Städtebauliche Erneuerung im Rahmen des Programms „Ländliche Zentren - kleinere Städte und Gemeinden“
Bewilligungsbescheide übergeben
Münstermaifeld, Ochtendung und Polch erhalten jeweils 300.000 Euro
Polch. Hoher Besuch im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld in Polch: Im Beisein von Verbandsbürgermeister Maximilian Mumm hat Begoña Hermann, Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, drei Bewilligungsbescheide zu je 300.000 Euro an die beiden Stadtbürgermeister Claudia Schneider (Münstermaifeld) und Gerd Klasen (Polch) sowie an Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch (Ochtendung) übergeben. Damit soll die städtebauliche Erneuerung im Rahmen des Programms „Ländliche Zentren - kleinere Städte und Gemeinden“ gefördert werden.
Der Bewilligung werden zuwendungsfähige Gesamtkosten von 400.000 Euro zugrunde gelegt. In dem Zuwendungsbetrag sind 133.300 Euro Bundesmittel enthalten. Mit dem Betrag werden Vorhaben unterstützt, die in den vergangenen drei Jahren unter Mitwirkung der Einwohner durch eine Bestandsanalyse entwickelt wurden.
Die Stadt Polch, die mittlerweile über 7.000 Einwohner zählt, ist ein zentraler Gewerbestandort und gilt als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Verbandsgemeinde Maifeld. Allerdings wurden bei 200 Gebäuden bauliche Missstände festgestellt, die Straßen gelten als durchaus verbesserungswürdig. Der Stadtbürgermeister sieht die Umgestaltung des alten Krankenhauses als wichtigste Aufgabe an. „Wir wollen dort eine zentrale Begegnungsstätte schaffen, es soll ein Haus für alle sein, für Gruppen und Vereine, aber auch für den normalen Bürger. Von 8 bis 22 Uhr soll Leben in der Bude sein“, so Klasen. „Es ist sicher ein überdimensionales Projekt. Ich bin sicher, dass wir so weit sind, wie wir noch nie waren. Wir dürfen keinen Tag ins Land gehen lassen, ohne akribisch zu arbeiten.“
Durch den Bevölkerungszuwachs im Speckgürtel von Koblenz sei die Stadt Polch in einer komfortablen Situation, bleibe aber weiterhin zu 100 Prozent ländlich geprägt. Eine vernünftige Infrastruktur zu schaffen, sei eine Mammutaufgabe. Die Ortsgemeinde Ochtendung liegt nicht nur im Speckgürtel von Koblenz. Auch Mayen, Andernach oder Neuwied sind schnell zu erreichen. Das Gewerbegebiet kann mit der unmittelbaren Anbindung an die A48 und an die A61 nicht nur im Kreis Mayen-Koblenz, sondern auch überregional punkten. Die ADD hatte in ihrer Analyse wie in Polch einige „ortsbildstörende Gebäude“ und zudem „verbesserungswürdige Straßenflächen“ kritisiert. „Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf dem Raiffeisenplatz und dem Schulhof“, erläuterte Ortsbürgermeisterin Hirsch. Der Kreuzungsbereich in der Ortsmitte sei ein weiteres Problemkind. „Das ist ein großes Projekt, was wir zu schultern haben“, so Hirsch. „Und es ist nicht einfach aus der Hüfte zu stemmen. Da sind genaue Absprachen mit dem Landesbetrieb Mobilität erforderlich.“ Die Kulturhalle, inzwischen über zehn Jahre alt, sei zwar von überregionaler Bedeutung, aber finanziell ein Klotz am Bein.
Im Gegensatz zu Polch und Ochtendung trumpft Münstermaifeld als staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort auf. Die Stiftskirche, das Rathaus im Renaissance-Stil, die Lage an der Mosel-Schiefer-Straße, die unmittelbare Nähe zur Burg Eltz - das sind nur einige touristische Ziele, die die Menschen anlocken sollen. Die Stadtsanierung zwischen 1985 und 2012 hat Eigentümer für die Sanierung ihrer privaten Anwesen sensibilisiert, dennoch bemängelte die ADD 220 Gebäude und den großen Leerstand. „Wir wissen, was in der Ober- und Untertorstraße zu tun ist“, verdeutlichte Stadtbürgermeisterin Schneider. „Junge Familien bekommen so langsam Lust, zu uns zu ziehen. Es ist toll, was in Münstermaifeld alles in Bewegung ist.“
Verbandsbürgermeister Mumm sah es aus touristischer Sicht: „Wenn in einem Jahr 250.000 Besucher zur Burg Eltz kommen, dann müsste es für Münstermaifeld doch möglich sein, ein Zehntel davon, in welcher Form auch immer, abzugreifen.“
Kooperationsverbund der drei Gemeinden
Die ADD verlangt von den drei Gemeinden eine Art Kooperationsverbund.
Die VHS wurde zwischenzeitlich zusammengelegt, in Münstermaifeld eine zentrale Tourist-Info geschaffen. „Wir sind näher aneinandergerückt“, sagte Klasen.
„Schließlich ist jeder an Synergie-Effekten interessiert. Das wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Damals hieß es nur: Was hat ein Polcher mit einem Ochtendunger zu tun? Das ist jetzt glücklicherweise nicht mehr der Fall.“
