FDP übergibt Kreisjägerschaft Unterschriften
„Starres Fütterungsverbot ist keine Lösung“
Kreis Ahrweiler. Weitere Unterschriften gegen das Fütterungsverbot für Wildtiere konnte jetzt die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Christina Steinheuer zusammen mit ihren Kollegen aus der FDP-Fraktion im Kreistag Ulrich van Bebber und Roderich Graf von Spee dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Ahrweiler des Landesjagdverbandes, Jürgen Kindgen übergeben. Für ein Ende des starren Fütterungsverbots hatte unter anderem auch der FDP-Landesvorsitzende Dr. Volker Wissing unterschrieben. Kindgen erläuterte noch einmal den Hintergrund der Unterschriftenaktion: „Bei uns, im Kreis Ahrweiler, verhungerte das Wild im letzten Winter scharenweise - denn: „Gefüttert werden darf nur noch in besonderen Notzeiten“ mit einer Ausnahmegenehmigung. „Die rot-grüne Landesregierung möchte durch das Verbot des Fütterns Wildbestände reduzieren. Der Hungertod des Wildes wird dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern ist sogar erwünscht. Die Sprecherin der Grünen, Cornelia Behm, drückt es so aus: „Wenn das Wild im Winter verhungert, haben wir endlich ökologische Wildbestände,“ empört sich der Jäger.
„Verhungern lassen, ist keine Lösung“
Die Kreisjägerschaft ist darüber entsetzt, ebenso wie die 34-jährige Wirtschaftsjournalistin Steinheuer. „Verhungern lassen, ist keine Lösung“, äußert sie ihre ethischen Bedenken. „Wo es zu viel Wild gibt, keine Frage, da muss es reduziert werden, aber auf eine waidmännisch korrekte Art und Weise. Starre Regelungen sind keine Lösung. Wir brauchen ein flexibles Instrument, das entsprechend der konkreten Lage vor Ort Anwendung findet.“ Jedenfalls müsse das starre Fütterungsverbot aufgehoben werden, unterstützt auch van Bebber das Anliegen der AW-Jäger. Unbestritten gebe es in Teilen des Kreises, vor allem im Kesselinger Tal, deutlich zu hohe Rotwildbestände. Diese verursachen im Wald, aber auch auf den Feldern von Landwirten Schäden. Von drastischen Beispielen erfuhr die Liberale beim Waldbauverein, angesprochen hatte sie aber auch schon ein Landwirt aus Fronrath, der seine Felder einzäunen muss, weil sonst das Wild seine Flächen kahl fresse.
Verantwortliche vor Ort benötigen Gestaltungsspielraum
Zu fragen sei aber, ob die landesweiten Regelungen den oft sehr unterschiedlichen Gegebenheiten im Kreis Ahrweiler gerecht werden. „Grundsätzlich freuen wir uns immer über bürgerschaftliches Engagement, wie es die Jägerschaft derzeit an den Tag legt“, erläutert Steinheuer. Außerdem sind die Liberalen davon überzeugt, dass die Verantwortlichen vor Ort möglichst viel Gestaltungsspielraum haben müssen, um auf die jeweils besonderen örtlichen Gegebenheiten einwirken zu können. „Die Verantwortung liegt zuallererst vor Ort beim Waldbesitzer sowie beim zuständigen Pächter bzw. Jäger“, so die Liberale. Ist das Problem einer Überpopulation erst mal gegeben, sei es aber keine Lösung, Tiere einfach verhungern zu lassen. Vielmehr müsse es Ziel sein, den Wildbestand während der normalen Jagdzeiten auf Normalmaß zurückzuführen. Schließlich müsse auch den wirtschaftlichen Interessen der Waldbesitzer Rechnung getragen werden. Es könne nicht sein, dass sie Eingriffe in ihr Eigentum bzw. Wertminderungen dessen hinnehmen müssen.
„Wild lebende Tiere lassen sich nicht in Bewirtschaftungsbezirke zwingen“
Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft ärgert sich aber noch über eine neue Verordnung der Landesregierung. In Rheinland-Pfalz dürfen sich Rot-, Dam- und Muffelwild nur in bestimmten Bewirtschaftungsbezirken aufhalten. Außerhalb der Bewirtschaftungsgebiete soll die Schonzeit vollkommen abgeschafft werden. Nicht einmal auf tragende, also hochschwangere Tiere dieser Arten, dürfe Rücksicht genommen werden, auch diese müssten geschossen werden. Jäger, die das missachteten und dem Wild die Chance einräumen wollten, andere Futterstellen und Partner zu suchen, würden bestraft, empört sich Kindgen. Wild lebende Tiere ließen sich eben nicht in Bewirtschaftungsbezirke zwingen. Tiere in enge Bereiche zu verbannen, sei mit Methoden des modernen Tier- und Artenschutzes unvereinbar, so die Jägerschaft. Windwurfflächen, Straßenbau, Änderungen der landwirtschaftlichen Nutzung führten dazu, dass sich plötzlich neue Gebiete als idealer Lebensraum für wild lebende Tiere darstellten. „Wir werden nicht locker lassen, auch um viele Jäger aus der misslichen Lage zu befreien, sich im vielleicht wieder harten Winter zwischen der Gesetzestreue einerseits und der Moral entscheiden zu müssen“, so Steinheuer abschließend.
Pressemitteilung
FDP-Kreisverband Ahrweiler
