Allgemeine Berichte | 31.10.2025

Kreisveterinäramt ruft Halterinnen und Halter zur Vorsicht auf

31.10.: Geflügelpest im Kreis Ahrweiler nachgewiesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com

Kreis Ahrweiler. Auch im Landkreis Ahrweiler wurde nun ein erster Fall von Geflügelpest nachgewiesen. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) hat das Seuchenvirus bei einem toten Kranich diagnostiziert. Auch wenn damit die Seuche derzeit nur bei einem ersten Wildvogel bestätigt ist, muss davon ausgegangen werden, dass weitere Wildvögel bereits an der Seuche verendeten. Wenn aasfressende Greifvögel deren Kadaver aufnehmen, besteht die Gefahr, dass das Virus weiterverschleppt wird und schlimmstenfalls Geflügelbestände infiziert werden. Aber auch andere Wildvogelarten wie beispielsweise Reiher, Rabenvögel sowie Wildenten und -gänse können durch Ausscheidungen das Virus direkt in Ställe eintragen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft das Risiko für Ausbrüche der Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – sowohl in Geflügelhaltungen als auch bei Wildvögeln derzeit als hoch ein. Nach Angaben des Instituts breitet sich das Virus unter Wildvögeln und Geflügel in Deutschland weiter aus. Aufgrund der intensiven Zugaktivität von Kranichen und anderen Wildvögeln sei insbesondere in den Herbstmonaten mit einer weiteren Ausbreitung der Infektion zu rechnen. Tauben und Singvögel sind kaum empfänglich für die Geflügelpest und spielen bei der Verbreitung des Virus nur eine untergeordnete Rolle.

Oberste Priorität muss der Schutz des Hausgeflügels und die Vermeidung einer Einschleppung der Aviären Influenza in private und gewerbliche Geflügelhaltungen sein. Hierzu weist das Veterinäramt der Kreisverwaltung Ahrweiler auf die konsequente Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen hin. Besonders gefährdet sind Haltungen mit Zugang zu offenen Gewässern oder Auslauf ins Freie. Das Veterinäramt empfiehlt folgende Schutzmaßnahmen für Geflügel:

- Wenn möglich, Aufstallung des Hausgeflügels.

- Fütterung des Hausgeflügels nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen.

- Futter, Einstreu und Geräte für Wildvögel unzugänglich lagern.

- Tränken ausschließlich mit frischem Leitungswasser befüllen – kein Oberflächenwasser (beispielsweise Regenwasser oder aus Bächen) verwenden.

- Keine Speisereste, Eierschalen oder Grünfutter von Wiesen und Äckern verfüttern.

- Stalleigene Kleidung und Schuhwerk nur im Stall verwenden, Stall- und Straßenkleidung trennen.

- Alle Gerätschaften regelmäßig reinigen und desinfizieren.

- Schadnagerbekämpfung konsequent durchführen.

- Zugänge zur Geflügelhaltung vor unbefugtem Betreten von Personen sichern.

Was ist die Aviäre Influenza (Geflügelpest)?

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die insbesondere Hühner, Puten, Enten und Gänse betrifft. Virusvarianten wie H5N1 oder H5N8 sind hochpathogen, was bedeutet, dass sie bei Tieren zu schweren Krankheitsverläufen mit hoher Sterblichkeit führen.

Wie wird das Virus übertragen?

Das Virus kann nicht nur durch direkten Kontakt mit infizierten Wildvögeln, sondern auch über kontaminierte Materialien wie Einstreu, Futter, Kleidung oder Gerätschaften übertragen werden. Auf unbelebten Oberflächen kann der Erreger bei 20 Grad bis zu einer Woche, bei 4 Grad sogar bis zu einem Monat überleben.

Was tun bei Verdachtsfällen?

Bei Auffälligkeiten im Bestand – etwa Atemnot, Apathie, Durchfall, deutlicher Rückgang der Legeleistung oder plötzliche Todesfälle – ist unverzüglich das zuständige Veterinäramt zu informieren. Geflügelhalter (auch Hobbyhalter) sind gesetzlich verpflichtet, jeden Verdacht auf eine anzeigepflichtige Tierseuche zu melden.

Fund von toten Wildvögeln

Tote oder kranke Wildvögel sollten nicht angefasst oder mitgenommen werden. Jeder Fund eines toten Wasservogels oder Greifvogels ist dem Veterinäramt unter Angabe von Funddatum und Fundort (möglichst mit GPS-Koordinaten) per E-Mail an vetamt@kreis-ahrweiler.de zu melden. Von dort werden Bergung und Untersuchung veranlasst.

Auswirkungen auf den Menschen

Eine Infektion des Menschen ist zwar grundsätzlich möglich, setzt aber engen Kontakt zu infiziertem Geflügel voraus. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist das Risiko für die Bevölkerung sehr gering. In Deutschland ist laut RKI bisher kein Fall von aviärer Influenza bei Menschen bekanntgeworden. Trotzdem gilt: Wer einen toten oder kranken Wildvogel findet, darf ihn auf keinen Fall berühren – auch um das Virus nicht weiterzutragen. Auch der Kontakt von Haustieren (wie Hunden beim Spazierengehen) mit kranken oder verstorbenen Vögeln sollte unbedingt vermieden werden. Weitere Informationen unter https://lua.rlp.de/unsere-themen/tiergesundheit-tierseuchen/tierseuchenbekaempfung/aviaere-influenza.

