„111 Jahre“ Brohler Narrenzunft wurde als rauschendes Fest gefeiert
Orden „Pour le Courage“ verliehen
Brohl-Lützing. 111 Jahre Brohler Narrenzunft - natürlich muss ein solches närrisches Jubiläum gefeiert werden. Und die „Bröhlcher“
haben den Tag gebührend begangen mit einem Bürger-Frühschoppen im Narrentempel „Brohlia“, eingeleitet durch einen fulminanten Einzug der gesamten prachtvollen Streitmacht des Brohler Karnevals. Die Prinzengarde bildete über die Folgezeit die Hintergrund-Dekoration auf der Bühne, während einige Ansprachen auf das Jubiläum Bezug nahmen. Zunächst war es die Begrüßung der Gäste durch Sitzungspräsident Wolfgang Hilt. Sein Willkommen galt unter anderem Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach, Ortsbürgermeister Michael Schäfer und der Bad Breisiger Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. Dieter Baunach, der Präsident der Narrenzunft, hielt sodann eine bemerkenswerte Festrede, in der er auf die Vita des Vereins einging und eine ganze Reihe eindrucksvoller Details schilderte. Zum Beispiel: Hubert Beyer, der Gründer der Narrenzunft, habe den Verein von Beginn an auf die „kölsche Art“ getrimmt, der sie sich noch heute noch verbunden fühle. Diesen Trend spürte man auch in der Musikauswahl während des gesamten Jubiläumsfestes. Nacheinander zeigten die verschiedenen Korporationen der Narrenzunft ihr Können auf der Bühne - eine Darbietung beeindruckender als die andere. Zwischendurch erinnerte
Dieter Baunach an die vielen Institutionen ( z.B. Feuerwehr, DRK,
„Böllerbuben“) und Einzel-Helfer des Ortes, auf deren Funktionieren die Narrenzunft in den 111 Jahren ihres Bestehens immer angewiesen war und auch weiter sei. Viele Sessionsorden wurden in diesem Zusammenhang verliehen. Für ihr besonderes Engagement wurde Christina Heidrich mit dem Hausorden der Brohler Narrenzunft ausgezeichnet. Arno Seul (60 Jahre Mitglied) und Rudi Dötsch (50 Jahre Mitglied) wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde und besonderen Jubiläumsorden geehrt.
Gratulationen en mass „Pour le Courage“
Gratulanten enterten die Bühne, darunter Willi Fuhrmann, Vizepräsident der RKK. Eine Büttenrede von Ex-Sitzungspräsident Stefan Vogt brachte viele Lacher und die nachfolgende Musikshow von „Rudi und Tünn“, den regional bekannten Verbreitern der „Gute-Laune-Musik“ brachte die Stimmung in der Halle auf Hochtouren.
Der Boden war bereitet für den Höhepunkt des Tages: Die Verleihung eines ganz besonderen Ehrenordens, genannt „Das große Horn zum Meckerorden der Brohler Narrenzunft Pour le Courage“. Dieser besondere Orden war erstmals beim 100-jährigen Jubiläum der Zunft verliehen worden. Damals wurden Rolf Braun, einst Präsident der Mainzer Fernsehfastnacht und Luki Scheuer damit ausgezeichnet. Gemäß des Stiftungs-Protokolls von Stifter Wolfgang Paulsen, soll die Auszeichnung alle 11 Jahre an eine „überregional bekannte Persönlichkeit“ und an „eine ganz normale Persönlichkeit der Region“ verliehen werden, die sich durch „couragiertes und konstruktives Meckern hervorgetan haben.“ 2015 war es wieder soweit; aber nicht zwei, sondern gleich drei Preisträger waren von der Jury für die Auszeichnung vorgesehen worden. Diese sind Michael Wirbitzky und Sascha Zeus, die beiden preisgekrönten Radio-Moderatoren von SWR 3, sowie der langjährige Brohler Alt-Pastor Stefan Augst. Die Laudatio für den immer noch beliebten Geistlichen hielt sein alter Freund Hans Mannheim. „Wir wurden manchmal als Brohler Don Camillo und Peppone karikiert“, erinnerte sich der frühere Bürgermeister. Aber die höchst menschlichen Züge von Stefan Augst hätten ihn so beliebt gemacht, dass er Kandidat für den großen Meckerorden wurde. Der mit Orden und Urkunde durch Prinzessin Nina Ausgezeichnete selbst dankte mit viel Schalk für die hohe Ehrung. Er wünschte sich, dass andere Gottesmänner seinem Beispiel folgten, das Lob des Herrn mit viel Fröhlichkeit zu verbreiten. Für die beiden Radio-Moderatoren hielt Ordensstifter Wolfgang Paulsen selbst die Laudatio. Das „Traumduo des Radios“ habe des „SWR-3-Morningshow dank ihrer Sprüche zur meist gehörten Frühsendung“ gemacht und ihr Kultstatus gesichert.
Kostprobe ihres Könnens gezeigt
Gleich nach der Übergabe des Ordens zeigten die beiden Comedians - gewissermaßen aus dem Handgelenk - wie sie zu diesem bemerkenswerten Ruf gekommen sind. So verwandelte sich Sascha Zeus in die Metzgersfrau Kathrin Viertaler, die es mit der modernen, von Anglizismen verunstalteten Sprache nicht so genau nimmt und Michael Wirbitzky in ihren korrigierenden Besserwisser. Eine kurze, aber erlebenswerte Kostprobe ihres Könnens, mit dem sie die morgendlichen Radiohörer wach machen. Frau Viertaler verwechselt „Algerier“ mit „Allergiker“, „Anglizismen“ mit „Alpinisten“ und als sie protestierend zur „Menstruation“ will (sie meint „Demonstration“), tobt der Saal und fordert das Duo zu dem Versprechen heraus, gelegentlich die Einladung der Brohler zu einem längeren Auftritt anzunehmen. Die dreifache Verleihung des „Großen Horns zum Meckerorden Pour le Courage“ wurde tatsächlich zu dem Höhepunkt der Veranstaltung „111 Jahre Brohler Narrenzunft“ als der er gedacht war. Die närrische Matinee war ein würdiges Fest des Erinnerns und des Aufbruchs zu neuen Taten der großen Brohler Narrenzunft.
Sehen Sie in dieser Woche zum Jubiläum der Narrenzunft und der Verleihung des Meckerordens einen Beitrag auf BLICK aktuell TV.
Die drei Träger des Meckerordens und der Ordensstifter: v.l.: Sascha Zeus, Stefan Augst, Michael Wirbitzky, Wolfgang Paulsen.
Ehrung für langjährige Helfer des Brohler Karnevals.
Gags, wie aus der Pistole geschossen - Michael Wirbitzky und Sascha Zeus vom SWR.
Ordensträger Stefan Augst freute sich auch über eine ganz besondere Collage.
