Langjährige Baumaßnahmen an der IGS Pellenz in Plaidt sind abgeschlossen
„Kunst am Bau“ - vom Klassenraum wachsen sehen und hören
Plaidt. Mit der so genannten „Kunst am Bau“ setzt insbesondere der öffentliche Sektor seinen baukulturellen Anspruch um, indem er einen gewissen Anteil seiner Kosten für öffentliche Bauten für den Erwerb von Kunstwerken verwendet. Die Präsentation eines solchen Kunstwerkes auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule Pellenz (IGS) in Plaidt schloss nun die rund sieben Jahre dauernden Baumaßnahmen ab. In Anwesenheit von Landrat Dr. Alexander Saftig, Verbandsbürgermeister Klaus Bell, Ortsbürgermeister Gottfried Busch (Nickenich), Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Verbandsgemeindeverwaltung sowie dem Bildhauer Jan Schröder aus Bendorf hieß Rektorin Martina Backmann die Lokalpresse zur Präsentation einer hölzernen Bootsskulptur auf dem Schulhof willkommen.
„Schiff bedeutet Aufbruch - Bewegung, bedeutet Gemeinschaft“
Nach sorgfältigem Entscheidungs-/Abstimmungsprozess hatten sich die Verantwortlichen für den „Schulschiff“-Entwurf des Bendorfer Künstlers entschieden. „Schiff bedeutet Aufbruch - Bewegung, bedeutet Gemeinschaft“, begründete Schulleiterin Backmann die Wahl des Motivs und dessen Schöpfer. Auch die in der Skulptur deutlich erkennende Symbolik von Kopf, Hand und Herz entsprächen dem Anspruch einer Schule.
Das Kunstwerk aus dem Fünf-Meter-Stamm einer Eiche aus dem Nickenicher Forst wurde zwischenzeitlich nicht nur von den Schülerinnen und Schülern angenommen, es hat sich zu auch zu einem Treffpunkt der Jugendlichen entwickelt. Deren besondere Verbundenheit zu „ihrem“ Boot ist sicherlich auch dadurch gewachsen, dass Bildhauer Jan Schröder seine Skulptur während des laufenden Schulbetriebes mit Kettensägen und Holzmeißeln quasi vor den Augen und Ohren der Schüler- und Lehrerschaft in vier Wochen geschaffen hat. In den Pausen stand der Künstler allen für Fragen zur Verfügung, ließ sich sogar von der Anregung einer Schülerin inspirieren. Das archaisch anmutende Erscheinungsbild des Werkes verweist auf die lange, bis in die Römerzeit zurückreichende Kultur der Region.
„Zielgerichtete Kooperation, ohne Kompetenzgerangel“
Nicht nur eine hohe Akzeptanz ihrer „Kunst am Bau“, natürlich auch zahlreiche bauliche Verbesserungen sind der IGS Pellenz in den vergangenen Jahren widerfahren: die Erneuerung der Lüftungsanlagen sowie der elektrotechnischen Anlage, auch der Einbau von abgehangenen Akustikdecken in allen Klassenräumen und der Brandschutzdecken in den Fluren.
Grundlegend saniert wurden die naturwissenschaftlichen Fachräume sowie die Lehrküche und Werkräume. Der Verwaltungstrakt wurde optimiert, ein größeres Lehrerzimmer und ein Freizeitraum für die Ganztagsschüler geschaffen, ebenso ein Kleinspielfeld im Freigelände. Mit dem Bau der neuen Mensa verfügt die IGS Pellenz nun über eine wirklich „gute Stube“, die bereits mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurde. Schließlich konnten im vergangenen Jahr die vielfältigen Maßnahmen mit der Teilsanierung der Sporthalle beendet werden. Das Investitionsvolumen über die vier Bauabschnitte in der Integrierten Gesamtschule wurde mit rund 5,3 Millionen Euro beziffert. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit rund 2,5 Millionen Euro. Diesem Kostenaufwand stehen die vorgenannten Maßnahmen gegenüber, die jetzt Schülern und Lehrern einen optimalen Schulbetrieb gewährleisten. Obwohl die Schulträgerschaft in 2011 an die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz überging, wurde das Projekt dennoch in gemeinsamer Verantwortung von Verbandsgemeinde und Kreis zu Ende gebracht. Für diese zielgerichtete Kooperation, ohne Kompetenzgerangel, dankte Landrat Dr. Saftig den Beteiligten.
Der Bendorfer Bildhauer Jan Schröder gab Informationen zur Entstehung seines Werks.
