Allgemeine Berichte | 10.08.2026, 15:41 Uhr

Boule-Turnier Rheinbrohl

Spannung pur im Rheinbrohler Boulodrom Anfang August

Sieger
195

Rheinbrohl. Der Siegerpokal ging über die Landesgrenze nach Aegidienberg

Während die Radprofis bei der 8. Etappe der Tour de France Femmes um Bestzeiten kämpften, wurde in der Rheinbrohler Poststraße eine jahrtausendalte Sportart ausgeübt, bei der es vor allem auf Präzision, Fingerspitzengefühl und Taktik ankommt.

Schon um 400 v.Chr. empfahl Hippokrates das Spiel mit den Steinkugeln als gesundheitsfördernde Bewegungstherapie. Aus diesen antiken Anfängen entwickelte sich über die Jahrhunderte das Boulespiel.

Im Lunapark wurden reichlich Boulekugeln geworfen – das traditionelle Vereinsturnier stand an. Boule oder auch Pétanque genannt braucht keine Vorkenntnisse - nur Lust, entspannte Mitspieler und ein paar Kugeln. Und die gutgelaunten Spieler des Bouleclubs freuten sich, ihre Kugeln möglichst nah an der Zielkugel – genannt Schweinchen - zu platzieren, um am Ende vielleicht auf dem Siegertreppchen zu stehen.

Der Wettergott war auch dieses Jahr auf der Seite der Boulefreunde, die Sportler wurden Dank Hoch Quiriakus mit sonnigem Sommerwetter verwöhnt.

Werner Ernst hatte als erfahrener Turnierleiter den Ablauf des Turniers erstmalig in Rheinbrohl souverän im Griff. Mittels Auslosung wurde anhand von Spielkarten ermittelt, wer mit wem spielt. Auf den drei Profi-Bahnen kämpften alle fair und hart um Punkte. Drei Mannschaften spielten zeitgleich die sog. Doublette und Triplette, das heißt zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern bzw. drei Spielern. Jeder Spieler hat drei bzw. zwei Kugeln, also hat jedes Team sechs Kugeln. Es kann grundsätzlich auf jedem Untergrund gespielt werden, dies stellten alle Spieler unter Beweis.

Nach drei Runden stand die Mittagspause auf dem Programm, bei kleinen Snacks und süßen Verführungen nutzten die Boulisten die Zeit, die Bahnen und die Mitspieler zu analysieren und neue Taktiken zu entwickeln.

Wie zu erwarten, wurde auf hohem Niveau gespielt. Nach spannenden fünf Runden auf drei Bahnen, bei denen insgesamt 17 Spielerinnen und Spieler des Rheinbrohler Bouleclubs „Boule Trans Rhenum“ (BTR) um den Titel kämpften, war Günter Kutzner der glückliche Sieger und wurde als Boulemeister 2026 geehrt.

Platz zwei belegte Sascha Henn, über den dritten Platz freute sich Birgit Vieten. Die drei platzierten Spieler freuten sich über die Urkunde sowie über ein ‚viereckiges Präsent‘.

Die Spielerin, die den letzten Platz belegte und somit den Trostpreis verdiente, ist in diesem Jahr Margret Mellone, die ein großes Glas mit köstlichen Gurken mit nach Hause nehmen durfte. Der olympische Gedanke zählt auch beim Boulespiel: dabei sein ist alles!

Fürs leibliche Wohl war nonstop bestens gesorgt. Kuchen, Salate, Brot und Dips standen während der gesamten Zeit zur Stärkung zur Verfügung. Nach dem Turnier wurde das köstliche hand made Buffet durch leckere Grillsteaks und Würstchen ergänzt.

Den Damen und Herren, die für die Leckereien auf dem Buffet verantwortlich waren und dem Grillmeister Tobi sei an dieser Stelle gedankt, ebenso ein herzliches Dankeschön an die Küchenfee Annegret.

Nach der Siegerehrung und dem Abendessen konnten die Bouler nochmals ihr Können unter Beweis stellen. Beim „Garagenspiel“, geleitet und moderiert von Dieter Rösgen, setzte sich Werner Fischer durch.

Bei diesem Spiel muss jeder Mitspieler die Kugeln nach vorgegebenen Regeln aus acht Metern Entfernung in bewertete „Hauseingänge“ werfen. Um die Sache spannend zu machen, wurde die Entfernung nach jeder Runde erhöht.

Noch lange saßen die Boulesportler in lauschiger Sommernacht zusammen und ließen den Tag Revue passieren.

Das nächste Highlight des Bouleclub ‚Boule Trans Rhenum‘ wird im August gemeinsam mit dem Freundeskreis Rheinbrohl-Bourcefranc stattfinden. Hier ist Spaß, Freude und Neugierde mitzubringen, Vorkenntnisse im Boulespiel sind nicht notwendig – im Vordergrund steht ‚savoir vivre‘, wie der Franzose sagt: La vie est faite de petits bonheurs.

Immer mehr Menschen entdecken das Boule-Spiel für sich – die Ausrüstung ist erschwinglich und gespielt werden kann fast überall. Eine zu Unrecht unterschätzte Sommersportart ist weit mehr als Freizeitgeplänkel im Schatten der Bäume – Ruhe, ein Plausch und ein Glas Pastis oder Cidre in netter Runde zählen manchmal mehr als der Siegeswille.

Gäste zum Mitspielen oder Reinschnuppern von Nah und Fern sind herzlich willkommen, gespielt wird mittwochs und freitags ab 17.00 Uhr, im Netz findet man unter https://www.bouletransrhenum.de/ Informationen und Impressionen zum Rheinbrohler Bouleclub.

Boule ist ein Spiel für die Seele, sagte Papazian, ein südfranzösischer Charmeur - also eine ideale Beschäftigung, um Stress abzubauen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet.

1. Platz belegte Günter Kutzner

1. Platz belegte Günter Kutzner Foto: U. Hall

Luna-Park bzw. Camille-Goupil-Platz

Luna-Park bzw. Camille-Goupil-Platz Foto: U. Hall

Sieger Foto: U. Hall

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