Paukenschlag im Meckenheimer Rathaus
Bürgermeister Spilles erklärt Verzicht auf erneute Kandidatur
Meckenheim. Es wirkte wie ein Paukenschlag in der Meckenheimer Gesellschaft. Am vergangenen Montagabend informierte Bürgermeister Bert Spilles zunächst CDU-Chef Rainer Friedrich sowie den Fraktionsvorsitzenden Joachim Kühlwetter darüber, dass er bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut für den Chefsessel im Meckenheimer Rathaus kandidieren würde. Am Dienstag erfolgte dann die Information an die Ratsmitglieder sowie die Mitarbeiter des Rathauses. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz informierte Bert Spilles über die Gründe für die mehr als überraschende Entscheidung. Einer der Bewegungsgründe für Bert Spilles war dabei der Umstand, dass er bei einer erneuten Kandidatur mit 67 Jahren aus dem Rathaus ausscheiden würde und dass er auch selbstbestimmt über seinen Ausstieg aus dem Berufsleben entscheiden wolle. Denn die Tätigkeit als Bürgermeister sei ein Job, dem man nicht mit halber Kraft fahren könne. Dies sei auch eine Frage der Lebensplanung, denn bei seinem Ausscheiden im kommenden Jahr ist der Meckenheimer Bürgermeister dann 45 Jahre, wenn man die Ausbildung miteinbezieht, im Öffentlichen Dienst tätig.
Der in der Stadtverwaltung ausgebildete Diplom-Verwaltungswirt wechselte 1986 in das Bundeswirtschaftsministerium. Nach zwei mehrjährigen beruflich bedingten Auslandsaufenthalten bei der EU-Vertretung in Brüssel und der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer in Sydney kehrte Bert Spilles 2003 in seine Geburtsstadt Meckenheim zurück. Seit 1986 engagierte er sich als sachkundiger Bürger, aber auch als stellvertretender CDU-Vorsitzender für seine Heimatstadt. Im Oktober 2004 wurde er zum Mitglied des Rates der Stadt Meckenheim gewählt, in dem er als stellvertretender Fraktionschef der CDU-Fraktion tätig war. Nach 2008 wählten die Meckenheimerinnen und Meckenheimer Bert Spilles am 26. Januar 2014 für weitere sechs Jahre erneut zu ihrem Bürgermeister.
Bert Spilles betonte, dass er an jedem Tag gerne ins Büro gefahren ist und die Tätigkeit als Bürgermeister stets mit viel Herzblut ausgeübt habe und dies auch bis zu den Wahlen tun werde. Er betonte, dass dies eine sehr persönliche Entscheidung sei, und lobte das gute und vertrauensvolle Verhältnis zu allen Fraktionen. Auch wenn man in der einen oder anderen Frage unterschiedliche Auffassungen vertreten habe, so seien doch viele wichtige Entscheidungen in Rat und Ausschüssen einstimmig erfolgt.
Hinsichtlich der Nachfolge werde es eine kurzfristige Sondersitzung des CDU-Stadtverbandes geben, wo auch über die Einsetzung einer Findungskommission entschieden würde. Bert Spilles betonte, dass er mit seiner frühzeitigen Entscheidung auch den Weg frei machen möchte, damit rechtzeitig vor der Aufstellung für die Kommunalwahlen im Herbst die Personalfragen geklärt sei. Auf die Frage ob er selber Mitglied der Findungskommission werden würde, hielt er sich noch bedeckt. Aber natürlich müsse diese jemanden finden, der menschlich und fachlich für dieses Amt geeignet ist.
STF
