Mayen verabschiedet sich von Mario Adorf
Abschied von einem Ehrenbürger
Mayen. In der Stadt Mayen fanden zwei eindrucksvolle Veranstaltungen statt, um dem verstorbenen Ehrenbürger und international gefeierten Schauspieler Mario Adorf zu gedenken, der am 8. April im Alter von 95 Jahren verstarb. In Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Lukas Mayen, der Evangelischen Kirchengemeinde Mayen und dem Corso-Kino wurde Adorf, der seiner Heimatstadt zeitlebens eng verbunden blieb, gewürdigt.
Den Beginn der Gedenkveranstaltungen markierte ein ökumenischer Gottesdienst am Freitag, dem 17. April, in der Clemenskirche. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger besuchten die Zeremonie, um gemeinsam innezuhalten, Erinnerungen zu teilen und Abschied zu nehmen. Unter der Mitwirkung des Städtischen Orchesters und von Fahnenabordnungen Mayener Vereine wurde das Leben und Wirken des großen Künstlers gewürdigt. Viele Anwesende nutzten die Gelegenheit, sich in ein ausgelegtes Kondolenzbuch einzutragen und ihre persönliche Anteilnahme auszudrücken.
Am Sonntag, dem 19. April, fand im Corso-Kino eine besondere Filmvorführung statt, die einen weiteren bewegenden Akzent des Gedenkens setzte. Gezeigt wurde der Film „Der letzte Mentsch“, in dem Mario Adorf in einer seiner eindrucksvollsten Rollen zu sehen ist. Viele Filmfreunde folgten der Einladung zu diesem intensiven Drama, das die Geschichte eines Holocaust-Überlebenden erzählt und Themen wie Erinnerung, Identität und Versöhnung aufgreift. Die Rückkehr des Films an den Ort, wo er bereits 2014 in Anwesenheit von Adorf präsentiert worden war, verlieh der Veranstaltung eine besondere emotionale Bedeutung. Adorfs darstellerische Leistung wurde erneut als außergewöhnlich eindringlich und nuanciert wahrgenommen und bewegte das Publikum sichtlich.
Oberbürgermeister Dirk Meid betonte die besondere Bedeutung Adorfs für die Stadt: „Mit Mario Adorf verliert Mayen nicht nur einen herausragenden Schauspieler, sondern auch einen Menschen, der seine Wurzeln nie vergessen hat. Er war ein Botschafter unserer Stadt in der Welt und hat Generationen von Menschen mit seinem Wirken berührt.“
Beide Veranstaltungen verdeutlichten die enge Verbindung zwischen Mario Adorf und seiner Heimatstadt bis zuletzt. Sie boten vielen Menschen die Möglichkeit, gemeinsam Abschied zu nehmen und das beeindruckende Lebenswerk eines außergewöhnlichen Künstlers zu würdigen.
BA
Filmvorführung „Der letzte Mentsch“ im Corso-Kino. Foto: FOTO SEYDEL
