Allgemeine Berichte | 04.02.2026

Wenn die Ticketkontrolle das Leben kostet

36-jähriger Bahnmitarbeiter stirbt nach Angriff eines „Schwarzfahrers“ an seinen Verletzungen

Symbolbild.

Region. Polizisten, die im Dienst beleidigt und angegriffen werden, Rettungskräfte, die bei Einsätzen behindert und beschimpft werden und Bahnmitarbeitende, die in ihrer täglichen Arbeit immer wieder aggressiven Reaktionen der Fahrgäste ausgesetzt sind: Das gesellschaftliche Klima und der Umgang mit Menschen im öffentlichen Dienst und Uniform kann besonders rau sein, ist mitunter gefährlich und endete nun für einen Zugbegleiter aus Ludwigshafen tödlich.

Im Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg führte der 36-Jährige eine Ticketkontrolle durch und ertappte dabei einen Fahrgast ohne Ticket. Als der Zugbegleiter den Mann aufforderte, den Zug zu verlassen, griff dieser den Bahnmitarbeiter an.

Nachdem Passagiere vor Ort erste Hilfe geleistet hatten, wurde der Schwerverletzte im Anschluss vom Rettungsdienst in das Uniklinikum Homburg gebracht. Dort verstarb der Zugbegleiter heute infolge des Angriffs an seinen Verletzungen.

Ansteigende Gewalt gegenüber Bahnmitarbeitenden

„Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück“, so der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und seine saarländische Kollegin Anke Rehlinger. „Unsere Gedanken sind bei der Familie, allen Angehörigen und den Freundinnen und Freunden des getöteten Bahnmitarbeiters“, sagten Rehlinger und Schweitzer in einer Pressemitteilung.

Die Tat sei ein furchtbarer Ausdruck einer seit langem ansteigenden Aggressivität bis hin zu Gewalt gegenüber Zugbegleitern, so die beiden Regierungschefs. Sie appellieren an alle Beteiligten, sich zusammenzutun, um Zugbegleiter und Fahrgäste künftig besser zu schützen.

Auch Gordon Schnieder, Vorsitzender der CDU Landtagsfraktion äußerte sich zu dem schrecklichen Vorfall: „Die Nachricht vom Tod des Zugbegleiters lässt mich erschrocken und in tiefer Trauer zurück. In dieser schweren Stunde sind meine Gedanken bei der Familie, den Angehörigen und Freunden des Opfers – ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl. Ich bin fassungslos.“

Angriff auf Menschen in Uniform

Schnieder sieht in der Tat einen Angriff auf die Gesellschaft und Menschen in Uniform: „Der junge Mann hat seine Arbeit gemacht – Fahrkarten kontrolliert – dabei wurde er brutal angegriffen. Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Solch ein Angriff ist ein Angriff gegen uns alle. Immer häufiger werden Uniformierte – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst – Opfer von Gewalt. Wir nehmen wahr, dass die Hemmschwelle für Beleidigungen, Bedrohungen und Attacken sinkt – Verrohung hat viele Gesichter. Sie ist ein großes gesellschaftliches Problem. Daher ist es unsere Pflicht, solchen Angriffen entschlossen entgegenzutreten.“

Mobilitätsministerin Kathrin Eder sieht in der Tat eine brutale Überschreitung aller Grenzen des Miteinanders und fügt hinzu: „Gewalt gegen Mitarbeitende in der Bahn ist in keiner Weise hinnehmbar und muss mit aller Konsequenz verfolgt werden.“ Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter hatte auch sie erschüttert: „Meine Gedanken sind bei dem verstorbenen Familienvater und seinen Angehörigen.“

Der Familie des Opfers werde nun auch der Opferschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz Unterstützung anbieten, heißt es in einem Statement der Staatskanzlei.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags durch den Schwarzfahrer hat die zuständige Kriminaldirektion Kaiserslautern beim Polizeipräsidium Westpfalz bereits übernommen. RRO

Symbolbild. Foto: SZ-Designs - stock.adobe.com

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

WiderSPRUCH: Das neue Kleid von Sankt Laurentius

  • Dietmar Muenster: Alles in allem bin ich sehr enttäuscht,was ist aus der schönen Kirche bloß geworden?
  • Anna-Maria Smits : Sehr geehrter Herr Pacyna-Heinen , Was ist der Sinn dieser verspäteten Kritik? Wissen Sie wieviel Arbeit es ist, eine Kirche zu restaurieren? Unsere Martin-Luther-Kirche ist von der Wiedereröffnung noch weit entfernt.
  • Vali: Woher willst du denn wissen, wie alt der oder die Täter war(en)? Weißt du mehr als die Polizei?
  • Bea: Es wird immer schlimmer, die Täter immer jünger. Was für eine Erziehung hatten die Jugendlichen?

Ausflug zum Albertinum nach Mendig

  • Herbert und Hannelore Theiler!: Wir hatten alle einen schönen Tag im Albertinum geselliges beisammen sein! Das Museum war sehr interessant mit der Vielfalt an Steinen Sammlungen! Das Essen und die Getränke waren genug vorhanden! Auch der Kaffee und Kuchen haben allen geschmeckt!
Dauerauftrag 2026
Physiotherapeut/in (m/w/d)
GO Azubi Messe
Azubi Messe Go bei Blick aktuell
Azubimesse Go
Stellenanzeige Berufskraftfahrer
Stellenanzeige Zahntechniker
Experten für Recht, Versicherungen und Vorsorge
"Harald Schweiss"
Empfohlene Artikel

Mayen. Damit die elektronische Patientenakte (ePA) nicht zur Hürde, sondern zur Erleichterung wird, werden in Rheinland-Pfalz sogenannte „ePA-Coaches“ eingesetzt, um Seniorinnen und Senioren bei einem sicheren Umgang in der digitalen Gesundheitswelt zu unterstützen.

Weiterlesen

Mayen. Dieses Jahr gibt es eine ganz besondere Premiere in Mayen. Zum ersten Mal findet eine Party nur von und für Frauen im Basalt 25 am 7. März statt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Der Stadtrat hat ein neues Parkraumkonzept festgelegt

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Anpassung der Parkgebühren

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im vergangenen November wurde im Stadtrat ein neues Parkraumkonzept und in diesem Zusammenhang auch eine neue Gebührenordnung für das Parken im Stadtgebiet beschlossen. Am Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. Februar, werden auf Grundlage der neu festgesetzten Zonen und Tarife die Gebühren an den Parkscheinautomaten im Stadtgebiet sowie in der Anwendung PayByPhone („Handyparken“) daher angepasst.

Weiterlesen

Allgemeine Berichte

Kommunales Kino Andernach

Andernach. Am Dienstag, 17. Februar 2026 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30) zeigt das Kommunale Kino Andernach im Gemeindesaal der Christuskirche Andernach (Eingang Läufstraße) eine unterhaltsame und witzige Komödie über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Tom, der in Buenos Aires in einem Jungeninternat als Englischlehrer angestellt ist, hat es anfänglich schwer, in den Unruhen nach dem Militärputsch seine Schüler für sein Fach und sich zu begeistern.

Weiterlesen

DA bis auf Widerruf
Betriebselektriker
Anzeige Messe Go
3+1 Aktion
MA Hauswirtschaft Küche
Anzeige Infotag 07.02.2026
Titelanzeige
Stellenanzeige Jugendpfleger/in u. Azubi Kauffrau Tourismus
Rosenmontag in Brohl
Experten für Recht
Gegengeschäft
VW Fahrzeugangebote
Lossprechungsfeier der KFZ Innung Ahrweiler