Jupp Hammerschmidt
Das halbe Schwein
Die ganze Wahrheit über die Eifel
Kempenich. Jupp Hammerschmidt präsentiert im „Alten Bahnhof“ in Kempenich am Freitag, den 13. März erneut Anekdoten, Geschichten und Gedichte aus seiner Heimat, der so überaus idyllischen Eifel. Wenn die Kinder früher auf dem Land tagelang unter Johannisbeersträuchern lagen, um die winzigen Beeren von den Ästchen in einen Eimer zu „frisseln“, war das erst der Anfang einer langen Verarbeitungskette, an deren Ende schließlich jener köstliche Brotaufstrich stand, den der Eifeler „Wimmere-Gelee“ nannte. Wimmere, manche sagen auch „Wimmele“ oder „Wieemele“ - klingt jedenfalls alles weitaus poetischer als „Johannisbeeren“. So ist die Eifel halt. Voller Poesie, voller Wimmere und voller „Knuueschele“ oder auch „Knoschele“ (Stachelbeeren). Aber nicht nur Wimmere und Knuueschele machten das alltägliche Dasein so lebens- und liebenswert - damals, bevor die „swingin‘ Eifel“ der Nachkriegsjahrzehnte ihre Unschuld verlor. Da war ja auch noch das Abenteuer „Betttuchspannen“ auf der Hühnerwiese - oder die Tatsache, dass die Eifeler jahrelang kollektiv an der Nadel hingen - an der Fichtennadel: Die Fichtennadeltablette hatte von heute auf morgen sämtliche Haushalte erobert - ein Quantensprung im Leben und Baden am Eifelsamstag. Oder die Faszination, die von einem kleinen Figürchen in der Kirchen-Krippe ausging, dem farbigen Beuge-Migranten - so muss es heute wohl politisch korrekt heißen. Damals sagte man in der Eifel „Nick-Neger“. Ganz zu schweigen von jenem denkwürdigen Tag, als das dreijährige Jüppchen dem Sankt Nikolaus leibhaftig begegnete - zum ersten und gleichzeitig letzten Mal in seinem Leben. Und wenn es mal wieder hieß „Wir kriegen ein halbes Schwein vom Nachbarn“, wünschte sich das kleine Jüppchen Jahr für Jahr nichts sehnlicher, als dass es, bittebitte, nicht die Hälfte mit dem Kopf dran sein möge.
Und als Mama ihm eines Tages erklärte, das Schwein werde längs geteilt, wurden Jüppchens Sorgen nicht kleiner, nur anders. Von all dem - und noch viel mehr - erzählt Jupp im „Halben Schwein“ … Karten sind im Vorverkauf für 12 Euro bei der Volksbank Kempenich und bei der Kreissparkasse Kempenich erhältlich (Abendkasse 14 Euro).
