Verleihung des Bürgerpreises 2017
Besonderes ehrenamtliches Engagement wurde ausgezeichnet
Koblenz. Gemeinsam mit der Sparkasse Koblenz und der Kreissparkasse Mayen haben der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz erneut einen Bürgerpreis ausgeschrieben.
Gesucht waren ehrenamtliche Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen, die zum Thema „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“ passen. Zum vierzehnten Mal wurde mit diesem Bürgerpreis der Einsatz und die Arbeit der Freiwilligen in der Region gewürdigt. Die Jury, bestehend aus Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, MYK-Landrat Alexander Saftig und den Sparkassenvorständen, Matthias Nester (Koblenz) und Karl-Josef Esch (Mayen), haben aus den Bewerbungen die Sieger aus dem Landkreis und der Stadt ermittelt. Die Gewinner wurden jetzt in einer Feierstunde im großen Rathaussaal der Stadt Koblenz geehrt.
Flüchtlingshilfe und Erinnerungskultur
Einen der Preise erhielt Sonja Ayoub-El Ghoul, die einen Großteil ihrer Zeit der Unterstützung arabischsprechender Flüchtlingsfamilien in und um Koblenz widmet. Frau Ayoub wohnt auf der Pfaffendorfer Höhe und hat sich dort den neuen Mitbürgern angenommen. Ihr Engagement wird von allen Beteiligten als überdurchschnittlich beschrieben, sie begleitet die Flüchtlinge nicht nur bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Elternsprechtagen, sie vermittelt auch bei Streitigkeiten unter Flüchtlingen oder mit deutschen Mietern. Neben den Sprachkenntnissen stellt sie auch ganz selbstverständlich ihren privaten PKW zur Verfügung, um die Flüchtlinge zu Terminen zu transportieren. Unterstützung findet sie in der Zwischenzeit auch durch ihre Familienmitglieder. So wäre ohne die Familie Ayoub-El Ghoul die Arbeit mit den Flüchtlingsfamilien erheblich eingeschränkter und der Zugang zu den Flüchtlingen viel schwieriger. Sie ist damit ein wertvolles Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Flüchtlingen. Bei der Übergabe des Preises zeigte sich Frau Ayoub emotional ergriffen, sodass nur ein leises „Danke“ über die Lippen kam. Das zeigt, wie sehr sie sich für ihre ehrenamtliche Tätigkeit einsetzt. Ebenso wichtig, aber ganz dennoch ganz anders ist das Engagement von Joachim Hennig und dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., dem zweiten Preisträger des diesjährigen Bürgerpreises. Hennig gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der sich 1996 formierte. Zunächst betrieb man die Errichtung des Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz. Zudem veranstaltet der Verein jährlich am 27. Januar eine Gedenkfeier sowie mindestens eine Ausstellung an wechselnden Orten in Koblenz, die sich jeweils mit einer Opfergruppe, wie Juden, Sinti, Euthanasieopfern, Sozialisten, religiös Verfolgten und anderen befasst. Ferner trägt er mit Vorträgen zu einschlägigen Themen zum Kampf gegen das Vergessen bei. Der lokale Bürgerpreis ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert, den sich die Preisträger von Stadt und Landkreis teilen. US
Den Bürgerpreis für ihr außerordentliches Engagement erhielten Joachim Hennig und Dr.Jürgen Schumacher (Mitte v.l.) überreicht durch Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (l.) und Sparkassenvorstand Matthias Nester (r.). Fotos: Udo Stanzlawski
