Allgemeine Berichte | 09.05.2025, 08:09 Uhr

Bienchen summ

Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto: privat
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Am 20. Mai begehen wir den Welttag der Biene. Gerne wird angesichts des vielfältigen Artensterbens an ihre ökologische Bedeutsamkeit und ihre wirtschaftliche Unverzichtbarkeit im Kontext der Nutzpflanzenkultivierung erinnert.

Wenigen ist nur bewusst, dass sie seit der Antike als ein Vor-Bild für menschliche Tugenden und Haltungen gepriesen wurde und es sogar geschafft hat, Eingang in das wichtigste gottesdienstliche Lob auf die Osterkerze, die „aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet ist,“ zu finden.

Ein kleiner Blick auf die unscheinbare Biene lohnt, um sich als Mensch und als Christ ermuntern zu lassen, wie die Biene nicht träge zu werden, das Gute des Lebens wie Nektar zusammenzusammeln.

Bereits der römische Dichter Vergil stimmt ein vielseitiges Lob auf die kleinen fleißigen Insekten an und das alttestamentliche Hebräisch bezeichnet die Biene mit dem Wort Debora und spielt darin auf dem Umstand ihres Summens an, denn Debora heißt „summen“.

Vom Fleiß der Bienen spricht der Volksmund und nimmt auf ihre Unermüdlichkeit Bezug neben Pollen und Wachs, besonders den Honig zu erzeugen, der seit der Antike nicht nur als Süßmittel oder Speise der Götter, sondern auch als Medizin und Heilmittel gepriesen wurde: „Geh zur Biene und sieh, wie arbeitsam sie ist, wie bewundernswert ihr Treiben ist! Ihre Arbeit kommt Königen und einfachen Menschen zugute!,“ sagt Bischof Ambrosius. Da die gewöhnliche Honigbiene sich als Staat organisiert, erinnert sie daran, dass auch menschliche Gemeinschaft nur gelingen kann, wenn einer für den anderen da ist und nicht selbstbezogen und ichverkrümmt um sich selbst kreist oder den jeweils anderen lediglich nach seiner Nützlichkeit beurteilt.

Schließlich verbanden die Alten mit der Biene auch jene Art der Weisheit, die sich darin kundtut, dass sie das ihnen Gemäße erstreben und tun. Die Biene vollzieht dies sozusagen instinktiv, sie fliegt und sammelt den Nektar.

So mag der Welttag der Biene unseren Blick über das Funktionale und Geschäftige der Biene hinweg auf die größeren Lebensfragen und -zusammenhänge zu lenken. Vielleicht kommt beim Betrachten der fleißigen Bienen in uns nochmals die Sehnsucht zum Guten und Wahren auf: es den Bienen gleichzutun und sich selbstlos um des anderen willen einzusetzen und das Gute auf der bunten Blumenwiese des Lebens wie Nektar einzusammeln.

Über Dr. Arno-Lutz Henkel

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.

Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto: privat

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