FDP Ahrweiler im Gespräch mit dem Kreiswaldbauverein
Fütterungsverbot sollte vor Ort gelöst werden
Kreis AW. Zu einem zwanglosen Gedankenaustausch trafen sich die liberalen Kreistagsvertreter Ulrich van Bebber, Roderich Graf von Spee und Christina Steinheuer mit dem Vorsitzenden des Kreiswaldbauvereins, Albrecht Freiherr von Boeselager, sowie dem Geschäftsführer des Vereins, Bernd Schiffarth. Der Kreiswaldbauverein vertritt circa 1.700 Waldbesitzer im Kreis Ahrweiler. Hauptthema war das Fütterungsverbot von Schalenwild, das insbesondere im Jahr 2013 angesichts der großen Zahl verendeten Rotwilds im Kesselinger Tal für erregte Diskussionen gesorgt hatte. Dabei treffen die Positionen einiger Vertreter der Jäger, die eine Fütterung im Winter nicht grundsätzlich und ausnahmslos verbieten wollen, auf die der Waldbesitzer, die durch zu viel Rotwild den Waldbestand gefährdet sehen.
Albrecht Freiherr von Boeselager betonte, dass den Waldbesitzern nicht unterstellt werden dürfe, das Verhungern von Wild in Kauf nehmen zu wollen. Hauptgebot sei es, eine angepasste Wilddichte zu erreichen, so Boeselager. Dann sei ein Füttern für das Überleben des Wildes nicht notwendig. Bester Indikator für eine angepasste und gesunde Wilddichte sei der Zustand von Naturverjüngungen, betont Boeselager. Hätten die Sämlinge im Wald eine Chance, ohne Zaunschutz zu wachsen, sei die Wilddichte in Ordnung. In vielen Gebieten des Kreises, insbesondere auch im Kesselinger Tal, sei die Wilddichte dazu aber um ein Vielfaches zu hoch. Zusätzliche massive Schäden durch Verbiss an Jungpflanzen, Schälen der Baumrinde und Fegenschäden kämen hinzu. Eine ordnungsgemäße und der Natur angepasste Forstwirtschaft sei in diesen Gebieten zurzeit nicht möglich, so der Vorsitzende des Waldbauvereins. Dadurch entstünden zudem enorme wirtschaftliche Schäden. Die Probleme sehen auch die Liberalen. In den Teilen des Kreises, in denen es unbestritten zu viel Rotwild gibt (Kesselinger Tal, große Teile der VG Altenahr und der VG Adenau) würden die Tiere in strengen Wintern leicht krank und von Parasiten befallen. Die Fege- und auch die Verbissschäden sind dann überdeutlich erkennbar und werden auch von der FDP nicht bestritten. „Ich habe aber Zweifel, dass ein landesweites Gesetz an den lokalen Problemen etwas ändern kann. Die Betroffenen kennen sich und müssen miteinander reden und vor Ort Lösungen finden,“ so Steinheuer.
Alle Beteiligten waren sich einig, die Gespräche in der konstruktiven Art fortzuführen.
Pressemitteilung
FDP Kreistagsfraktion Ahrweiler
