Bach und Jüdische Musik in der Synagoge Niederzissen
Streicher der Weltklasse
Am 28. Februar
Niederzissen. „Musik in der Synagoge“ heißt ein bewegender Konzertabend der Villa Musica in der Synagoge Niederzissen am Samstag, 28. Februar, 20 Uhr. Die weltbekannte Geigerin Francesca Dego aus Italien spielt die Chaconne d-Moll von Johann Sebastian Bach, eines der größten Stücke barocker Musik überhaupt. Ihr Duopartner am Cello ist Alexander Hülshoff, Professor in Essen, Künstlerischer Leiter der Villa Musica und ein weit gereister Cellovirtuose. Er spielt Auszüge aus der sechsten Cellosuite von Bach. Gemeinsam sind die beiden Weltklasse-Streicher mit der Duosonate von Maurice Ravel zu hören, einem Werk aus dem Jahr 1921, in dem die Schrecken des Ersten Weltkriegs noch nachklingen. Wenige Jahre später schrieb der Tscheche Erwin Schulhoff sein fetziges Duo für Geige und Cello. Es verbindet tschechische Folklore mit Elementen jüdischer Musik und Einflüssen des Jazz. 1942 ist Schulhoff im fränkischen KZ Wülzburg gestorben. Er wurde von den Nazis verfolgt, weil er Kommunist, Jude und als Musiker ein „Neutöner“ war. „Die großartige Musik von Erwin Schulhoff muss man gerade dort spielen, wo sie herkommt: in Synagogen“, sagt Alexander Hülshoff zu diesem Programm. „So wie wir diese lange vergessene Musik wieder im Konzert spielen, so haben sich Bürger mit hohem Einsatz engagiert, um historische Synagogen zu retten und sie wieder spielbar zu machen. Das ist eine großartige Verbindung.“ Tickets sind zum Preis von 16 Euro erhältlich beim Kultur- und Heimatverein Niederzissen Tel. (0 26 36) 64 82, Tourist-Info Bohltal Tel. (0 26 36) 1 94 33 und über Villa Musica in Mainz Tel. (0 61 31) 9 25 18 00. Im Internet unter www.villamusica.de.
Alexander Hülshoff.
Francesca Dego. Fotos: Privat
