17. Annenacher Vezeelche mit Gisela Pfeil
Letztmalig Annenacher Platt im Historischen Rathaus
Andernach. „Es ist besser wenn die Leute sagen „Schad das Sie et nimmer macht“, als wenn Sie sagen „endlich hört se off,“ mir diesen Worten begann Gisela Pfeil das letzte „Annenacher Verzeelche“ im historischen Rathaus. Zum 17. Mal war dieses bis auf den letzten Platz besetzt - 130 Liebhaber der Andernacher Mundart wollten dabei sein und erlebten eine gut gelaunte Gisela Pfeil, die mit Ihren Erzählungen die Zuhörer in Ihren Bann zog. Einige Geschichten habe sie selber erlebt, einige seien ihr erzählt worden, allesamt aber haben sie mit Andernach und der Umgebung zu tun. Umrahmt von den Andernacher Bäckerjungen und musikalisch begleitet von Horst Zerwas, Vera Zerwas-Schneider und Andrea Paulmann erzählte sie aus der „Kinderzeit“ oder aus „Uns aal Bahnhofstrooß“. Sie erinnerte an die Geschäfte, Gaststätten und Unternehmen, die es damals gab - zustimmendes Nicken im Saal zeugten davon, dass sich die Besucher recht gut daran erinnern konnten. Auch erzählte sie von einem „Uns Annenacher Orginal“, der auf der Hochstraße Zigaretten für acht Pfennig das Stück verkaufte. Angesprochen von einem Freund, das er diese doch für 10 Pfennig das Stück eingekauft hatte, meinte das „Original“ nur: „Die Masse machts!“ Mit solchen Geschichten hatte sie die Lacher immer wieder auf ihrer Seite. Köstlich auch, wie sie über „De Wellnessdaach“ berichtete. „Drei Blättche Ruccola, zwai kleine Tomädche, un en Wachtelei, dat wor mei Middachesse, ehe ich dann in en Wann mit Rosenwasser ging“. Ob „Fröhjoor im Garde“, „Bei mainer Uma“ , „Annenach, main Heimatstadt“ , „Fränje un Döres“ und weiteren Erzählungen, die Zeit verging wie im Flug. Beim Abschied und den Standing Ovationen wurde es dann doch etwas wehmütig. Bürgermeister Claus Peitz dankte Gisela Pfeil für die tollen Veranstaltungen, die 1995 begannen, mit einer Schiefertafel, auf der der Andernacher Schloßgarten abgebildet ist. Der Leiter der Volkshochschule Günter van Blohn ehrte die Mundartdichterin mit einer Ehrenurkunde der VHS.
„Dies war zwar mein letztes „Annenacher Vezeelche“ aber ich werde weiterhin meine Geschichten schreiben und in Kürze ein drittes Buch herausbringen. Auch kleinere Vorträge bei Nachbarschaften oder Veranstaltungen und auch das Schreiben für die örtliche Presse, das lasse ich mir nicht nehmen,“ so Gisela Pfeil abschließend.
