Allgemeine Berichte | 11.08.2025

Arbeiten zur Aufweitung starten im Herbst 2025

Bachem: Die Ahr soll mehr Raum bekommen

Ahr und Ahrufer in Bachem.  Foto: ROB

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Bereich der Bachemer Wiesen und westlich der neuen Bachemer Brücke beginnen im Herbst umfangreiche Erdarbeiten zur Aufweitung der Ahr. Ziel ist es, dem Fluss bei Hochwasser mehr Raum zu geben und so das Risiko zukünftiger Überschwemmungen deutlich zu reduzieren.

Es ergibt sich vor allem ein verbesserter Hochwasserschutz für den Bereich Ahrallee und östliche Otlerstraße. Dazu werden auf den Flächen der Bachemer Wiesen am südlichen Ufer rund 7.000, sowie westlich der Bachemer Brücke beidseits der Ahr rund 600 Kubikmeter Erde abgetragen. Durch den größeren Abflussquerschnitt werden Überflutungen deutlich reduziert.

Kern der Maßnahmen ist der sogenannte Vorlandabtrag, bei dem das angrenzende Gelände am Ufer gezielt verändert wird, um dem Gewässer bei Hochwasser mehr Durchflussraum und Rückhaltevolumen zur Verfügung zu stellen. Zugleich sind dies vorbereitende Arbeiten für die weitere Freiraumgestaltung sowie die Wiederherstellung der Ahr selber.

Der Vorlandabtrag auf den Bachemer Wiesen verbessert vor allem den Hochwasserschutz für die Ahrallee, die bislang sehr früh überflutet wird. Die im Bau befindliche Bachemer Brücke ermöglicht bereits einen deutlich vergrößerten Abfluss der Hochwässer. Damit der Flussraum diese Wassermassen auch stromaufwärts fassen kann, ist ein Vorlandabtrag an beiden Uferseiten auf den öffentlichen Flächen erforderlich. Dies wirkt sich positiv durch reduzierte Überflutungen an der Otlerstraße aus.

Vorbereitungen nahezu abgeschlossen

Die umfangreichen Vorbereitungen stehen kurz vor dem Abschluss. Die Ausschreibung läuft, Prüfungen, Abstimmungen, Berechnungen, digitale Geländemodelle sowie geologische Erkundungen und Bodenanalysen sind erfolgt. Besonders aufwändig war die Kampfmitteluntersuchung, da über 300 Störpunkte entdeckt wurden, die durch Aufgrabungen mit besonderen Schutzvorkehrungen geprüft werden müssen.

Bauausführung: Transport, Umleitungen und Einschränkungen

Der Start der Maßnahme ist im September vorgesehen. Geplant ist der Abtrag auf einer Fläche von etwa 11.000 Quadratmetern mit schwerem Gerät und einer Vielzahl von LKW. Daher ist mit temporären Einschränkungen, Verkehrsbehinderungen und Baulärm zu rechnen.

Im Bereich Bachem muss der Fuß- und Radweg auf der Südseite der Ahr während der Bauzeit umgeleitet werden. Die Nutzung des Parkplatzes an der Kita „Rappelkiste“ soll erhalten bleiben; die geänderten Wege- und Verkehrsführungen werden ausgeschildert. Die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) bittet um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen.

Ergänzende Maßnahmen zur Reduzierung von Hochwasserschäden im Stadtgebiet

Parallel zu dieser Maßnahme werden im gesamten Stadtgebiet Maßnahmen zur Reduzierung von Hochwasserschäden an besonders gefährdeten Stellen sukzessive ergänzt – unter anderem durch Betonlegosteine oder kleinere Erdwälle. Diese kurzfristigen Maßnahmen dienen der Risikominimierung, bis die dauerhafte, hochwasserangepasste Wiederherstellung des Gewässersystems und angrenzenden Freiräume abgeschlossen ist. So hat der Betriebshof bereits Betonsteine entlang der Ahrallee gesetzt. Die nächste Maßnahme durch die AuEG werden Erdarbeiten im Bereich der Lindenstraße sein.

