Allgemeine Berichte | 27.10.2026, 21:12 Uhr

Elsass entdecken

Erlebnisreiche Elsass-Reise mit Förderkreis St. Medard Bendorf

Wunderschöne Fachwerkhäuser in Colmar
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Bendorf. Fachwerkhäuser, gemütliche Weindörfer, beeindruckende Landschaften und jede Menge Geschichte: Acht Tage lang war der Förderkreis St. Medard Bendorf im Elsass unterwegs.

Auf dem Programm standen bekannte Sehenswürdigkeiten ebenso wie kleinere Orte, die vielen vielleicht noch unbekannt waren. Dabei gab es viel zu sehen und zu erfahren – von der europäischen Politik in Straßburg über die Weinberge entlang der Elsässer Weinstraße bis hin zu den Höhen der Vogesen.

Los ging es in Wissembourg, nahe der deutsch-französischen Grenze. Bei einem geführten Rundgang erkundete die Gruppe die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, alten Mühlen und Brücken über die Lauter. Auch die Abteikirche St. Peter und Paul durfte dabei nicht fehlen. Anschließend fuhr die Reisegruppe weiter nach Kehl, wo sie für die kommenden Tage ihr Hotel bezog.

Straßburg zwischen Europa und Mittelalter

Am zweiten Tag stand Straßburg auf dem Programm. Zunächst ging es mit dem Bus durch das Europaviertel. Dabei besichtigte die Gruppe von außen das Europäische Parlament und den Palais de l’Europe, den Sitz des Europarats. Die Fahrt vermittelte einen Eindruck davon, welche wichtige Rolle die Stadt für Europa spielt.

Danach wartete die Altstadt mit ihren vielen historischen Gebäuden. Besonders das Straßburger Münster mit seiner eindrucksvollen gotischen Fassade und der astronomischen Uhr zog die Blicke auf sich. Bei einer anschließenden Schifffahrt auf der Ill zeigte sich Straßburg noch einmal von einer ganz anderen Seite. Vorbei an der Grande Île führte die Fahrt auch durch das bekannte Viertel Petite France. Die alten Fachwerkhäuser, kleinen Brücken und Kanäle boten zahlreiche schöne Fotomotive. Anschließend blieb noch Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Unterwegs auf der Elsässer Weinstraße

Am nächsten Tag führte die Fahrt entlang der Elsässer Weinstraße. Obernai, Ribeauvillé und Riquewihr standen auf dem Programm. Die drei Orte haben ihren ganz eigenen Charme, doch überall prägen Fachwerkhäuser, enge Gassen und historische Plätze das Ortsbild.

In Ribeauvillé unternahm die Gruppe einen Spaziergang durch die Altstadt. Anschließend stand der Besuch eines Weinguts auf dem Programm. Bei einer Kellerführung erfuhren die Teilnehmer einiges über den Weinbau im Elsass. Natürlich durfte auch eine Weinprobe nicht fehlen. Danach ging es weiter nach Riquewihr, dessen historischer Ortskern besonders gut erhalten ist und einen Eindruck davon vermittelt, wie die Dörfer der Region früher aussahen.

Der Samstag gehörte Colmar. Bei einer Stadtführung lernte die Gruppe die Altstadt und das Viertel Petite Venise, besser bekannt als Klein Venedig, kennen. Hier stehen die bunten Fachwerkhäuser dicht an den Ufern der Lauch und spiegeln sich im Wasser. Eine Überlieferung besagt, dass die Farben der Häuser früher auch etwas über den Beruf ihrer Bewohner verrieten: Blau stand für Holzhandwerker, Rot für Schmiede, Gelb für Bäcker und Grün für Leder- und Textilhandwerker.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe das Museum Unterlinden. Dort wartete mit dem Isenheimer Altar ein bedeutendes Werk der europäischen Kunstgeschichte. Das berühmte Kunstwerk von Matthias Grünewald und Nikolaus von Hagenau bildete den Höhepunkt des Museumsbesuchs.

Durch die Höhen der Vogesen

Am Sonntag ging es hinaus in die Natur. Die Rundfahrt durch die Hochvogesen begann mit einem Aufenthalt im Ortskern von Munster, der Käsestadt. Über Soultzeren erreichte unser Bus anschließend den Pass Col de la Schlucht. Von dort führte die Strecke über die Vogesenkammstraße, die immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge bot.

Vorbei an den Höhen rund um Hohneck und Markstein ging es weiter zum Grand Ballon. Mit 1.424 Metern ist er der höchste Berg der Vogesen. Hier bot sich der Gruppe die Gelegenheit, die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.

