Frauenchor Cantabella Andernach e. V. auf Chorreise im Elsass
Ein „Meilenstein“ in der jungen Geschichte von Cantabella
Cantabellas bei der musikalischen Gestaltung der Vorabendmesse im Straßburger Münster beteiligt
Andernach.Nach monatelangen Proben und Vorbereitungen auf die erste Chorreise in der jungen Geschichte des Frauenchors Cantabella Andernach e. V. war es endlich soweit. Pünktlich um 7.30 Uhr traten die gut gelaunten Cantabellas in Begleitung ihres kleinen Fan-Clubs die Reise an. Man genoss die Fahrt in den erwachenden Frühling ins schöne Elsass. Zur Freude Aller waren bereits die ersten Störche, welche in dieser Region zu Hause sind, zu sehen, die auch in den folgenden Tagen immer wieder beobachtet werden konnten.
Der Aufenthalt im Reiseziel Straßburg begann mit dem gemeinsamen Mittagessen in einem historischen Restaurant an der Ill. Anschließend hatte die Gruppe ein wenig Zeit zur freien Verfügung bis zum Eintreffen des sehr sachkundigen Reiseleiters.
Auf humorvolle Weise stellte er dann dem Chor Straßburg, die Weltstadt und Drehscheibe Europas, vor, die sich aber - zumindest im Stadtkern - den Zauber der typischen französischen Kleinstadt bewahrt hat.
Der Chor hatte dabei Gelegenheit, vorab und in aller Ruhe den berühmten Münsterplatz und das Straßburger Münster ein Meisterwerk abendländicher Baukunst zu erkunden.
Das Hauptinteresse galt natürlich dem Hochaltar, weil Cantabella dort am Folgetag Aufstellung nehmen sollte zur musikalischen Mitgestaltung der Vorabendmesse.
Die umfassende Ansammlung sakraler Kunst - wie Silbermann-Orgel, Engelspfeiler, historische Kirchenfenster, sowie die berühmte astronomische Uhr, deren Funktionen einmalig in der Welt sind - konnte bei der äußerst sachkundigen Erklärung nur annähernd erfasst werden.
Ein folgender kleiner Abstecher in das Gerberviertel „Petit France“ begeisterte die Reisenden. In der evangelischen Kirche „St. Martin“, erbaut von Ludwig XV. und einem Sohn August des Starken gewidmet, „schmetterte“ der Chor - im Überschwang seiner Gefühle - einen Canon, der von den überraschten Touristen mit gebührendem Beifall bedacht wurde.
Gegen Abend brachte der Bus die Gruppe nach Kehl/Kork zur Übernachtung in ein schönes Fachwerk-Hotel, wo man anschließend auch die badisch-elsässische Küche genoss.
Am Samstag nach dem Frühstücken ging die Fahrt - zusammen mit dem Reiseleiter - nach Colmar. Colmar, die Perle des Elsass, bietet dem Besucher ein idyllisches, aber auch modernes Wohnviertel sowie - im Schatten des Martinsmünsters - Giebel und Mauervorsprünge der zahlreichen Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter und der Renaissance. Große Begeisterung rief der Besuch des Altstadtviertels, „Klein-Venedig“ genannt, hervor. Nach dem Mittagessen ging die Fahrt weiter, an vielen romantischen und blumengeschmückten Weindörfern entlang nach Riquewihr.
Die Tour endete dann um 17 Uhr am Straßburger Münster.
Freundliche Mitarbeiter des Münsters empfingen den Chor und machten die Sängerinnen mit den Gegebenheiten am Hochaltar vertraut und stellten den dankbaren Cantabellas einen Raum zum Umkleiden und Einsingen zur Verfügung.
Nach den vielen bewegenden und aufregenden Eindrücken des Tages sorgte die Chorleiterin Barbara Nöst-Butz mit Hilfe von Atem- und Stimmübungen für die notwendige Ruhe. So nahm man also Aufstellung im Altarraum. Auffällig war das stimmungsvolle Licht, das die Kathedrale durchflutete.
Mit respektvollem Staunen ließen die Cantabellas die erhabene Schönheit des weiten Raumes auf sich wirken. Trotz allem Lampenfieber stellte sich eine gewisse Ruhe ein.
Der sehr feierliche Gottesdienst lief nach traditionellem katholischen Ritus ab. Der Chor beteiligte sich mit drei liturgischen Liedern aus der Feder des venezianischen Komponisten Antonio Lotti (1667 - 1740): Missa in a Kyrie, Sanktus, Agnus Dei.
Der Canon: „Ich will den Herrn loben“ (Telemann) brachte das Glücksgefühl der Sängerinnen zum Ausdruck. Den Abschluss bildete die Motette: „Gebet“ (Chr. Gluck).
Die lateinische Musik, die ja nicht unbedingt zum üblichen Repertoire eines Frauenchors gehört, stieß zunächst auf Skepsis, dann aber - nach einigen Proben - erschloss sich die ganze Schönheit der Klangfarben der Barockmusik. Es zeigte sich, dass gerade diese Musik in den Rahmen eines feierlichen Hochamtes genau passte.
Zum Abschluss dankten die Priester dem Frauenchor und die Gläubigen dankten auf überzeugende Art und Weise mit sehr viel Beifall.
Die Empfindungen der Sängerinnen, an einem so feierlichen Ereignis in einzigartiger Umgebung aktiv mitgewirkt zu haben, waren überwältigend und werden unvergesslich bleiben.
Auf der Rückfahrt zum Hotel bestätigte die Chorleiterin dem Chor, dass die Werke fehlerfrei und mit sehr viel Ausdruck vorgetragen wurden.
Am Rückreisetag, dem Sonntag, ging die Fahrt - bei strahlendem Sonnenschein - über Kehl mit seinen schönen Parks nach Baden-Baden.
Diese Stadt ist bekannt durch Spielbank, Kuranlagen und elegante Geschäfte. Beim Spaziergang durch den Kurpark konnte Cantabella ihrem „Übermut“ nicht widerstehen, ein spontanes Lied vor der Konzertmuschel zu singen. Dank der Ortskenntnis des Reiseleiters, der die Gruppe durch romantische Gässchen über viele Stufen auf eine Anhöhe führte, bot sich dem Chor eine unbeschreibliche Sicht auch auf die landschaftliche Schönheit der Stadt am Rande des Schwarzwaldes.
Nach Einnahme des Mittagessens im Restaurant des Kurhauses ging dann die Reise, mit einem Zwischenstopp in Bad Dürkheim, nach Hause.
Der Frauenchor und sein Fan-Club haben drei Tage mit einer Fülle wundervoller Erlebnisse genossen. Nach übereinstimmender Überzeugung war jedoch die Mitgestaltung der Vorabendmesse im Straßburger Münster der Höhepunkt der Chorreise und ein „Meilenstein“ in der jungen Geschichte von Cantabella.
Der Frauenchor Cantabella Andernach e. V. brach nach monatelangen Vorbereitungen zu seiner ersten Chorreise ins Elsass auf. Fotos: privat
