Die Karnevalssitzung in Niederlützingen bot wieder Abwechslung und beste Unterhaltung
Pizza-Bäcker, Polizisten, Stewardessen und „Blue Man Group“
Zweite Sitzung am kommenden Samstag
Niederlützingen. Rheinischer Frohsinn vom Feinsten, das bot die 1. Karnevalssitzung der KG „Blau-Weiß“ Niederlützingen, die jetzt in der örtlichen Lavahalle über die Bühne ging. Geboten wurde alles, was das Herz eines Karnevalsfreundes höher schlagen lässt: schmissige Gardetänze, atemberaubende Showtänze, tolle Gesangsdarbietungen und natürlich witzige Büttenreden sowie urkomische Vorträge.
Kurzweil und beste Unterhaltung
Das Besondere an dem mehr als fünfstündigen Sitzungsprogramm: Zum größten Teil wurde es von Aktiven der KG „Blau-Weiß“ gestaltet, die auf dem Podium standen und für Kurzweil und beste Unterhaltung sorgten. Mit dem Tambourclub „Spielfeunde Niederlützingen“ (Leitung Achim Wachtveitl) an der Spitze zogen Garden, Stadtsoldaten, Möhnen und Elferrat pünktlich um 19.11 Uhr in die festlich geschmückte Narrhalla ein. Sitzungspräsident Hans-Peter Gammel begrüßte das närrische Volk und stimmte mit ihnen ein erstes „Lötzing alaaf“ an. An den Spielmannszug, der mit einigen Liedern für einen gelungenen Programmauftakt gesorgt hatte, gingen die ersten Orden des Abends. In diesem Jahr wurden Tamara Heinrichs und Karl Schmidtke ausgezeichnet. Dass die Karnevalsgesellschaft Niederlützingen keine Nachwuchssorgen hat, belegte im Anschluss daran der Auftritt der Minifunken. Die Kinder, größtenteils noch im Vorschulalter, hatten mit ihren Trainerinnen Britta Kurz, Tanja Leuther-Porz und Bianca Lorenz einen tollen Gardetanz einstudiert. Verdienter Lohn: eine Rakete, die in den Lützinger Nachthimmel geschickt wurde. Es sollte nicht die letzte sein.
Was im Dorf so passiert...
Als Eisbrecher in der Bütt fungierte auch in diesem Jahr wieder Ingo Schleimer. Als Protokollarius ließ es das Dorfgeschehen der vergangenen Monate Revue passieren. Das Lammertal wird wegen des schlechten Zustands der Verbindungsstraße zwischen Lützing und Brohl ab sofort in Jammertal umbenannt. Niederlützingen verfügt seit Kurzem über den den schmalsten Bürgersteig Deutschlands. Sitzungspräsident Hans-Peter Gammel nutzte die Gelegenheit, um Ingo Schleimer per Urkunde zum „Spaßvogel Nr. 1“ zu ernennen als Anerkennung dafür, dass er seit mittlerweile elf Jahren das Protokoll in brillanter Manier vorträgt. Erinnerungen an Urlaubsflüge in ferne Länder wurden wach, als die Kindergarde als Stewardessen, Flugbegleiter und Piloten das Podium eroberten und ihren Showtanz präsentierten, den Alisa Ockenfels und Julia Keldenich mit ihnen einstudiert hatten. Michael R. Schäfer, seit vergangenen Sommer Ortsbürgermeister von Brohl-Lützing, lobte in seiner kurzen Ansprache die hervorragende Arbeit der KG „Blau-Weiß“ und überreichte eine Spende. Neben dem Gemeinde-Chef konnte Sitzungspräsident Gammel im Verlaufe des Abends noch andere Ehrengäste willkommen heißen, darunter auch den Bad Breisiger Landtagsabgeordneten Guido Ernst. „Empfangen wir jetzt de Deck und de Dühr“, rief der Sitzungspräsident aus und bereitete das Publikum damit auf eine weitere Büttenrede vor. Josef Schäfer und Alwin Weidenbach starteten mit ihrem Zwiegespräch einen Angriff auf die Lachmuskeln der Anwesenden, zogen dabei sich und andere durch den Kakao. Mit einem Gardetanz setzte die Jugendgarde (trainiert von Verena Distelrath und Carolin Ockenfels) das Programm fort, ehe Florian Gammel in der Rolle als „ne Dummschwätzer“ überzeugte. Er erinnerte an Erlebnisse als Fußballfan ebenso kurzweilig, wie an lokale Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit.