Zum Abschluss des Tages stand Eguisheim auf dem Programm. Das Winzerdorf ist für seine ringförmig angelegten Gassen, die alten Fachwerkhäuser und die zahlreichen Storchennester bekannt. Bei einem Rundgang durch den Ortskern konnte die Gruppe die besondere Atmosphäre des kleinen Ortes genießen.

Ein Tag nach eigenem Geschmack

Nach den vielen gemeinsamen Ausflügen blieb der Montag für eigene Unternehmungen frei. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Straßburg noch einmal in Ruhe zu erkunden. Andere schauten sich Kehl an oder ließen es etwas ruhiger angehen. Wer sich für europäische Politik interessierte, konnte außerdem das Europäische Parlament besichtigen.

Der freie Tag bot jedem die Möglichkeit, ihn nach den eigenen Interessen zu gestalten.

Hochkönigsburg, Kaysersberg und Mont Sainte-Odile

Am folgenden Tag standen drei weitere interessante Ziele auf dem Plan. Zunächst besuchte die Gruppe die Hochkönigsburg, die auf einem 757 Meter hohen Sandsteinfelsen über der elsässischen Ebene liegt. Die Burg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört, Anfang des 20. Jahrhunderts ließ Kaiser Wilhelm II. sie wiederaufbauen.

Die Teilnehmer interessierten sich besonders für die Geschichte der Anlage. Auch der weite Blick über die elsässische Ebene beeindruckte die Besucher.

Danach ging es nach Kaysersberg. Der Ort ist mit seinen alten Gassen, den Fachwerkhäusern und der mittelalterlichen Wehrbrücke ein lohnendes Ziel. Bekannt ist Kaysersberg außerdem als Geburtsstadt Albert Schweitzers, des Arztes, Theologen und Friedensnobelpreisträgers.

Letzte Station des Tages war der Mont Sainte-Odile. Das Kloster auf dem Berg gehört zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten des Elsass. Die Gruppe besichtigte die religiösen Stätten und erfuhr mehr über die heilige Odilia, die Schutzpatronin des Elsass. Neben seiner religiösen Bedeutung ist der Ort auch wegen seiner Lage und der Aussicht über die Landschaft einen Besuch wert.

Auf den Spuren der Geschichte im Norden des Elsass

Auch auf der Heimreise gab es noch einiges zu entdecken. In Oberroedern besichtigte die Reisegruppe die Kasematte Rieffel, ein Befestigungswerk der Maginot-Linie. Mitglieder des örtlichen Vereins, der sich um den Erhalt der Anlage kümmert, führten durch die Kasematte und erklärten die militärische Funktion sowie die noch vorhandene technische Ausstattung.

Der Besuch machte deutlich, wie stark die Region von den Konflikten der Vergangenheit geprägt wurde. Die Kasematte erinnert an eine Zeit, in der sich Staaten mit aufwendigen Befestigungsanlagen gegen mögliche Angriffe schützen wollten. Heute ist sie auch eine Mahnung, wie wichtig Frieden und Verständigung zwischen den Völkern sind.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Hohwiller führte die letzte Etappe nach Hunspach. Das Dorf ist für seine weiß getünchten Fachwerkhäuser und die gepflegten Vorgärten bekannt. Bei einem Rundgang lernte die Gruppe ein Stück des ländlichen Elsass kennen, das abseits der bekannten Ausflugsziele seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

Mit vielen Eindrücken zurück nach Bendorf

Nach acht Tagen voller Ausflüge, Besichtigungen und gemeinsamer Erlebnisse trat die Reisegruppe die Heimfahrt an. Das Programm hatte viel Abwechslung geboten: historische Städte, bedeutende Kunstwerke, eine Weinprobe, die Landschaft der Vogesen und Einblicke in die Geschichte der Region.

Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten waren es gerade die kleineren Orte, die den besonderen Reiz der Fahrt ausmachten. Überall gab es etwas zu entdecken, und auch die Zeit für eigene Unternehmungen kam nicht zu kurz.

Der Förderkreis St. Medard Bendorf blickt damit auf eine gelungene Herbstfahrt zurück, die den Teilnehmern das Elsass in seiner ganzen Vielfalt nähergebracht hat.

Phantastische Aussicht auf der Hochkönigsburg

Phantastische Aussicht auf der Hochkönigsburg Foto: Karl-Rudolf Goergen

Wunderschöne Fachwerkhäuser in Colmar Foto: Karl-Rudolf Goergen

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