Viel Fröhlichkeit, Musik und Orden
Die Brohler Narrenzunft bot ein buntes närrisches Programm
Brohl-Lützing. Die Brohler Narrenzunft zeigte in ihrer Kostümsitzung wieder einmal alles, was sie an Narretei Prächtiges zu bieten hat: Tolle Garden, närrische Unterhaltung vom Feinsten, prima Tanzgruppen, gute Vorträge und beste musikalische Begleitung des Ganzen durch den Musikclub Fidelio unter seinem Dirigenten Christoph Schnitker. Schon der Einmarsch des ganzen „Schmölzchens“ war ein optischer Augenschmaus. Aus der Begrüßungsrede des - wie immer - gut aufgelegten Sitzungspräsidenten Stefan Vogt klang ein wenig heraus, dass er amtsmüde ist. Das wäre schade, denn er ist ein echter Vorzeige-Karnevalist des Hafen-Ortes. Der erste Abschnitt der Sitzung gehörte dem noch amtierenden Prinzenpaar Jörg I. und Eva I. (Schulz). Sie begrüßten in Reimform ihr närrisches Volk („Wir sind gut in Fahrt und feiern mit Euch Fastelovend auf Bröhlcher Art“), reflektierten noch einmal ihre närrische Regierungszeit, verteilten Orden und Bützchen, sangen und schunkelten mit der jecken Gemeinde um die Wette. Dass die Brohler Narrenzunft auch bei den Kleinen angekommen ist, bewies der köstliche Auftritt der Mini-Funken. Aus Burgbrohl machte die KG den Brohlern ihre Aufwartung, sie hatten ihr Kinderpinzenpaar Alexander und Lara sowie Hofnarr Stephan dabei. Als verbaler „Eisbrecher“ in der Bütt bewies sich der junge Roman Kötter, eine Leihgabe aus Remagen. Seine Beobachtungen als Schüler und Sohn „pubertierender Eltern“ brachten ihm manchen Lacher und viel Beifall ein. Exakt und somit ein optischer Leckerbissen war der Auftritt der fünf Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe „Seven up“. Ein Riesen-Aufgebot der Narren aus der benachbarten Quellenstadt machte dann den Brohler Jecken seine Referenz. Spielmannszug, Funkenkorps, Majoretten, Dragoner, Möhnen, Komitees der Damen und Herren, und schließlich das Prinzenpaar Peter und Biggi mit großem Gefolge, enterte die Bühne in der Festhalle „Brohlia“. Grund ist die Jahrzehnte lange Verbindung des Breisiger Prinzenpaars zu Brohl: Prinz „Buschi“ alias Peter II. ist seit 30 Jahren Brohler Prinzengardist und Prinzessin „Biggi“ I. war Trainerin der Brohler Möhnen. So wurden den Tollitäten aus der Nachbarschaft lang anhaltende Ovationen zuteil. Ein Ordens-Regen brach über die Brohler herein und umgekehrt - blitzende Nachweise einer gewachsenen Verbindung zweier närrischer Gemeinden. Lange hatten die Jungens und Mädels des Amazonen-Korps unter ihrer Kommandantin Birgit Schumacher warten müssen, jetzt zeigte die Jugendformation des 50 Jahre bestehenden Tanzkorps der Amazonen sein begeisterndes tänzerisches Können. Und was sich herausstellte: Birgit Schumacher ist bereits im 40. Jahr Mitglied der Amazonen. Da galt es, ihr mit einem großen Blumengebinde Dank und Anerkennung auszusprechen. Ihr zu Ehren tanzte zudem Solomariechen Vanessa Petermeier seinen tollen Tanz. Fulminant der Auftritt des befreundeten Tanzkorps aus Rheinbrohl, der „Tanzmäuse“ - 15 glänzend trainierte Mädels. Aufgabe des Vize-Sitzungsleiters Johannes Porz war es, den für besondere Verdienste vorgesehenen „Hausorden“ der Brohler Narrenzunft mit entsprechender Laudatio an Stefan Vogt und Narrenzunft-Präsident Hans-Dieter Baunach zu verteilen. Nun stand der große kabarettistische Auftritt von Irmgard Köhler-Regnery an, der Präsidentin der Bad Breisiger KG. In der unterkühlten Figur der „Ähn aus Jönneschdorf“ widmete sie diesmal ihre reichlich „antiquierten“ Betrachtungen den modernsten der Kommunikations-Medien. Die „Jönneschdorferin“ ist halt nicht mit der Zeit gegangen und muss sich deshalb das neue Touch-Screen Handy von Tochter Nina erklären lassen - ein hochintelligenter, köstlicher Programmbeitrag. Der „Arroganz der Jugend“ schreit sie entgegen: „Ob Ihr es glaubt oder net: Es gab sogar eine Welt vor Handy und Internet !“ und „Da gab es Telefonzellen, das waren kleine gelbe Häuschen, da konnte man drin telefonieren und - notfalls - Pipi machen“. Dann setzte sie sich mit Facebook auseinander und mit dem Unsinn, der in diesem Bereich passiert. Sitzungsleiter Stefan Vogt dankte ihr als einer „Koryphäe des rheinischen Karnevals“.
Nach soviel Angriff auf die Lachmuskeln tat eine von optischen Eindrücken bereicherte Pause gut: Die Kadetten der Prinzengarde tanzten exakt und flott zu kölsche Tön. Nach der Pause wirbelte die tolle Schar der Möhnen im Dschungel-Tanz über die Bühne und als „Leistungssportler“ brillierte Tobias Mannheim als Neuling in der Bütt.
Bürgermeister Bernd Weidenbach und Ortsbürgermeisterin Christel
Ripoll wurden geehrt und revanchierten sich mit „inhaltsschweren“ Kuverts, wie auch vorher schon die zahlreichen Ehrengäste aus der regionalen Wirtschaft und Politik. Es folgten Auszeichnungen für die langjährige Obermöhn und ehemalige Präsidentin der Zunft, Ingrid Fuchs und den verdienstvollen Karnevalisten Dr. Peter Porz - sie wurden vom Narrenzunft-Präsidenten Hans-Dieter Baunach zu Ehrenmitgliedern ernannt. Außerdem darf sich Heinz Holtorf jetzt „Ehrensenator“ nennen. Dem seit 50 Jahren tätigen Prinzengardisten Toni Mannheim wurde beim Auftritt der Prinzengarde ein ganzes Sortiment Orden überreicht - Anerkennung für große Treue zur Sache. Er war zudem bereits gemeinsam mit Roswitha Ruge für 50-jährige Mitgliedschaft in der Narrenzunft sowie Walter Nonn für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt worden. Eine besondere Attraktion war der schmissige Tanz der Marketenderei der Prinzengarde. Ebenso sehenswert, das wunderbare neue Tanzpaar Sarah Hartmann und Marco Behnke. „Leihgabe“ Andy Marquard produzierte sich als lustige Karikatur eines Funkenmariechens und schließlich brachten die „großen“ Amazonen einen letzten tänzerischen „Knalleffekt“ auf die Bühne des Narrentempels „Brohlia“. Es war ein insgesamt schöner, gelungener Abend des Bröhlchen Fastelovends.
FA
Feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum: Das Brohler Amazonen-Corps.
Das Bad Breisiger Prinzenpaar wurde von den Brohler Narren jubelnd empfangen.
Roman Kötter aus Remagen machte einen tollen Eisbrecher in der Bütt.
