Interkommunaler Schutzverbund
Mobile Zufahrtssperren: Mehr Schutz für Feste im Kreis Ahrweiler
aus Altenahr
Dernau / Kreis Ahrweiler. Mit dem Eröffnungstag des traditionsreichen Winzerfestes in Dernau am vergangenen Freitag stand nicht nur der Wein im Mittelpunkt, sondern auch ein wichtiger Meilenstein für die Sicherheit von Veranstaltungen in der Region. Erstmals wurden die von den Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr und Brohltal gemeinsam beschafften, mobilen Zufahrtssperren verwendet.
Zum Auftakt dieses Premiereneinsatzes trafen sich am Freitagnachmittag Bürgermeister Dominik Gieler für die Verbandsgemeinde Altenahr, Bürgermeister Guido Nisius für die Verbandsgemeinde Adenau und der Erste Beigeordnete Rolf Hans in Vertretung für Bürgermeister Johannes Bell seitens der Verbandsgemeinde Brohltal am Rande der Festmeile in Dernau, um sich das neue Sicherheitssystem anzuschauen und sich über die Schutzmöglichkeiten zu informieren.
Die vielfältigen Volksfeste sind das Herzstück des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im Ahrtal, der Hocheifel und im Brohltal. Um die Festbereiche wirksam gegen unbefugte Fahrzeuge und Überfahrten zu schützen, ohne Wege für Rettungskräfte, Fußgänger oder Rollstuhlfahrer zu versperren, haben die drei Verbandsgemeinden ihre Kräfte gebündelt. Durch die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) sicherten sich die drei Kommunen die maximale Fördersumme von 105.000 Euro aus dem Sonderförderprogramm „Gemeinsam sicher feiern in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums des Innern und für Sport RLP. Die Förderquote von jeweils 35.000 Euro pro Partnergemeinde reduzierte den verbleibenden Eigenanteil für die jeweiligen Finanzhaushalte erheblich.
Bürgermeister Dominik Gieler hob die Bedeutung der Maßnahme hervor und betonte, dass die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste bei Veranstaltungen an erster Stelle stehe. Durch die interkommunale Zusammenarbeit könne man nun hohe Sicherheitsstandards gewährleisten, die für eine einzelne Verbandsgemeinde finanziell kaum darstellbar wären.
Bei der Auswahl der Beschaffung wurde auf einen flexiblen Mix aus modernsten, nach internationalen Standards zertifizierten Hochsicherheitskomponenten geachtet. Die eingesetzten Hauptsperrelemente halten massiven Kräften stand und sind so konstruiert, dass sie selbst den Anprall über 7 Tonnen schwerer Fahrzeuge bei einer Geschwindigkeit von knapp 50 km/h zuverlässig stoppen. Gleichzeitig ermöglichen sie durch breite Durchlässe ein unkompliziertes Passieren für Fußgänger, Radfahrer sowie Rollstuhlfahrer und gewährleisten so optimale Fluchtwege.
Trotz ihrer enormen Schutzwirkung lassen sich die Elemente im Notfall manuell absenken oder umlegen, damit Rettungsfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei oder Sanitätsdiensten den Festbereich ohne Zeitverlust befahren können. Ergänzt wird die Ausstattung durch extrem mobile, werkzeuglos aufbaubare Einzelelemente, die sich flexibel an unebenes Gelände, Bordsteine oder Steigungen anpassen. Zudem sorgen Antirutschbeschichtungen, reflektierende Markierungen für Dunkelheit und integrierte Vandalismussicherungen dafür, dass die Barrieren ohne ständige Bewachung auskommen.
Bürgermeister Guido Nisius begrüßte die Entscheidung der Landesförderung: „Die IKZ-Sonderförderung ist ein starkes Signal für unsere Region. Die interkommunale Zusammenarbeit zeigt einmal mehr, wie sinnvoll es ist, Kräfte zu bündeln um gemeinsam in moderne Sicherheitsstrukturen zu investieren. Ich freue mich sehr über die Unterstützung des Landes und darüber, dass wir als Verbund diesen wichtigen Schritt gehen konnten.“
Die gemeinsam beschaffte Ausstattung wird zentral in der Verbandsgemeinde Altenahr gelagert, steht jedoch allen drei Kommunen über ein abgestimmtes Belegungskonzept zur Verfügung. Der Transport erfolgt ressourcenschonend durch die eigenen Bauhöfe, und die Kooperationsvereinbarung ist auf mindestens fünf Jahre angelegt.
Für die Verbandsgemeinde Brohltal unterstrich der Erste Beigeordnete Rolf Hans, dass die interkommunale Kooperation eindrucksvoll zeige, wie pragmatisch und lösungsorientiert Nachbarkommunen zusammenarbeiten können. Man schaffe hier Sicherheit mit Augenmaß und moderner Technik zum Wohl der gesamten Region.
Mit wenigen Handgriffen ist die Fahrt über die Sicherheitssperre, beispielsweise für Rettungsdienste, möglich. Foto: Thorsten Trütgen / VG Altenahr
Dominik Gieler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Rolf Hans, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Brohltal, und Guido Nisius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, besichtigen in Dernau die gemeinsam beschafften Zufahrtssperren bei ihrem ersten Einsatz.