Tanz und Show
„Eins, zwei Polizei!“, erklang aus den Lautsprechern, als die gemischte Garde der Lützinger KG einen Showtanz präsentierte (einstudiert von Sarah Schumann und Carolin Ockenfels), bei dem die Thematik „Polizei“ im Mittelpunkt stand. Seit Jahren gehören Auftritte der KG „Boisdorfer Jecken“ zum festen Programm des Niederlützinger Saalkarnevals. Die Gäste aus dem Dürener Stadtteil sind seit Langem freundschaftlich mit den hiesigen Karnevalsfreunden verbunden. Das betonte deren Ehrenpräsident Michael Kraft in seiner Ansprache. Mit Darbietungen ihrer Solomariechen und einem Showtanz sorgten die Gäste für einem gelungen Schlusspunkt der ersten Hälfte des Programms.
Eine Augenweide
Die Einführungsansprache in den zweiten Teil des Abends übernahm Möhnenchefin Ulrike Schmitz. Sie kündigte den Auftritt des Elferrates an. Diese Gruppe sorgte als „Blue Man Group“ - allerdings der besonderen Art - für beste Unterhaltung. Mit Kommandant Volker Wolf, seinem Stellvertreter Dirk Fuchs und dem Funkenpaar Lisa Fuchs/Kevin Haupt an der Spitze marschierten anschließend die Stadtsoldaten auf die Bühne (sie werden von Alexandra Wilhelmi eingeübt) und präsentierten ihren neuen Tanz. Eine absolute Augenweide war der Tanz des Funkenpaares Lisa Fuchs und Kevin Haupt. Ob Schrittkombinationen, Hebefiguren oder der künstlerische Ausdruck; alles funktionierte bestens. Es versteht sich von selbst, dass sowohl die Stadtsoldaten als auch das Funkenpaar mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurden und erst nach einer Zugabe das Podium verlassen durften. Was wäre ein Verein ohne Helfer im Hintergrund? Nichts.
Ehrungen
Auch daran hatten die „Blau-Weißen“ an diesem Abend gedacht. Folgerichtig nutzte Rudolf Schmitz, Erster Vorsitzender der KG Niederlützingen, die Sitzung, um einige dieser guten Geister mit dem Sessionsorden auszuzeichnen: das Ehepaar Hildegard und Hans Schmidtke sowie Erika Wissen. Eine ganz besondere Ehre wurde Lars Fuchs zuteil, denn er erhielt den Rhein-Zeitungsorden der Session 2014/15. „Lars Fuchs ist nicht nur seit Jahrzehnten als Stadtsoldat in unserer Gesellschaft aktiv, sondern immer mit Rat und Tat zur Stelle, wenn Arbeit anliegt und Unterstützung benötigt wird“, lobte Rudolf Schmitz in seiner Laudatio dessen außerordentliches Engagement.
Rheinischer Frohsinn
Einen witzigen Dialog voller Pointen und verbaler Spitzfindigkeiten präsentierten Dirk Dümpelfeld und Reiner Schmitz, die mit ihrem Vortrag als „Dümpi und ein dumm Geborener“ jede Menge rheinischen Frohsinn versprühten. Dem Thema „Formel 1“ hatte sich die Tanzgruppe Lützinck (einstudiert von Alexandra Wilhelmi) in diesem Jahr gewidmet und führte dazu einen Showtanz auf. Absolut gelungen das „kleine Varieté“, das die Boisdorfer Jecken präsentierten. Besonders hervorzuheben sind die beiden Sängerinnen, die Lieder von Deutschlands Schlagerkönigin Helene Fischer live sagen sowie die „Weißlicht-Show“, mit dem der rund 20-minütige Auftritt der Gäste vom Niederrhein endete. Wie schafft man es, eine Halle gegen Mitternacht zum Kochen zu bringen? Büttenredner Stefan Vogt weiß, wie es geht. Als der Karnevalist aus dem Unterdorf Brohl die Bütt betrat, war trockener Humor in bester Dialektart angesagt. Als „en armer Deuwel“ gab Vogt auf unnachahmliche Art und Weise so manch lustige Anekdote aus seinem vielfältigen Familienleben preis und versetzte die Narrhalla zu später Stunde noch einmal so richtig in Wallung. Vollends überzeugend war auch der Auftritt des Männerballetts, eine Truppe, die als Pizzabäcker die Bühne betrat. Trainerin Alexandra Wilhelmi und ihre Gruppe hatten in diesem Jahr ein Medley aus bekannten Liedern in italienischer Sprache als musikalischen Hintergrund für ihren Showtanz zusammengestellt. Der Auftritt des Männerballetts wurde zum letzten „highlight“ eines an Höhepunkten reichen Abends. Beim abschließenden Finale dankte Sitzungspräsident Hans-Peter Gammel allen Aktiven für ihre Darbietungen und den Zuschauern für deren tolle Unterstützung.
Die nächste Sitzung
Wer die Sitzung verpasst haben sollte, kann das am kommenden Samstag, 31. Januar, nachholen. Dann steigt ab 19.11 Uhr in der Lavahalle die zweite Gala-Sitzung der Niederlützinger Karnevalsgesellschaft.
Florian Gammel erhielt eine der zahlreichen Raketen.
