Stellungnahme zum Artikel: Charta „ Zukunft Stadt und Grün“ - Blick aktuell Ausgabe 23/2014
Wann ist Grün urban?
Andernach. Das könnte eine gute Sache werden. Leider sieht die Realität etwas anders aus.
Als Beispiel möchte ich die Hänge und Böschungen in der Felster erwähnen, die sich vor meinem Grundstück befinden. Ungeachtet dessen, dass die Böschungen Eigentum der Stadt sind, habe ich mich stets bemüht, diese ansehnlich zu gestalten mit Blumen, Sträuchern und Farne. Wenn der Bewuchs zu üppig wurde, habe ich ihn zurückgeschnitten. Es gab also keinen Anlass, schweres Gerät in Form einer Arbeitsmaschine mit Schwenkarm und Mulchfräse einzusetzen. Gleichwohl wurde am Donnerstag, 5. Juni, alles gnadenlos niedergemacht. Keine Rücksicht auf Blütenpflanzen, Blumen oder Vogelbrut, bis auf den blanken Boden, alles weg auf einer Länge von ca. 80 Metern.
Jetzt stellt sich mir die Frage, hatte ich das falsche Grün angepflanzt ? Wann ist Grün urban und somit konform mit der o.a. Charta? Ich glaube, da kann wohl nur der Stadtökologe eine verbindliche Auskunft erteilen. Hilfreich könnte auch ein Leitfaden über „urbanes Grün“ und dem sogenannten ordinären Grün sein, welches offensichtlich keine Schonung verdient.
Andererseits ist mir auch bekannt, dass man die Absichtserklärungen unsere Entscheidungsträger nicht immer mit der Realität übereinstimmen. Warten wir also ab, wie grün die Stadt wird.
Gisela Körfgen,
Andernach
