Allgemeine Berichte | 20.01.2026

Koblenz: Gerichtsverhandlung zum Tötungsdelikt in Bad Neuenahr-Ahrweiler hat begonnen

20.01.: Prozessbeginn: Staatsanwaltschaft gibt erschütternde Details zum Mord an Anna K. bekannt

Ein Bild der getöteten Anna aus Gimmigen: am Vorabend der Verhandlung fand in Koblenz eine Mahnwache statt. Foto: SCH

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Gimmigen. Diese Tat hat in Bad Neuenahr und Umgebung für Aufsehen gesorgt. Die 31-jährigen Anna K. galt im Juli 2025 zunächst als vermisst. Groß angelegte Suchaktionen brachten kein Ergebnis. Bis sich das Blatt wendete und der getrennt lebende Ehemann ins Visier der Ermittler geriet. Er gestand schließlich, seine Frau getötet zu haben. Am Dienstag (20.01.2026) begann nun am Landgericht Koblenz der Prozess gegen den geständigen Täter.

Großes Interesse an Verhandlung

Der Zuschauerraum im Verhandlungssaal 102 ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch auf der herrscht Pressetribüne Gedränge. Vor Verhandlungsbeginn werden dem Angeklagten Matthias K. (31) die Handschellen abgenommen. Die große Strafkammer betritt pünktlich um 10.00 Uhr das Gericht, der vorsitzende Richter Rupert Stehlin eröffnet die Verhandlung.

Zunächst fragt er die persönlichen Daten des Angeklagten ab, der 1994 in Bad Neuenahr geboren wurde und im Ortsteil Gimmigen seinen Wohnsitz hatte. Seit 19.07.2025 befindet er sich in Untersuchungshaft in der JVA Koblenz.

Im Anschluss verliest der Staatsanwalt die Anklage. Matthias K. war mit dem Mordopfer seit 2019 verheiratet, aus der Ehe stammt ein zur Tatzeit vierjähriger Sohn. Seit Anfang 2024 war das Paar auf Betreiben des Opfers getrennt. Immer wieder habe der Täter versucht, seine Frau zurück zu gewinnen, sie hatte dies aber kategorisch abgelehnt. Anfang 2025 beantragte der Angeklagte schließlich die Scheidung, seine Frau willigte ein. Im Zuge der Scheidung stellte die Ermordete finanzielle Forderungen für die Übertragung der Haushälfte sowie aus Unterhaltsansprüchen im Trennungsjahr. Außerdem strebte sie eine Änderung der Umgangsregelung an, das Kind sollte zukünftig nur noch jedes zweite Wochenende beim Vater sein anstatt wie bisher jede zweite Woche.

Tat von langer Hand geplant

Daraufhin habe Matthias K. beschlossen, seien Frau umzubringen und dies von langer Hand geplant. Schon zehn Tage vor der Bluttat soll er auf dem Anwesen Bodenfliesen entfernt, den Estrich aufgestemmt und eine Grube ausgehoben haben. Damit seine damalige Lebensgefährtin nicht im Wege war, habe er sie zum Verlassen des Hauses bewegt. Am Tag vor der Tat soll er den Flur mit Malervlies ausgelegt haben. Am 17. Juli habe er sich beim Arbeitgeber krank gemeldet. Er soll dann seine Frau unter einem Vorwand ins Haus gelockt und dort im engen Flur, mit zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen in Kopf, Hals und Rumpf getötet. Anschließend habe er das Handy des Opfers mit einem Hammer zerstört. Er habe die Ermordete mit dem Vlies in die vorbereitete Grube gezwängt, das Messer und das Handy dazugelegt und mit Aushub verfüllt und anschließend mit Schnellbeton verschlossen. Um sich ein Alibi zu geben, habe er dem Opfer noch eine WhatsApp geschickt mit der Frage, warum sie nicht gekommen sei. Am Folgetag habe er den Boden neu verfliest.

Habgier und Heimtücke

Aufgrund der Gesamtumstände, der finanziellen Motive sowie der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers handele es sich um einen Mord aus Habgier, Heimtücke und niedrigen Beweggründen.

Nach dem Verlesen dieser ebenso ausführlichen wie erschütternden Anklageschrift ergriff wieder Richter Stehlin das Wort. Er machte die Verfahrensbeteiligten darauf aufmerksam, dass dieser erste Verhandlungstag kurzfristig zur Fristwahrung anberaumt worden sei und deshalb heute nur die Anklage verlesen worden sei. Denn spätestens sechs Monate nach Beginn der U-Haft muss der Prozess beginnen. Er schließe deshalb für heute die Verhandlung, fragte aber zuvor den Angeklagten, ob er am nächsten Termin aussagen wolle. Der Beschuldigte beriet sich kurz mit seiner Verteidigerin Marion Faust und ließ dann mitteilen, dass er sich am nächsten Verhandlungstag zur Sache einlassen werde.

