Allgemeine Berichte | 23.06.2026, 17:03 Uhr

„Ihr seid die Zukunft!“

Schüler:innen des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums besuchten Gedenkstätte Dachau

Die Schülergruppe des BvSG nach dem Gespräch mit Abba Naor (Mitte)
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Andernach. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn man selber hier langgeht und weiß, dass das alles hier passiert ist.“

Dies war einer der ersten Eindrücke einer Schülerin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Andernach (BvSG) beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Gemeinsam mit 53 Schüler:innen der 10. Klassen nahm sie vom 8. – 10. Juni am diesjährigen Schülerseminar im Max-Mannheimer-Studienzentrum teil.

Die Jugendlichen hatten sich mit ihren begleitenden Lehrkräften auf den Weg gemacht, um am authentischen Ort etwas über die Geschichte und den Alltag des ersten Konzentrationslagers, das die Nazis errichtet hatten, zu lernen. So gab es dann auch während der Führung durch die Gedenkstätte ganz viele Fragen und Diskussionen, über den bedrückenden Ort selbst, aber auch dazu, wie Menschen überhaupt zu grausamen Täter:innen werden konnten oder welchen Bezug der Ort zu unserer gesellschaftlichen Situation von heute hat. Das Seminar wurde u.a. wieder großzügig gefördert vom Lions-Club Neuwied-Andernach und der Stiftung „Für unsere Jugend“ der Kreissparkasse Mayen.

Ein ganz besonderes Erlebnis war schließlich das Gespräch mit dem 98jährigen Abba Naor, der das Ghetto Kaunas in Litauen, die Zwangsarbeit in den Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau sowie einen Todesmarsch überlebt hatte, während sein Bruder und seine Mutter in Auschwitz ermordet wurden. Zweieinhalb Stunden hörten die jungen Menschen ganz konzentriert seinen Erinnerungen zu und waren schließlich dankbar, dass sie vielleicht als eine der letzten Schülergenerationen noch einem Zeitzeugen von damals begegnen konnten. Und so schloss Abba Naor mit einem kleinen Vermächtnis: „Trotzdem! Leben ist eine feine Sache! Ihr seid die Zukunft! Kann es noch einmal geschehen? Macht die Augen auf!“

C. Große Rüschkamp, BvSG

Die Schülergruppe des BvSG nach dem Gespräch mit Abba Naor (Mitte) Foto: Christian Große Rüschkamp

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