Allgemeine Berichte | 30.01.2026

Zwischen Ausgelassenheit und Verzicht

Wissenswertes zur fünften Jahreszeit

Die fünfte Jahreszeit ist gerade im Rheinland mit viel Lebensfreude verbunden.Foto:pixabay.com

Ob Karneval, Fasching oder Fastnacht – gemeint ist überall dieselbe besondere Zeit im Jahr: die Wochen vor der christlichen Fastenzeit. Während im Rheinland vor allem der Begriff „Karneval“ gebräuchlich ist, sprechen andere Regionen eher von Fasching oder Fastnacht. In Baden-Württemberg wird zudem bis heute klar zwischen Karneval und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht unterschieden.

Traditionell startet die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ am 11. November um 11.11 Uhr und endet am Aschermittwoch. Eine Pause gibt es allerdings: Zwischen dem ersten Advent und dem 6. Januar ruhen die närrischen Aktivitäten.

Wurzeln reichen bis in die Antike zurück

Die Ursprünge karnevalistischer Bräuche lassen sich bis etwa 5.000 Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. Schon in Mesopotamien wurden Feste gefeiert, bei denen für kurze Zeit gesellschaftliche Unterschiede aufgehoben schienen. Herrschende und Arbeitende begegneten sich auf Augenhöhe – ein Gedanke, der bis heute als prägend für das närrische Treiben gilt.

Im Mittelalter, etwa zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert, etablierten sich rund um den 6. Januar sogenannte Narrenfeste. Charakteristisch war damals, dass selbst kirchliche Zeremonien humorvoll aufs Korn genommen wurden.

Spurensuche in der Sprache

Eine der frühesten literarischen Nennungen der Fastnacht findet sich bei Wolfram von Eschenbach in seinem Werk „Parzival“, wo von „fasnaht“ die Rede ist. Im 13. Jahrhundert tauchte außerdem der Begriff „Vaschanc“ auf, insbesondere in süddeutschen sowie bayerisch-österreichischen Regionen.

Das Wort „Karneval“ selbst ist seit dem 17. Jahrhundert belegt, doch seine genaue Herkunft bleibt unklar. Am häufigsten wird eine Ableitung vom lateinischen „carne vale“ angenommen – übersetzt etwa „Fleisch, lebe wohl“. Diese Deutung verweist direkt auf die bevorstehende Fastenzeit.

Vom Feiern zum bewussten Verzicht

Der Abschied vom Fleisch hatte früher einen konkreten Hintergrund: Während der 40-tägigen Fastenzeit war der Verzehr traditionell untersagt. Auch heute noch nehmen sich viele Menschen vor, in dieser Zeit bewusster zu leben. Einer Studie einer Krankenkasse zufolge plant rund die Hälfte der Deutschen, in den Wochen bis Ostern auf bestimmte Genussmittel zu verzichten. Andere entscheiden sich dafür, das Auto stehen zu lassen, soziale Medien zu meiden oder Plastik zu reduzieren.

So verbindet die fünfte Jahreszeit bis heute Lebensfreude mit einem nachdenklichen Blick auf das eigene Verhalten – ein Wechselspiel, das den besonderen Reiz von Karneval, Fasching und Fastnacht ausmacht.BA

Die fünfte Jahreszeit ist gerade im Rheinland mit viel Lebensfreude verbunden.Foto:pixabay.com

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