Politik | 08.03.2013

Leistung muss vergleichbar bleiben

CDU-Abgeordnete Guido Ernst und Horst Gies gegen Abschaffung des Sitzenbleibens und der Schulnoten

Kreis Ahrweiler. „Schüler wollen wissen, wo sie stehen, ihre Eltern auch. Deshalb ist es fahrlässig, ihnen die Möglichkeit einer klaren Orientierung zu nehmen“, erklärt der Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion Guido Ernst. Damit spricht er sich klar gegen die rot-grünen Pläne „aus der Mottenkiste der 70er-Jahre“ aus, wonach die Notengebung und die Möglichkeit zur Klassenwiederholung in Rheinland-Pfalz schrittweise abgeschafft werden sollen. Sitzenbleiben sei - nach vielen Förderversuchen und mehreren Fünfen auf dem Zeugnis - eine Möglichkeit, einem jungen Menschen die Chance zum Anschluss durch Klassenwiederholung zu geben. Wenn sich der Lernerfolg in der aktuellen Klasse nicht mehr einstelle, weil die Wissenslücken zu groß geworden seien, könne ein Neustart gut tun. Schülern könne so der tägliche Druck genommen werden: „Es kann befreiend wirken, nicht mehr der Letzte, der etwas versteht, und der Schlechteste bei Klassenarbeiten zu sein. Eine ‚Ehrenrunde‘ ist ein pädagogisches Instrument, von dem Lehrer schon jetzt nur zurückhaltend Gebrauch machen. Aber eine ‚Ehrenrunde‘ ist allemal besser, als einen Schüler mit Ach und Krach von einer Klasse in die nächste zu hieven, und die Wissenslücke wird immer größer. Das Abschaffen von Noten und Sitzenbleiben löst keine Probleme, sondern verschiebt sie nur in die Zukunft“, so Ernst.

Die SPD-geführte Landesregierung und mit ihr Ministerpräsidentin Dreyer an der Spitze wollten mit dem Kopf durch die ideologische Wand zulasten der Kinder: „Falsch verstandene Sozialromantik birgt eine trügerische Sicherheit, die es so nicht gibt. Anstrengung und Leistung sind nichts Unanständiges, sondern notwendig. Schule muss auf das Leben, die Ausbildung und den Beruf vorbereiten. Man sollte sie nicht von der Lebenswirklichkeit abkoppeln“, fordert Horst Gies.

Qualitätsabsenkungen lehnt Gies entschieden ab: „Wer das Sitzenbleiben abschafft, muss in der Konsequenz auch die Notengebung abschaffen, und letztlich werden Abschlussprüfungen relativiert. Die Qualitätsspirale nach unten ist vorprogrammiert.“ Es sollten ja auch diejenigen nicht ohne Abschluss bleiben, die über Jahre mit erheblichen Wissenslücken von einer Klasse in die nächste versetzt würden. „Aber wie viel Wissen ist dann noch im Abschluss drin?“, fragt Gies.

Bei allen Schwächen sei die Notengebung und damit auch die Möglichkeit zur Klassenwiederholung das verständlichste und transparenteste Instrument zur Selbsteinschätzung. Dies belege auch die aktuelle Unzufriedenheit von Lehrern und Eltern mit den Verbalbeurteilungen. „Kein Schüler wird leichtfertig in die ‚Ehrenrunde‘ geschickt. Aber nicht jede Fünf kann im Klassenverband durch mehr individuelle Förderung verbessert werden. In der Mittelstufe sitzen dreißig Schüler in einer Klasse. Der Unterrichtsausfall in Rheinland-Pfalz ist enorm. Die Landesregierung streicht 2.000 Lehrerstellen, verspricht aber mehr individuelle Förderung. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Da muss selbst eine Landesregierung nachsitzen“, befindet Guido Ernst.

Pressemitteilung der

CDU-Landtagsabgeordneten

Guido Ernst und Horst Gies

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