Allgemeine Berichte | 24.04.2019

Dt. Bundeswehrverband, Kameradschaft: Ehemalige Soldaten, Reservisten, Hinterbliebene

Christen und Muslime – eine historische Betrachtung

Vortrag von Oberst a.D. Hans-Wilhelm Möser

Oberst a.D. Hans-Wilhelm Möser hielt einen interessanten Vortrag. Foto: privat

Meckenheim. Die Kreuzzüge des 11. bis 13. Jahrhundert und deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit hinein sind ein spannendes Thema, zu dem der Deutsche Bundeswehrverband im April eingeladen hatte.

Oberstleutnant a.D. Hans-J. Unger, Regionalbeauftragter des Deutschen Bundeswehrverbandes, freute sich Oberst a.D. Hans-Wilhelm Möser als Referenten begrüßen zu können. Der Meckenheimer Hans-Wilhelm Möser ist bekannt durch sein Buch „Die Schlacht bei Waterloo“, das er 2014 anlässlich der 200 jährigen Widerkehr des Ereignisses veröffentlichte. Er verbindet in diesem Buch erstmalig militärisch operative Erkenntnisse mit bekannten geschichtlichen Fakten. Als er dann in seiner aktiven Zeit als Soldat mehrere Jahre in Belgien lebte griff er die Gelegenheit beim Schopf und vertiefte das Thema und erwarb die belgische Lizenz als Führer auf dem Schlachtfeld.

Von seiner Schulzeit an interessierte er sich für Geschichte. Diese Liebe motivierte ihn auch nach seiner Pensionierung weiterhin intensiv an andern geschichtlichen Themen zu arbeiten. Für ihn war es dabei immer wichtig die Ursachen zu ergründen aber auch die Auswirkungen oder Vergleiche in die Gegenwart darzustellen. So stellte er in seinem Vortrag eindrucksvoll die Konfrontation des christlich geprägten Lebens des 11. und 12. Jahrhunderts mit dem arabischen Leben dar.

„Die schönen Künste blühten im arabischen Raum, sei es in der Literatur, sei es in der Dichtkunst oder in der Architektur. Die orientalische Gesellschaft der damaligen Zeit war der Sinnenfreude durchaus zugetan – wofür den Christen im Abendland das Fegefeuer drohte“ so Möser.

Mit Falschaussagen wurden Menschen manipuliert

Auch wurde deutlich; schon zu dieser Zeit wurden falsche und unvollständige Informationen dazu genutzt Menschen zu manipulieren. So wurde das himmlische Jerusalem, mit seinen angeblichen Toren aus Perlen, mit seinen edelsteingeschmückten Mauern und goldenen Straßen mit dem irdischen Jerusalem verwechselt - ein gut dokumentierter Irrglaube.

Interessant war, dass schon zu dieser Zeit mangelnder Integrationswillen beider Seiten zum Scheitern vieler Vorhaben führte.

Es gab einen enormen Kulturtransfer von der arabischen Seite in das christliche Abendland. Im Orient sind dagegen nur wenige kulturelle Spuren der Franken (Kreuzfahrer) zu entdecken. „Man kann also sagen, dass das Abendland nicht nur eine christlich geprägte Kultur hat mit Wurzeln in der klassischen griechischen und römischen Antike, sondern dass die arabische Welt auch einen ganz beträchtlichen Beitrag zu dieser heutigen Kultur geleistet hat“ so der Vortragende.

Dieser kulturelle Vorsprung der muslimischen Welt hielt sich bis etwa in das 16. Jahrhundert, dann verharrte sie in Selbstzufriedenheit. Das Abendland entwickelte sich dagegen in Folge der Renaissance ab 1400, der Erfindung der Buchdruckerkunst, der Reformation 1517, der Aufklärung und später dann durch die Trennung von Staat und Religion und durch Industrialisierung schneller in die Moderne.

Alle waren tief beeindruckt von der Detailkenntnis des Vortragenden. Deutlich wurde dass wir nicht nur Kaffee und Spargel oder Schach aus dieser Region erhalten haben, sondern auch medizinische, mathematische Kenntnisse. „Ohne diesen Kulturtransfer wäre unsere Entwicklung wahrscheinlich etwas anders verlaufen“, so der Vortragende.

Am Ende der Veranstaltung überreichte Hans-J. Unger ein kleines Präsent und dankte Hans-Wilhelm Möser für den hoch aktuellen und sehr interessanten Vortrag.

Oberst a.D. Hans-Wilhelm Möser hielt einen interessanten Vortrag. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Dauerauftrag 2026
Wohnträume
Wohnträume
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür
125 Jahre Rosenkranzkirche
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Uli Hagedorn, Leiter des Bauhofes, (links) und Bürgermeister Sven Schnieber (rechts) stellen den neuen digitalen Stadtmelder vor.Foto: Stadt Meckenheim
3

Meckenheim. Meckenheim wird digitaler: Mit dem neuen online Stadtmelder können Hinweise zu Schäden in der Umgebung jederzeit von unterwegs oder von zu Hause aus gemeldet werden. Ob Schlagloch, Astbruch im Park oder Müll im Stadtgebiet – einfach Standort festlegen, kurze Beschreibung eintippen, Foto machen, senden und fertig – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.

Weiterlesen

Diese prächtige Aussicht bietet sich Besucher des Olivenhains. Foto: ROB
24

Oliven neigen dazu, die Gemüter zu spalten. Irgendwie gibt es kein Zwischending zwischen „Lecker“ und „Bah“. Die Steinfrüchte werden entweder geschätzt oder mit Missgunst gestraft. Dabei wird die Olive an manchen Stellen möglicherweise unterschätzt. Denn die Qualitäten liegen auf der Hand: Sie pimpt jede noch so schnöde Pizza außerordentlich, schmeckt zum Aperetif und ist irgendwie etwas zum Wohlfühlen: fettig, vollmundig, kräftig.

Weiterlesen

Jan Erik-Burkard (Leiter Unternehmenskommunikation & Events der VR Bank RheinAhrEifel) mit den Bewerbern, sowie Gewinnern des bundesweiten Vereinswettbewerbs „Sterne des Sports“ 2025.
13

Der bundesweite Vereinswettbewerb für gesellschaftliches Engagement

Bewerbungsstart für „Sterne des Sports“ 2026

Region. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) rufen Sportvereine zur Teilnahme am bundesweiten Vereinswettbewerb „Sterne des Sports“ auf.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige "Rund ums Haus"
Koblenzer Kneipengeschichten
Titelanzeige KW 15
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Sachbearbeiter (m/w/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26