Allgemeine Berichte | 18.03.2013

Ausstellungseröffnung in der Info-Halle Maria Laach

Die Ausstellung „Unbekanntes“ zeigt Werke von Bruder Joseph Belling

Bruder Joseph Belling (Mitte) vor seinem Selbstportrait aus dem Jahr 1965 mit Abt Benedikt Müntnich (li.) und seiner Schülerin Schwester Christophora Janssen aus der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen (re.). -SF-

Maria Laach. Unter dem Titel „Unbekanntes“ eröffnete Abt Benedikt Müntnich in der Infohalle des Benediktinerklosters Maria Laach eine Ausstellung mit bisher unbekannten Werken des am 11.06.1939 in Ouren/Belgien geborenen Bruder Joseph Belling aus der Zeit von 1957 bis 1983.

Dabei handelt es sich um kunsthandwerkliche Arbeiten, Motive aus Bruder Josephs Geburtsort Ouren (Belgien), Stillleben, Tierbilder,  Landschaftsbilder,  Selbstbildnisse, figurale Malerei sowie religiöse, christliche sowie klösterliche Kunst, die in verschiedenen Techniken von dem begnadeten Künstler geschaffen wurden.

Zunächst wird der Betrachter der mit äußerster Sensibilität gestalteten Exponate mit kunsthandwerklichen Arbeiten verschiedener Schaffensperioden konfrontiert, die weitestgehend unbekannt geblieben sind, weil sie direkt zum Gebrauch für den klösterlichen Alltag und die Liturgie gefertigt wurden.

In eine ganz andere Welt führen sodann die noch vorhandenen Malereien von 1955 bis 1960. Sie zeigen das Vermögen und die Begabung eines jungen Mannes, der mit einfachen gestalterischen Mitteln seine Umgebung erfasst und die Welt auf eine ganz eigene Weise wiedergibt. Hier zeigt sich das, was Bruder Joseph sein Leben lang beschäftigt und begleitet hat, nämlich der Schönheit des Schlichten und Einfachen auf die Spur kommen sowie die Alltäglichkeit und das Normale wahrzunehmen und zu lieben.

Nach seinem Klostereintritt im Jahre 1960 erforschte Bruder Joseph in seiner freien Zeit seine neue Umgebung und Heimat. Von 1963 bis 1073 entstanden dabei mit einigen Stillleben und Tierbildern völlig neue Genres, die eine eigenwillige und überzeugende Gestaltungskraft deutlich werden lassen. Geprägt von der allgemein vorherrschenden expressionistischen Malweise versucht Bruder Joseph immer mehr, seine eigene Sicht der Dinge mit einer eigenen Technik auszudrücken und sich dabei nicht an Modeströmungen zu orientieren. Hier zeigt die Landschaftsmalerei neben eher zögernden Versuchen erstaunlich reife Ergebnisse, die jedoch noch nicht ganz eindeutig durchgearbeitet sind. Besonders interessant sind die Bildnisse, die Bruder Joseph von seinen Mitbrüdern angefertigt hat. Sie zeigen die Charaktere der einzelnen Menschen, ohne in Realismus oder Manierismus zu verfallen. Sie beschönigen nicht, sondern beschreiben jede einzelne Person individuell. Sein Selbstporträt aus dem Jahre 1965 belegt besonders eindrucksvoll, wie sein bewusstes malerisches Komponieren neben spontan unbewussten Akzentsetzungen ineinander fließen.

In der figuralen Malerei zeigt Bruder Joseph ein respektvolles und wertschätzendes Empfinden für die Darstellung der menschlichen Figur.

1972 begann eine Neu- orientierung des Künstlers

Nach dem Besucher der Sommerakademie in Salzburg im Jahre 1972 begann eine Neuorientierung des Künstlers. Ab 1973 begann er, ausschließlich christliche Motive in Holz zu schnitzen. Es entstanden Holzschnitte (Druckplatten), Hochreliefs und Vollplastiken, Kreuze, Madonnen, Pietas,

Szenen aus dem Alten- und Neuen Testament sowie Heiligen-Skulpturen. Außerdem widmete er sich der Xylographie, einer graphischen Hochdrucktechnik. Die Reliefs und Skulpturen wurden von ihm alle farbig gefasst, also mehrfarbig bemalt (Polychromie). Ab 1983 ging auch seine Malerei gezielt zu christlichen Motiven und von der Primamalerei zur Schichtenmalerei als Tafelbild (Ikone) über. Von diesem neuen Kunstschaffen geht eine Harmonie und geistige Beschaulichkeit aus, die zu einem je eigenen Schauen, Hören und Meditieren anregt. Dabei kümmert es Bruder Joseph nicht, was die kunstinteressierte Welt von ihm erwartet; kein Auftraggeber und auch nicht der Markt können ihn zu Kompromissen drängen. Die Freiheit, Kunst so auszudrücken, wie er sie empfindet, hat Bruder Joseph sich zu allen Zeiten bewahrt.

Werdegang des Bruder Josephs

Nach der Volksschule bei Lehrer Greisch, der bereits früh seine malerischen Fähigkeiten erkannte und förderte, absolvierte Bruder Joseph eine Malerlehre in Luxemburg. Auch der Ourener Pfarrer C.J. Velden sensibilisierte den jungen Kunstschaffenden sowohl menschlich als auch geistlich und künstlerisch. 1960 erfüllte Bruder Joseph seinen Kindheitswunsch, trat in die Benediktinerabtei Maria Laach ein, wo er von 1961 bis 1965 als Mitarbeiter in der Malerwerkstatt tätig war und legte die feierlichen Ordensgelübde ab. Er erlernte die Kunst der alten Kirchenmalerei. 1965 erhält er seinen Meisterbrief und wird Leiter der dortigen Malerwerkstatt. Im Jahre 1971 begibt er sich zur Vervollkommnung des figürlichen Zeichnens zu Alfons Allard nach Köln, danach zur Vertiefung der figuralen Malerei zu Prof. Rudolf Szyskowitz nach Salzburg.

Die Ausstellung „Unbekanntes“ kann bis zum 15. Mai besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Die Info-Halle ist sonn- und feiertags von 13.15 bis 16.45 Uhr und Werktags von 14.30 bis 16.45 Uhr geöffnet. Ab Ostern öffnet die Info-Halle ihre Pforten werktags von 9.30 bis 11.15 Uhr sowie von 13.15 bis 16.45 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ist die Info-Halle von 13.15 bis 16.45 Uhr geöffnet. Gruppenführungen werden nach entsprechender Voranmeldung vormittags durchgeführt.

„Rote Westwerk mit grünem Christus“ – Bei diesem von Abt Benedikt bevorzugten Exponat handelt es sich um eine Mischtechnik aus dem Jahr 1975.

„Rote Westwerk mit grünem Christus“ – Bei diesem von Abt Benedikt bevorzugten Exponat handelt es sich um eine Mischtechnik aus dem Jahr 1975.

„Jesus bei dem Menschen“ – Ölmalerei auf oxydiertem Blattsilber aus dem Jahr 1968

„Jesus bei dem Menschen“ – Ölmalerei auf oxydiertem Blattsilber aus dem Jahr 1968

Bruder Joseph Belling (Mitte) vor seinem Selbstportrait aus dem Jahr 1965 mit Abt Benedikt Müntnich (li.) und seiner Schülerin Schwester Christophora Janssen aus der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen (re.). Fotos: -SF-

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