Nach einer guten halben Stunde wurde der Saal schon wieder geräumt. Kommende Woche stehen die nächsten Termine an.

-SCHÜ-

Fotogalerie: Mahnwache zum Mord an Anna vor dem Amtsgericht Koblenz

Foto: alle SCH

zurück zum Artikel
Video: Mahnwache für Anna in Koblenz
Es waren berührende Szenen: Im Gedenken an Anna, die im Juli 2025 in Bad Neuenahr-Ahrweiler Opfer eines Mordes wurde, fand gestern eine Gedenkveranstaltung statt. Rund 100 Menschen versammelten sich am Tag vor Beginn der Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Koblenz, um gemeinsam zu erinnern und ein Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität zu setzen. Video: S
zurück zum Artikel

Ein Bild der getöteten Anna aus Gimmigen: am Vorabend der Verhandlung fand in Koblenz eine Mahnwache statt. Foto: SCH

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Biker: Ich bin den Radweg am Wochenende gefahren. Tatsächlich fragt man sich, warum man keinen Weg nach Mayen gefunden hat. Als Ortskundiger war das zwar kein Problem, aber darum geht es ja nicht. Von Mayen...

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 6

  • Annette Saal: In Nickenich, Montfort L‘ Amaury Platz
  • Schmitz, P: Die illegale Abfallentsorgung nimmt leider Überhand. Habe schon mehrere Male Firmenmitarbeiter von ausländische klingenden Firmen bei mir am Glas Container in der Straße aufgefordert ihren Müll wieder au zu laden.
Dauerauftrag
Bauschutt-Container Anzeige
Kirmes in Weißenthurm
Stellenanzeige
Innovatives rund um Andernach
Hafenkonzert Brohl
Hafenkonzert Brohl
Imageanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
1102

Koblenz. Aufgrund zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen sowie eines zwischenzeitlichen Hochwasserereignisses verschiebt sich der finale Abschluss der B 49 zwischen Koblenz-Moselweiß und Koblenz-Lay mit Anbau eines neuen Rad- und Gehweges nach aktuellem Stand voraussichtlich auf Ende Oktober 2026.

Weiterlesen

Freude in Heppingen und Gimmigen: mit dem offiziellen Spatenstich konnte der Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen werden. Foto: DU
292

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Heppingen/Gimmigen. Freude bei den Menschen in Heppingen und Gimmigen und ganz besonders bei den Feuerwehrfrauen- und Männern beider Orte: mit dem kürzlich erfolgten Spatenstich wurde offiziell mit dem Bau des dringend benötigten neuen Feuerwehrhauses an der Landskroner Straße am westlichen Ortsausgang von Heppingen begonnen. Die zuvor als jeweils eigenständige Einheiten aktiven...

Weiterlesen

Die Kläranlage in Sinzig wurde nach der Flut provisorisch repariert und soll ihren Dienst noch bis etwa 2032 versehen. Foto: GS
357

Remagen/Sinzig. 300 Meter Luftlinie von Kripp entfernt wird auf einem Areal von sieben Hektar im südlichen Stadtgebiet von Remagen eine der modernsten und nachhaltigsten Abwasserreinigungsanlagen Europas neu gebaut. Bauherr ist der Abwasserzweckverband (AZV) Untere Ahr, dem die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Stadt Remagen, Stadt Sinzig, Teile der Gemeinde Grafschaft sowie der Verbandsgemeinde Altenahr und die Verbandsgemeinde Bad Breisig angehören.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
30

Lierscheid. Die Polizeiinspektion St. Goarshausen wendet sich nach einem Diebstahl auf dem Friedhof in Lierschied an die Bevölkerung und bittet um Hinweise. Zwischen dem 24. und 26. Mai 2026 wurde dort ein wertvolles bronzenes Gedenkkreuz von unbekannten Tätern gestohlen. Die Ermittler sind auch auf der Suche nach weiteren möglichen Geschädigten, da bei Metalldiebstählen auf Friedhöfen oft mehrere Gräber betroffen sind.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Daueranzeige 2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Rigomagvs-Fest
Kirmes in Weißenthurm
Fit für`s Alter?
Kirmes in Weißenthurm
Tag der offenen Tür der FFW Oberwinter, 30.05.26
Tag der offenen Tür der FFW Oberwinter, 30.05.26
Brohler Hafenfest
Stellenanzeige Verkäufer/in
Rechnungssplitting Weinmarkt an der Ahr
Gegengeschäft
Stellenanzeige Haushaltshilfe