Politik | 15.03.2013, 14:14 Uhr

Bauern- und Winzerverband sprach mit Landtagsabgeordnetem

Sanierung der Weinbergsmauern an der Ahr ist von höchster Priorität

Horst Gies erfuhr, was Landwirte, Winzer und Landfrauen im Kreis derzeit bewegt

Horst Gies traf sich mit den Repräsentanten des ländlichen Lebens zu einem offenen Meinungsaustausch. FIX
73

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein breites Themenspektrum gab der Vorstand des Bauern- und Winzerverbandes Ahrweiler (BWV), des Weinbauverbandes der Ahr und des Landfrauenverbandes im Kreis Ahrweiler dem heimischen Landtagsabgeordneten Horst Gies mit auf den Weg. Der hatte sich mit den Repräsentanten des ländlichen Lebens in der Kreisgeschäftsstelle des BWV zu einem offenen Meinungsaustausch getroffen, um zu erfahre, was die Landwirte, Winzer und Landfrauen im Kreis derzeit bewegt.

„Zu viel Ideologie ist gefährlich!“ Gies kritisierte zunächst, die derzeitige rot-grüne Landesregierung treffe Entscheidungen im landwirtschaftlichen Themenbereich sehr oft nach rein ideologischen Gesichtspunkten ohne Rücksicht auf die praktische Umsetzbarkeit vor Ort. „Das Heil kann nicht für alle komplett im biologischen Anbau liegen“, schüttelte der ehemalige Geschäftsführer des BWV den Kopf, „jeder Landwirt und jeder Winzer soll für sich die passende Möglichkeit finden, sich zu entfalten.“ Die CDU wehre sich dagegen, dass die Bevölkerung in eine bestimmte ideologische Richtung gedrängt werde. Und das von Politikern, die überhaupt nicht die notwendige Ausbildung besäßen, die in ihrem Fachbereich benötigt werde.

Das Beste für den ländlichen Raum herausholen

Bauernverbandspräsident Hans Boes wollte das so nicht stehen lassen und erklärte, jede Landesregierung habe gute und schlechte Seiten, man müsse nun mal mit den Politikern zusammenarbeiten, die an der Regierung seien. „Wir Bauern und Winzer verstecken uns nicht und versuchen, das Beste für den ländlichen Raum herauszuholen.“ Derzeit sei man vom Landesverband aus in Mainz unterwegs, um die Themen zu beackern, die den Landwirten unter den Nägeln brennen: Greening, Flurbereinigung und Dorferneuerung. Auch die Flächenprämien müssten innerhalb Deutschland angeglichen werden, da gebe es von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede, und Rheinland-Pfalz sei ganz am Ende.

Weinbaupräsident Hubert Pauly erinnerte daran, dass die Sanierung der Weinbergsmauern an der Ahr von höchster Priorität für die heimischen Winzer sei. „Es gibt eine große Enttäuschung bei den Mitgliedern, dass dafür so wenig Geld fließt.“ Die Landesregierung habe zwar drei Millionen Euro für den Zeitraum von zwölf Jahren zugesagt, doch dann es nicht geschafft, das Thema in Brüssel durchzubekommen. Jetzt gebe es allem Anschein nach keine EU-Förderung, und ohne die sei das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt. Jetzt müsse man irgendwie es schaffen, das Thema „EU-kompatibel“ aufzubereiten, da sei auch die CDU gefragt. Boes hingegen plädierte dafür, in dieser Sache „den Ball flach zu halten“, denn es seien derzeit noch viele Fragen offen und Verhandlungen zu führen, auch mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Eigentlich sei er ganz guter Dinge, dass man am Ende doch noch gemeinsam zu einer guten Lösung komme. Dafür sei aber weitere Lobbyarbeit im Mainz nötig, damit nicht das Geld, das an der kleinen Ahr gebraucht werde, am Ende nach Rheinhessen oder an die Mosel fließe.

Ökologie hoch drei

Völlig unverständlich für alle war es, dass die grüne Landwirtschaftsministerin Ulrike Höffken den Einsatz von Pheromonen bei der Schädlingsbekämpfung im Weinberg so vehement ablehne. „Das ist doch Ökologie hoch drei“, so Gies. Eine sachliche Begründung dafür habe er bis heute nicht gehört, lediglich finanzielle Argumente. Hinzu komme, dass nun wohl auch noch die Gelder für die Hubschrauberspritzung der Weinberge gekürzt werden sollten. Da müsse man am Ball bleiben, ebenso bei der gestrichenen Förderung für Junglandwirte.

Horst Gies traf sich mit den Repräsentanten des ländlichen Lebens zu einem offenen Meinungsaustausch. Foto: FIX

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus Daueranzeige
Hochzeitsmesse Mayen-Hausen 2026
Inno aus der VG Weißenthurm
PR-Anzeige Unternehmensnachfolge
Herbstbunt
Hagelschaden Äpfel
Empfohlene Artikel
IHK-Regionalgeschäftsführerin Andrea Stenz, SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller und IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel setzten den politischen Dialog fort.
24

Ahrweiler. Nach der gemeinsamen Podiumsdiskussion der regionalen Wirtschaft mit den Landtagskandidatinnen und -kandidaten vor der Landtagswahl setzt die IHK Koblenz den wirtschaftspolitischen Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsfraktionen fort. Im Rahmen eines Austauschs mit der SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller standen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsthemen für den Wirtschaftsstandort Landkreis Ahrweiler im Mittelpunkt.

Weiterlesen

Mechthild Heil MdB (CDU)
187

Kreis Ahrweiler. Mit Kritik reagiert die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil auf den erneuten Vorstoß von Landrätin Cornelia Weigand, Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem offenen Brief zur alleinigen Finanzierung der geplanten Hochwasserrückhaltebecken im Ahrtal zu bewegen. „Der Hochwasserschutz im Ahrtal ist viel zu wichtig, um ihn für politische Alleingänge und öffentliche Inszenierungen zu missbrauchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Man traf sich vor der Kirche, um „unter Tage“ zu gehen.
222

Es ging ganz tief nach unten...

Kolping-Mitglieder wurden zu „Kellerkindern“

Lahnstein. Es ging dahin, wo die meisten noch nie waren: In die ehemalige kurfürstliche Salkellerei unter der Hochstraße in Oberlahnstein. Die Salkellerei unter der ehemaligen Druckerei Schickel gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Exkursion war fast geheim, grundsätzlich nur Kolping-Mitgliedern vorbehalten, „denn wir wollten nicht, dass halb Lahnstein im Untergrund verschwindet“, so Benedikt Hanke aus dem Kolping-Sprecherteam mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Von Thomas Schneider aus Lahnstein

Weiterlesen

An der Swisttalhütte Holzweiler
645

Eifelverein Remagen unterwegs

Grafschafter Wald und Dernauer Weinberge

Remagen/Marienthal. Bei herrlichem Wanderwetter startete die Wandergruppe in der Nähe des Marienthaler Klosters die 13 Kilometer Tour. Relikte des ehemaligen Regierungsbunkers und auch die Gedenkstätte Lager Rebstock informierten nachdenklich über Deutschlands jüngste Vergangenheit. Dem Kratzenbach folgend und dem anschließenden Tal erreichte man das sogenannte Holzweiler Kreuz. Nun von Waldwegen...

Von Eifelverein Remagen aus Grafschaft-Ringen

Weiterlesen