Registrierung von Geflügelhaltungen

Alle Geflügelhalter – unabhängig von der Anzahl der Tiere und der Art der Haltung – sind verpflichtet, ihre Geflügelhaltung beim Veterinäramt anzumelden.

Zum aktuellen Zeitpunkt besteht kein Anlass zu Bedenken. Die Lage wird fortlaufend vom Veterinäramt Ahrweiler sowie den zuständigen Fachinstituten überwacht.

Symbolbild. Foto: pixabay.com

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Matthias Klinkner: Unsere Jubiläumsveranstaltung konnte mit einer Rekordanzahl an Finishern (1.351 in allen Läufen) abschließen; auch Dank Eures erneuten Einsatzes. Ich wünsche weiterhin sportlichen Erfolg.

Kolping-Auszeit im Vogelsbergdorf in Herbstein

  • Michael X: Das Titelbild ist sehr interessant. Wer hat es auf den Kopf gestellt?
  • Krechel Martha: Hallo, ich möchte gerne wissen wann das nächste Fahrsicherheitstraining statt findet. LG Martha Krechel
Dauerauftrag
Image Anzeige
Image Anzeige
Anzeige Uhren Vintage
Anzeige "Rund ums Haus"
Mitarbeiter/in als Kehrmaschinenfahrer/in (m/w/d)
Maikirmes in Grafschaft-Oeverich, 14. – 18.05.26
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Empfohlene Artikel
Amy Lopez wurde heimtückisch ermordet.  Foto: Polizei
424

Koblenz. Im Fall der am 26.09.1994 in der Nähe des Felsenwegs am Aufgang zur Festung Ehrenbreitstein in Koblenz getöteten 24-jährigen amerikanischen Touristin Amy Lopez hat die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den am 23.02.2026 festgenommenen 81-jährigen Mann Anklage zum Landgericht Koblenz erhoben.

Weiterlesen

Die fünfte Jahreszeit liegt Selina am Herzen.  Foto: privat
564

Saffig. Ehrenamtliches Engagement lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihre Leidenschaft mit anderen teilen. Eine von ihnen ist Selina Breidling. Die 36-Jährige ist in Saffig aufgewachsen, besuchte dort Kindergarten und Grundschule und lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Miesenheim. Seit vielen Jahren prägt sie das Vereinsleben der Karnevalsgesellschaft Saffig maßgeblich mit.

Weiterlesen

Schwere Zerstörung im Rhein-Sieg-Kreis nach der Flut 2021. Foto:JOST
72

Rhein-Sieg-Kreis. Die Beratungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises zur Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe 2021 bleiben bis Ende 2026 zugänglich. Personen, die bereits einen Antrag auf Wiederaufbauhilfe beim Land gestellt haben, können sich bis zu diesem Zeitpunkt zur ordnungsgemäßen Erstellung des notwendigen Verwendungsnachweises beraten lassen, der erforderlich ist, um den Förderantrag abzuschließen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
33

Bad Ems. Am Dienstagabend, dem 12. Mai, kam es gegen 19.30 Uhr zu einem größeren Polizeieinsatz in den Räumlichkeiten der Polizeiinspektion Bad Ems. Im dortigen Schleusenbereich randalierte eine männliche, 45-jährige Person aus Bad Ems. Zwischenzeitlich hielt die Person dabei ein etwa 30 cm langes Messer in der Hand und schlug im ansonsten leeren Schleusenbereich um sich.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
33

Minderjährigen mehr als 40 Straftaten vorgeworfen

13.05.: Zwei 14-jährige mutmaßliche Räuber und Schläger festgenommen

Köln. Die Kripo Köln hat am frühen Mittwochmorgen (13. Mai) Untersuchungshaftbefehle gegen zwei 14-Jährige sowie vier richterliche Durchsuchungsbeschlüsse in ihren und weiteren Wohnungen in Mülheim, Humboldt-Gremberg und Buchheim vollstreckt. Nach zahlreichen Gewaltdelikten hatte das für jugendliche Intensivtäter zuständige Kriminalkommissariat 43 eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. In sämtlichen Wohnungen stellten die Fahnder Beweismittel wie Mobiltelefone sicher.

Weiterlesen

Beim Teileinsturz bildete sich ein Loch von rund einem halben Meter Breite. Foto: DU
23

Historisches Gewölbe weist verminderte Standsicherheit auf

Niederhutstraße: Mühlenteich-Schäden stoppen Wiederaufbau

Ahrweiler. Der Nach-Flut-Wiederaufbau der Niederhutstraße bleibt für Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen weiterhin Geduldsprobe und Herausforderung. Der Einsturz eines Teilstücks der historischen Gewölbedecke des in diesem Bereich unterirdisch verlaufenden Mühlenteichs und ein daraus resultierender kleinteiliger Einsturz der Straßenoberfläche in der Niederhut nahe des Marktplatzes direkt vor...

Weiterlesen

Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kirmes in Kripp
Image
Muttertag
Titelanzeige
Imageanzeige
125-jähriges Jubiläum - Aktionsanzeige
Pädagogische Pflegerische Gruppenleitung
Stellenanzeige Schneiderin
Stellenanzeige Physiotherapie
Media-Auftrag 2026/27