Ethnologin Sandra de Vries im Bischof-Bernhard-Stein-Haus Andernach zu Gast
Hauptamtliche wollen Lebenswelten anderer verstehen
Andernach. „Was für ehrenamtliche Mitarbeiter gut ist, kann auch Hauptamtlichen helfen“, dachte sich Caritas-Mitarbeiterin Irmgard Hillesheim. So haben Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., Dekanat Andernach-Bassenheim – Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral – und Katholische Familienbildungsstätte Andernach (FBS) nach dem erfolgreichen Workshop mit Ehrenamtlichen im Frühjahr die bekannte Ethnologin Sandra de Vries M. A. noch einmal nach Andernach eingeladen. 24 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten Margret Marxen-Ney, Dienststellenleiterin des Caritasverbands, und Stefanie Lange, Leiterin der FBS, im Bischof-Bernhard-Stein-Haus begrüßen.
„Distanzgesellschaft“
Bei Referentin de Vries ging es an diesem Nachmittag um „Interkulturelle Mitarbeiter“. Um interkulturelle Kompetenz zu erlernen, gilt es zum einen, Unterschiede zu verstehen. So erklärte Sandra de Vries, dass unsere Gesellschaft über die Augen kommuniziert, während die meisten Kulturen oft keinen Blickkontakt pflegen. Da kann es als Provokation empfunden werden, wird man vom Gegenüber nicht angeschaut. „Wir sind eine Distanzgesellschaft. In Deutschland ist es eine Distanz von plus, minus ein Meter. Die Hälfte der Weltbevölkerung aber, die nicht mit den Augen kommuniziert, würde auf Sie zugehen“, erklärte die Referentin. Es gelte, den „kulturellen Kippschalter“ umzulegen und mit Widersprüchen umzugehen. Die Irritation sei schließlich beidseitig, so die Ethnologin.
Gemeinsamkeiten betonen
Viel wichtiger als die Unterschiede seien aber die Gemeinsamkeiten, betonte de Vries: „Uns als Deutschen und auch anderen Kulturen fällt immer wieder als erstes auf, welche Unterschiede wir am anderen ausmachen.“ Diese Vorgehensweise sei aber nicht zielführend. Vielmehr müssten wir „den Sinn dafür schärfen, Gemeinsamkeiten zu finden, um besser miteinander leben zu können.“
Jedoch, so stellte de Vries gegenüber den Hauptamtlichen fest, seien bei aller Professionalität „interkulturelle Konflikte auch nicht vermeidbar und manchmal auch nicht lösbar.“ In ihrer „Vermittlerrolle“ machen hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Dinge transparent, damit eine interkulturelle Begegnung stattfinden kann. Auch dieser respektvolle Umgang bedeutet nicht, „alles zu tolerieren und zu akzeptieren“, vielmehr ist es der Respekt vor der Unantastbarkeit und Würde eines jeden Menschen. Bei Sandra de Vries erlernten die Teilnehmer, sich in die Lebenswelten anderer Kulturen hineinzuversetzen und Menschen anderer Nationen besser zu verstehen. Oder wie es ein Teilnehmer ausdrückte: „Jetzt habe ich wirklich einen guten Einblick erhalten, wie Menschen aus anderen Kulturen denken und handeln, der Spaß auf mehr macht.“
Doch bevor sich Sandra de Vries, die Referentin in Sachen Migration, wieder auf den Weg machte, überreichte ihr Joachim Otterbach, pädagogischer Referent der Fachstelle für Kinder und Jugendpastoral, einen Wein vom Mittelrhein sowie einen Kalender mit deutschen Lebensweisheiten.
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