Doppelwandige Pils-Pipeline im Westerwald sorgte für kaltes Bier:
Archäologisches Wunder: „Wäller Hopfen-Trasse“ bei A48-Arbeiten gefunden
Höhr-Grenzhausen. Wer in den letzten Tagen über die A48 pendelte, hat sich gewundert, warum die Arbeiten am neuen Brückenbauwerk bei Höhr-Grenzhausen stockten. Nun ist die Katze aus dem Sack: Bei den Fundamentarbeiten für die neuen Pfeiler stießen die Bagger in zehn Metern Tiefe auf eine historische Sensation – die „Wäller Hopfen-Trasse“.
Das „flüssige Gold“ floss unter der Autobahn
Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege bestätigten heute Morgen am 1. April, dass es sich um eine massive, doppelwandige Tonrohrleitung aus dem späten 18. Jahrhundert handelt. Diese verlief exakt auf der Trasse der heutigen L307 und diente dazu, das begehrte Westerwälder Bier aus den Brauereien im Hinterland direkt zum Verladehafen am Rhein zu leiten.
„Die Leitung ist ein Meisterwerk der Kannenbäcker-Zunft“, erklärt Baustellenleiter Dipl.-Ing. Gerold Gerstensaft. „Durch die natürliche Kühlung im Westerwälder Schieferboden blieb das Bier über Kilometer hinweg frisch.“
Statt den Bau zu stoppen, plant die Autobahn GmbH nun eine Weltneuheit: Die historische Pipeline soll in die neue Brückenkonstruktion integriert werden. So soll die neue Überführung nicht nur Autos tragen, sondern als „Erlebnis-Brücke“ fungieren.
Bürgerbeteiligung: Test-Trinken heute Nachmittag
Um den Druck in den alten Leitungen zu prüfen, findet am heutigen 1. April um 15:30 Uhr eine öffentliche Druckprüfung statt. Der Clou: Bürger, die ihren eigenen Bierkrug mitbringen, dürfen die „Erstzapfung“ kostenlos verkosten.
