natürlichen Hochwasserschutzes ist. Vorgestellt wurden auch Überlegungen für einen Bachauenwald im Trierbachtal, die agrar- und naturschutzpolitisch sorgfältig abgewogen werden müssen.

Ein weiteres Thema war der Einfluss hoher Wildbestände auf den Waldumbau. Wildverbiss erschwert vielerorts das Nachwachsen junger Bäume und damit die Entwicklung stabiler Mischwälder. Zugleich wurde deutlich, dass insbesondere kommunale und private Waldbesitzer bei dieser Generationenaufgabe auf verlässliche Unterstützung angewiesen sind.

Bei der anschließenden Waldbegehung erläuterte Schmitz den schrittweisen Umbau ehemaliger Fichtenreinbestände. Durch die gezielte Pflanzung von Buchen sollen langfristig stabile Mischwälder entstehen. Gezeigt wurden außerdem Flächen, auf denen junge Bäume ohne Neuanpflanzung nachwachsen, sowie Rigolen und weitere Maßnahmen, die Regenwasser länger im Wald halten. So kann der Wald den Wasserabfluss bei Starkregen verlangsamen und zum natürlichen Hochwasserschutz beitragen. Deutlich wurde dabei auch: Der Wald war nicht Ursache der Flutkatastrophe 2021, kann ihre Auswirkungen künftig jedoch abmildern.

„Der Besuch hat mir eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig gesunde Wälder für Klimaschutz, Hochwasservorsorge und unsere Lebensqualität sind. Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe. Deshalb brauchen unsere Forstämter ebenso wie kommunale und private Waldbesitzer verlässliche Unterstützung und Planungssicherheit, damit wir unseren Kindern und Enkeln einen widerstandsfähigen Wald hinterlassen können“, betonte Susanne Müller.

Mit der KWF-Tagung 2028, der weltweit größten Fachmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik, kommt eines der bedeutendsten internationalen Branchentreffen auf das Gelände am Nürburgring. Dies unterstreicht die hohe fachliche Bedeutung des Forststandorts Adenau und die Anerkennung der Arbeit der Forstleute in der Region weit über Rheinland-Pfalz hinaus.

Zum Abschluss dankte Susanne Müller Forstamtsleiter Winand Schmitz und seinem Team herzlich für den offenen Austausch und die eindrucksvollen Einblicke in ihre Arbeit.

Susanne Müller, MdL mit Forstamtsleiter Winand Schmitz Foto: Christina Sönksen

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