„Missa Fortis“ - Lateinischer Rock-Gottesdienst
Band I.N.R.I. bringt leidenschaftliche Rockmusik und Spiritualität in Hambucher Kirche zusammen
Hambuch. Das waren schon außergewöhnliche Klänge, die in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Hambuch an Palmsonntag zu hören waren. Die Dorfakademie hatte zu einem lateinischen Rock-Gottesdienst eingeladen und viele Menschen aller Altersgruppen waren gekommen.
Der Vorsitzende der Dorfakademie, Rainer Ningel, erinnerte sich in seiner Begrüßung an die Gottesdienste seiner Kindheit, in denen es unbedingt ruhig und leise zuzugehen hatte. Musik in der Kirche, das war der vom Orgelklang begleitete Gesang der Gemeinde. Dies schien für alle Zeiten so geregelt.
Als dann in 1960ern erste Gottesdienste mit Rockmusik gestaltet wurden, da glaubten manche Menschen, Zeugen einer Revolution zu sein. Seither hat sich manches verändert und mit Gospel-, Jazz-, Bluesmessen, die sich teilweise auch an afroafrikanischen Spiritual-Messen orientierten, entstand eine wunderbare Bandbreite.
Für den rockigen Sound in der Hambucher Kirche sorgte an diesem Sonntag die Band I.N.R.I., eine siebenköpfige Gruppe von Musikern, die sich seit den 70ern der Rockmusik verschrieben haben. Aus deren Feder stammt auch die Missa Fortis, eine kraftvolle Rockmesse mit lateinischen Gesangstexten, die sich am Ablauf eines Gottesdienstes: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus Dei orientiert. Drums, E-Bass, E-Gitarren, Rockorgel, Akustik-Gitarre und zwei Sänger bewiesen, dass leidenschaftliche Rockmusik, Latein und Kirche keine Gegensätze sein müssen, sondern sich ganz im Gegenteil in einer Art ergänzten, die den Gottesdienstteilnehmern unter die Haut ging.
Die Messe wurde von Pfarrer Wilhelm gehalten, der in seiner Predigt am Beispiel von Don Quichote von La Mancha und dessen Diener Sancho Pansa verdeutlichte, dass Menschen durch unangepasstes Verhalten zwar ins gesellschaftliche Abseits geraten, aber durch ein Einstehen für die eigene Überzeugung, auch gegen Widerstände oder mit dem Risiko sich lächerlich zu machen, Wichtiges bewirken können. Diese kritischen Einlassungen und die laute und fordernde Rockmusik passten aufs Beste zusammen. Gerade der Wechsel zwischen eindrucksvoller Musik und tiefgründiger Spiritualität machte diesen Gottesdienst zu etwas ganz Besonderem. Und so waren sich beim Auszug alle einig. Gott hat viele Möglichkeiten, sich den Menschen mitzuteilen; Rockmusik ist ganz gewiss eine davon.
Im Anschluss blieben viele Besucher noch in der Kirche und machten von dem Angebot der Dorfakademie Gebrauch, diese Rockmesse bei Getränken und Griebenschmalzbroten gemeinsam und miteinander ausklingen zu lassen.
Pressemitteilung der
Dorfakademie Hambuch e.V.