Langfristige Freiraumgestaltung der Bachemer Wiesen

Die aktuelle Maßnahme bildet einen Teil der umfassenden, hochwasserangepassten Gewässerwiederherstellung. Sie unterstützt das Bestreben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, den langfristigen Hochwasserschutz nachhaltig zu verbessern und ist ein weiterer zentraler Baustein im Gesamtkonzept zur Neugestaltung der Ahr. Gleichzeitig schafft die Baumaßnahme die Grundprofilierung für die weitere Freiraumgestaltung der Bachemer Wiesen. Die Freiflächen werden aktuell intensiv weiter geplant, um nach den Gremienbeschlüssen und der anschließenden Ausführungsplanung so rasch als möglich den Bau fortzusetzen. Für die Zwischenzeit werden die Flächen eingesät. Die AuEG setzt das Projekt im Auftrag der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler um.

Weitere Informationen

Wolfgang Niethen

Projektleitung/-steuerung

Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler

Tel. 02641/9058274

wolfgang.niethen@ag-bnaw.de

Weitere Themen

Ahr und Ahrufer in Bachem. Foto: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Titel - Alles für die Schule
Jakobsmarkt Remagen 2026
Immobilienanzeige
Titel-Anzeige
Stellenanzeige Techniker
Imageanzeige, 2. Anzeige "2+1" Aktion
Stellenanzeige Sachbearbeiterin im Veterinärwesen
Empfohlene Artikel
Aufgrund unwegsamen Geländes wurde ein erkrankter Wildcamper mit einem Rettungshubschrauber mit Rettungswinde aus dem Langfigtal gerettet. Foto: Stephan Knieps / FFW VG Altenahr
164

Altenahr. Zu einem technisch und logistisch anspruchsvollen Rettungseinsatz kam es am Donnerstagmorgen, 16. Juli 2026, im Altenahrer Langfigtal. Ein akut erkrankter 20-jähriger Mann musste mittels eines Rettungshubschraubers mit Rettungswinde aus einem schwer zugänglichen Bereich des Naturschutzgebietes gerettet werden. Zusammen mit einem Begleiter hatte er einige Tage dort illegal campiert und erkrankte währenddessen.

Weiterlesen

Im Kurpark von Bad Neuenahr: Pascal Rowald, Gordon Schnieder und Bundeskanzler Friedrich Merz.
1195

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass sich am 14./15. Juli 2021 eine verheerende Flut durch das Ahrtal wälzte, 135 Menschen aus dem Leben riss, zahllose Verletzungen an Leib und Seele forderte, Existenzen, Häuser, Straßen und Wege zerstörte und das ganze Tal nachhaltig veränderte – bis heute. Am fünften Jahrestag der größten Naturkatastrophe der jüngeren deutschen Geschichte gedachte...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Da die Bundesstraße im Bereich der Unfallstelle über eine Hochbrücke verläuft und der Lkw auf der zerstörten Leitplanke direkt vor dem Abgrund stehen geblieben war, gestaltete sich die Bergungssituation als anspruchsvoll.
2839

Altenahr / VG Altenahr. Am heutigen Freitagmorgen wurde die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Altenahr um 09:56 Uhr durch die Integrierte Leitstelle (ILS) Koblenz zu einem Verkehrsunfall mit einem Lkw auf der Bundesstraße 257 in Fahrtrichtung Adenau alarmiert. Die Einsatzstelle befand sich nur wenige hundert Meter vom temporären Standort der Freiwilligen Feuerwehr Altenahr entfernt, unmittelbar hinter dem Übigs-Tunnel.

Von Verbandsgmeindeverwaltung Altenahr Presse- und Öff aus Altenahr

Weiterlesen