„Netzwerk Jugend“ kam zu einem Fachtag zusammen
Inklusion steht für Vielfalt
Einstieg ins Thema wurde mit einem Film und einer praktischen Übung erleichtert
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kürzlich kam das „Netzwerk Jugend“ zu einem Fachtag zum aktuellen Thema „Inklusion“ zusammen. Der Einstieg in den Tag und das Thema wurde mit einem Film und einer praktischen Übung erleichtert, bei der die Mitglieder als Rollstuhlfahrer eigene Erfahrungen beim Einkauf und in der Stadt machen konnten. Anschließend referierte Ansgar Drücker, Geschäftsführer des Informations- und Dokumentationsbüros für Antirassismusarbeit (IDA) in Nordrhein-Westfalen, über „Inklusion als Querschnittsthema in der Kinder- und Jugendarbeit“. Normal wird in diesem Kontext neu definiert: Es steht nicht mehr für „ungestört“ oder „unbehindert“, sondern für vielfältig. Das heißt, dass Abweichungen automatisch und ohne Einschränkung dazugehören. Inklusion nimmt jeden absolut so, wie er ist - mit Herkunft, Alter, sozialem Status, Religion, Behinderung, Geschlecht, sexueller Identität.
Die sich an den Vortrag anschließende Diskussion ließ deutlich werden, dass Inklusion vor allem veränderte Lebensbedingungen und eine Ausweitung bestehender Angebote braucht. Außerdem verlangt Inklusion nach gezielt verbesserten Ausbildungs- und Studiengängen, damit die Qualifikation der Fachkräfte umfangreicher und den Anforderungen gerecht wird. Letztlich ist heute heilpädagogisches Wissen eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Inklusion, weil nur so ein wertfreier und offener Umgang mit Menschen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung oder Behinderung, realistisch wird. Wissen schafft Sicherheit. Der Fachtag wurde von der Kreisverwaltung bezuschusst.
Das Netzwerk Jugend ist ein Zusammenschluss von 26 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit von anerkannten Trägern der Jugendhilfe im Kreis Ahrweiler.
