Allgemeine Berichte | 24.08.2020

Schaurige Geschichten im b-05

21 Jahre danach: Gerhard Starke präsentiert die Morde von Remagen

Debütroman ein gelungenes Werk

Mit Corona-Abstand lauschten die Krimifans den spannenden Ausführungen des Autors. Fotos: MIH

Montabaur. Gebannt blickten rund 30 Augenpaare auf den Autor und Kriminalhauptkommissar a. D. Gerhard Starke, der in der vergangenen Woche aus seinem Buch „Die Morde von Remagen“ im Kultur- und Naturerlebniszentrum b-05 in Montabaur las.

Die Bilder über die blutige Vorgehensweise, den Vierfachmord, die Bilder am Tatort in Remagen sowie der achtmonatigen Flucht Dieter Zurwehmes quer durch Deutschland, brannten sich an diesem lauschigen Sommerabend im Montabaurer Wald wohl jedem ins Gedächtnis. Mucksmäuschenstill war es unter den Gästen, die an Starkes Lippen klebten, um ja kein Wort zu verpassen. Illusionslos schilderte er die brutale und erbarmungslose Vorgehensweise des Schwerverbrechers, mehrfachen Mörders und Vergewaltigers Dieter Zurwehme. Die Brutalität des Täters an diesem Abend greifbar in der Luft.

Bei seinem Vortrag stockte Starke immer mal wieder kurz, vielleicht um das Gesagte wirken zu lassen, vielleicht aber auch, weil er als Hauptermittler selbst wieder die scheußlichen Bilder der blutüberströmten Leichen vor Augen hatte oder sich an die bizarren Situationen in der Vernehmung des Mörders erinnerte. Das war auch nicht verwunderlich, denn schließlich handelt es sich um einen der größten Kriminalfälle der Nachkriegszeit Deutschlands.

Dieter Zurwehme – Das Leben eines Schwerverbrechers

Am Ende standen natürlich die Fragen: Was für ein Mensch ist Dieter Zurwehme?

Wie kam er zu seiner kriminellen Laufbahn? Darauf hatte Starke Antworten. Bereits in seinen Kinderjahren geriet er auf die schiefe Bahn.

Schon in früher Jugend wurde er straffällig. Seine erste Haftstrafe verbüßte er mit 16 Jahren. Mit 30 tötete er erstmals bei einem Raubüberfall. So wurde er 1974 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Dennoch erhielt er wegen guter Führung regelmäßig Hafturlaub und man verlegte ihn in den offenen Vollzug. Von seinem 166.

Freigang kehrte er 1998 allerdings nicht in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld zurück. Mit einem gestohlenen Fahrrad machte er sich damals auf den Weg, der ihn auch nach Remagen führte. Sein Ziel war es, nie wieder ins Gefängnis zu kommen.

Zum Überleben brauchte er natürlich Geld. Geld, das er sich zusammenraubte. Die vier Menschen, die ihm in Remagen zum Opfer fielen, suchte er nicht gezielt aus. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort.

Nachdem er diese vier Morde begangen hatte, begann die deutschlandweite Jagd auf den Verbrecher. Auf seiner Flucht, die ihn bis an den Bodensee und nach Cuxhaven führte, gelang es ihm immer wieder durch das Netz der Polizei schlüpfen, den Fahndern zu entkommen. Diejenigen, die damals das Geschehen in den Medien verfolgten, haben sicher noch die Bilder des umstellten Maisfeldes vor Augen, aus dem es Zurwehme schaffte, zu fliehen. Letztlich gelang die Festnahme recht unspektakulär.

Im August 1999 wurde Zurwehme von einem Autofahrer in Greifswald erkannt. Nach Eintreffen der Polizei ließ er sich widerstandslos festnehmen und wurde zum Polizeipräsidium nach Koblenz überführt, wo er von Gerhard Starke verhört wurde. Das Landgericht Koblenz verurteilte den Serienmördern wegen diverser Delikte im Juni 2000 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Seitdem ist er in der Justizvollzugsanstalt Bochum inhaftiert.

Präsentation des Debütromans

Nach der Pause wurde es dann etwas lockerer im b-05. Der Autor stellte seinen kürzlich erschienen ersten Roman „Sie sollten doch nur tanzen“, ein Kriminalroman aus Koblenz und dem Westerwald vor, ein unterhaltsames Werk aus der Feder des Ermittlerprofis, eine verzwickte, höchst spannende Geschichte, in der bis zum Schluss offen bleibt, wer wirklich die Strippen zieht und für den Mord verantwortlich ist.

MIH

Zum Schluss hatten die Besucher noch die Möglichkeit, ein handsigniertes Buch zu erstehen und sich mit dem Autor auszutauschen.

Zum Schluss hatten die Besucher noch die Möglichkeit, ein handsigniertes Buch zu erstehen und sich mit dem Autor auszutauschen.

Gerhard Starke teilte seine Impressionen über den Vierfachmord von Remagen mit den Lesungsgästen.

Gerhard Starke teilte seine Impressionen über den Vierfachmord von Remagen mit den Lesungsgästen.

Mit Corona-Abstand lauschten die Krimifans den spannenden Ausführungen des Autors. Fotos: MIH

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