Allgemeine Berichte | 17.10.2025, 08:35 Uhr

Das Landesamt für Geologie und Bergbau bewertet die aktuellen Erdbeben-Ereignisse am Laacher See

Aktuelle Erdbeben am Laacher See - keine akute Gefahr

Der Laacher See.Foto: Markus Volk - stock.adobe.com
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Maria Laach. Am 15. Oktober und am 10. Oktober sind mehrere Erdbeben rund um den Laacher See aufgetreten. BLICK Aktuell hat beim Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz nachgefragt, wie dieses wiederholte Auftreten zu bewerten ist.

Das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) erläutert, dass es in der vergangenen Woche mehrere sogenannte DLF-Erdbeben (Deep Low-Frequency), also niedrigfrequente Erdbeben in der unteren Erdkruste und dem oberen Erdmantel unter der Osteifel gegeben hat. Diese stehen sehr wahrscheinlich mit der Bewegung magmatischer Fluide in Verbindung. Solche Erdbeben treten episodisch immer wieder in der Osteifel auf. Im Ergebnis lassen die Tiefe der Ereignisse und ihre niedrige Frequenz auf magmatische Fluide schließen.

Das Landesamt für Geologie und Bergbau bewertet die aktuellen Ereignisse wie folgt:

"Wir können ausschließen, dass der Erdbebenschwarm in direktem Zusammenhang mit einer Magmabewegung gestanden hat. Das bedeutet, dass aus den seismischen Ereignissen der letzten Tage keine akute Gefahr für die Bevölkerung abgeleitet werden kann."

Diese Aussage ist wie folgt begründet:

1. Für einen unmittelbaren Zusammenhang des Erdbebenschwarms in der Nacht von Donnerstag 9. Oktober auf Freitag 10. Oktober 2025 zu den aktuellen DLF-Erdbeben gibt es keine Belege. Sowohl DLF-Erdbeben als auch kleinere hochfrequente Erdbebensequenzen sind auch in der Vergangenheit mehrfach und vor allem unabhängig voneinander aufgetreten. Die Besonderheit des Erdbebenschwarms Ende der vergangenen Woche war die Lage innerhalb der Caldera des Laacher Sees Vulkans (LSV).

2. Insgesamt hat das LGB innerhalb von etwa 12 Stunden über 300 sehr schwache Erdbeben mit Magnituden bis etwa 1 (das ist weit unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsgrenze) festgestellt. Die Ereignisse haben in einem Tiefenbereich zwischen 7 und 9 km stattgefunden. Hinweise auf eine zeitliche Veränderung der Herdtiefen konnten nicht festgestellt werden. Deswegen liegen keine Hinweise auf etwaigen Magmabewegung vor!

3. Das LGB vermutet, dass die aktuelle Schwarmaktivität im Zusammenhang mit mutmaßlichen CO2-Entgasungen steht, wie sie aus früher detektierten Erdbebenschwärmen am Laacher See bekannt sind. Eine weitere Möglichkeit der Ursache stellen lokale Spannungsänderungen dar, welche vulkan-tektonischen Ursprungs sein können, wie zum Beispiel Druckänderungen im tieferen magmatischen System.

4. Es wurden bislang keine systematischen Muster in der Erdbebenaktivität am Laacher See festgestellt, wie sie weltweit üblicherweise vor Vulkanausbrüchen gemessen werden.

Weitere Informationen

Das Landesamt für Geologie baut seit etwa 25 Jahren systematisch den Landeserdbebendienst auf und aus. Die Erdbebenüberwachung in der Osteifel hat das Landesamt für Geologie und Bergbau erst vor gut 15 Jahren auf den technischen Stand gebracht, der die Messung sowohl von DLF-Erdbeben als auch kleinsten Schwarmbebenereignissen erlaubt. Das ist der Grund dafür, dass keine Aufzeichnungen über vergleichbare Erdbebenaktivitäten vor dieser Zeit verfügen.

Diese haben aber sehr wahrscheinlich auch früher stattgefunden. Mit den modernen Überwachungssystemen des Landesamts für Geologie und Bergbau und durch wissenschaftliche Untersuchungen akademischer Projektpartner (z.B. GFZ) ist das Landesamt für Geologie und Bergbau heute besser in der Lage, die vulkanischen Aktivitäten in der Eifel zu verstehen. Feinere Sensorik und modernere wissenschaftliche Methodik führen dazu, dass neue Aktivitätsmuster in der Eifel entdeckt werden können. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Aktivität in der Eifel maßgeblich geändert hat.

Zusammenfassend kann Folgendes festgehalten werden:

• Das magmatische System unter dem Laacher See ist noch aktiv.

• Der Eifelvulkanismus ist somit nicht erloschen; er ist vielmehr langzeit-schlafend.

• Gelegentlich auftretende Erdbebenschwärme, wie zuletzt in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2025, lieferten bislang keine Hinweise auf einen potenziellen Magmenaufstieg.

• Wissenschaftliche Untersuchungen zum besseren Verständnis des magmatischen Systems des Laacher Sees laufen bereits seit einigen Jahren und werden aktuell fortgeführt. Das gesamte Bundesland Rheinland-Pfalz wird rund um die Uhr seismisch überwacht; die Eifel sehr engmaschig. Damit ist das LGB in der Lage, frühzeitig potenziell gefährliche Lagen zu erkennen.

SvM

Der Laacher See. Foto: Markus Volk - stock.adobe.com Foto: Markus Volk - stock.adobe.com

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