Kirchenchor „Cäcilia“ Gelsdorf war unterwegs
Reise an die Saar war zugleich ein Ausflug in die Vergangenheit
Auftritt in der Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ in Klausen - Wasserfall mitten in der Stadt Konz
Gelsdorf. Der Kirchenchor „Cäcilia“ Gelsdorf traf sich zu seinem jährlichen Ausflug am „Dicken Stein“ und startete mit froher Erwartung in den Tag. Organisator Franz Conrads war es erneut gelungen, den Ausflug zu einer äußerst gelungenen Veranstaltung zu machen, berichtet Chronist Hans Peter Vogels. Die Vorsitzende des Kirchenchors, Wanda Schönfelder, eröffnete die Tour noch im Bus mit einem Gebet und Gottes Segen für den Tag.
Die erste Station auf der Reise war die Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ in Klausen, die auf eine Mission von Bruder Eberhard im 15. Jahrhundert zurückgeht. Er hatte damals um ein von ihm erworbenes Bildnis der Schmerzhaften Gottesmutter eine kleine Kapelle mit angrenzender Klause errichtet. Diese „Eberhardklause“ ist ebenso wie das Gnadenbild essenzieller Bestandteil der Kirche und Anlaufstelle vieler Pilger. Die Gebeine von Bruder Eberhard werden noch heute in einem hölzernen Schrein unter dem Altar in der Gnadenkapelle aufbewahrt. Besonders sehenswert in der Kirche ist auch der dreiteilige Hochaltar, ein kostbares spätgotisches Stück aus der „Antwerpener Schule“.
Optisch und akustisch ein Genuss
In dieser Umgebung war es im Kirchenchor vergönnt, einige Lieder aus seinem Repertoire vortragen zu dürfen. Die hervorragende Akustik im Mittelschiff trug das Ihre dazu bei, dass sich zu dem optischen Genuss in der Kirche auch noch ein akustischer Wohlklang gesellte. Und im Anschluss gab es für den Chor noch ein geselliges Schmankerl mit Sekt und Snacks, was die Stimmung in der Gruppe noch einmal deutlich anhob.
Die weitere Fahrt des Chors führte anschließend zum Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz. Dieses Museum am Zusammenfluss von Saar und Mosel bot vielfältige Einblicke in das frühere Alltagsleben der Menschen in der Großregion. Aber nicht nur dort, denn so mancher Sänger fühlte sich zurückversetzt in die eigene Kindheit, und immer wieder hörte man die Bemerkung: „Das kenne ich noch von früher.“ Einblicke in den Weinbau, wie er früher einmal praktiziert wurde, gab es ebenso wie bürgerliche Wohnkultur, die Kulturgeschichte des Waschens und eine Ladenstraße mit Tante-Emma-Laden, Schuster, Schreiner, Metzger, Bäcker und vielem mehr. Das ließ jede Menge Erinnerungen und manchmal auch etwas Wehmut hochkommen, gemäß dem Ausspruch von Karl Valentin: „Früher war auch die Zukunft besser.“ Da passte es gut, dass auch das Mittagessen in der „Hofschänke“ hervorragend war und die Chormitglieder einmütig der Ansicht waren: „Da müssen wir noch einmal hin und uns alles in Ruhe anschauen.“
Schiffstour auf der Saar mit besonderen Ausblicken
Weiter ging der Ausflug nach Saarburg ins Saartal, wo eine anderthalbstündige Schiffstour auf der Saar den Sängern besondere Ausblicke auf den Ort und die Umgebung ermöglichte. Der anschließende Besuch der Stadt war ebenfalls sehr interessant. Besonderer Anziehungspunkt ist dort ein Wasserfall, der in der Stadt über Felskaskaden in die Tiefe stürzt. Spätestens hier mussten die meisten Sänger der starken Hitze Tribut zollen und Abkühlung in einem der vielen Cafés in der Nähe des Wasserfalls suchen. Doch einige Unentwegte hatten noch nicht genug und machten sich auf, die Burganlage zu erklimmen. Oben angekommen wurden sie mit einem prächtigen Ausblick auf die Stadt und das Tal der Saar belohnt. Nun neigt sich der Ausflug dem Ende zu, doch für die Rückfahrt hatten sich die Organisatoren noch etwas Besonderes einfallen lassen. Denn aus der Lautsprecheranlage des Busses erklang plötzlich das letztjährige Jubiläumskonzert zum 125-jährigen Bestehen des Kirchenchors. Mit der akustischen Dokumentation dieser großartigen Leistung des vergangenen Jahres fand die Tour einen würdigen Abschluss.
