Allgemeine Berichte | 26.05.2025

Klimabewegte Protestlieder regten zum Nachdenken an

„DemokRADie-Tour“ machte Station im Gelbachtal

Klimaaktivist Erik Stenzel im Gelbachtal auf dem Weg zur Mühle in Dies – begleitet von einigen Aktiven der Equipe EuroDeK.  Fotos: Uli Schmidt

Dies. Eine Stimme der Empörung gegen die Stille der Zerstörung war im Gelbachtal zu hören – laut und schonungslos! Sie gehört dem Klimaaktivisten und Nürnberger Liedermacher Erik Stenzel. So wie viele andere junge Menschen weiß er zu viel über den Klimawandel und seine verheerenden Folgen. Daher will er als Musiker bei seinen Zuhörern ein stärkeres Bewusstsein schaffen für die Welt, in der wir leben und für die akute Bedrohung, mit der unsere Enkel einmal leben müssen. Im Rahmen seiner bundesweiten „DemokRADie-Tour“ machte er jetzt Station in Dies am Gelbach – und dies mit dem Fahrrad. Gastgeber waren das ortsansässige Unternehmen Holzbau Kappler und das heimische Radsportteam Equipe EuroDeK.

Um die Echtheit und Dinglichkeit des Problems zu untermauern, ist Stenzel auf seiner laufenden Konzertreise über etwa 2.500 km durch Deutschland mit seinem neuen Programm „Aufgaben und Taten“ ausschließlich mit dem Fahrrad plus Anhänger unterwegs. In seinem etwa 80 kg schweren „Bio-Lastenzug“ (ohne Akku!) hat er alles dabei, was er unterwegs zum Leben braucht: vom Zelt und wettertauglicher Kleidung bis zu seiner Gitarre, Campingkocher und einer Tonanlage. Und der Hoffnung, dass er mit seinen schonungslos kritischen Liedern vielen Menschen auf der Tour erreicht und mit ihnen ins Gespräch kommt. Zumindest am Gelbach machten viele davon Gebrauch und vertieften in der Pause und bis lange nach Ende des Konzertes die Inhalte der Songtexte.

Das mitgebrachte Zelt kam dann bei dem vielumjubelten Konzert im Hof der „Alten Mühle“ in Dies am Gelbach nicht zum Einsatz, wurde Stenzel doch vom benachbarten Jugendbildungsstätte Karlsheim in Kirchähr zur Übernachtung mit Frühstück eingeladen. „Als kleiner Beitrag zu der wegweisenden Veranstaltung hier im Gelbachtal“, wie dessen Leiterin Kathrin Tschernich meinte. Der Gast war für so viel „Luxus“ dankbar. Für die Veranstalter begrüßte Holger Kappler als Gastgeber die erwartungsvollen Gäste: „Wir bauen ökologisch und nachhaltig Häuser aus Holz, weshalb wir heute gerne im Hof unserer Mühle Gastgeber sind“, so der Geschäftsführer der Firma Holzbau Kappler.

Schon nach den ersten Klängen des mit rhythmischem Gitarrenspiel und kantiger Stimme vorgetragenen ersten „Protestliedes“ hatte Erik Stenzel die volle Aufmerksamkeit der Zuhörenden erreicht – alle waren sehr gespannt, was der radelnde Musikus zu sagen hatte. Seine Lieder beschäftigen sich durchweg mit kritischen Themen rund um den Klimawandel. Ob die Einschätzung der aktuellen Lage, die Enkel-Tauglichkeit unseres Handelns, der Anstieg des Meeresspiegels („Der auch das Gelbachtal irgendwann bedrohen kann“, so Stenzel), die Änderung des eigenen Verhaltens, politische Verfehlungen oder Einblicke in unser oft grenzwertiges Konsumverhalten – alles hat Auswirkungen auf unsere Zukunft auf diesen Planeten: „Es gibt nun leider keinen Planten B, der für unsere Enkel zur Verfügung steht, auf dem sie noch unbelastet leben können“, so der mutige radfahrende Liedermacher. Schnell wurde klar, weshalb seine Werke im Label von Konstantin Wecker erscheinen.

Die Mischung aus Akustik-Punk und alten politischen Liedermacher-Klängen ala Wader und Wecker lies niemand der Zuhörer/innen unberührt. Jede Zeile aus jedem Lied hätten es verdient, zitiert zu werden: So der Song „Freischwimmer“, in dem dazu aufgerufen wird, etwas anders zu machen. Und „Der wahre Preis“ machte deutlich, wie hoch die Schulden schon für Neugeborene sind. In „Maschinenmensch“ ruft er dazu auf, aus dem Gefängnis der Rüstung rauszukommen. Besonders eindrucksvoll das „Tischlein deck dich“ mit scharfer Kritik an den industriellen Schlachthöfen, in dem er feststellt: alle mögen Fleisch, aber niemand mag den Schlachter!

Nach Ende des Konzertes diskutierten noch viele der Gäste, die meist auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Mühle gekommen waren, bei einem Bier und einer Bratwurst vom Grill. Fragen waren zu hören wie die, ob man mit Urlaubsflügen und Kreuzfahrten sowie langen Autofahrten quer durch Europa auch mit zur nahenden Klimakatastrophe beiträgt? Oder: was werden wohl unsere Enkel einmal zum oft rücksichtlosen und selbstverliebten heutigen Umweltverhalten der Boomer sagen? Einer von ihnen meinte: „Ein in jeder Hinsicht gelungener Abend - bei freiem Eintritt, guter Bewirtung im schönen Hofambiente direkt am Mühlbach mit aufrüttelnden Liedern…das darf kein einmaliges Ereignis bleiben!“

Die Konzertreise führt Erik Stenzel fast nur in größere Städte von Wiesbaden und Köln bis nach Bielefeld und Hannover, weshalb er das beschauliche Mühlenambiente und die Betreuung vor Ort offensichtlich genoss: „Auch die Tatsache, dass eine Delegation von Equiperadlern mich unterwegs auf dem Fahrrad abgeholt und durch das wundervolle Gelbachtal begleitet hat, ist einzigartig“, so der singende Klimaaktivist. Für die Veranstalter dankte Uli Schmidt als Koordinator der Equipe EuroDeK allen Beteiligten und Gästen: „Es ist Realität und kein Traum, dass das Ökosystem der Erde auf dem Spiel steht und damit unser gewohntes Leben in Wohlstand und Sicherheit akut gefährdet ist“. Das habe mit der Lebensweise von jedem einzelnen von uns zu tun, niemand könne sich einfach rausreden, so Schmidt.

Auf der „Bühne“ präsentierte der Liedermacher Songs, die zum Nachdenken und Handeln aufforderten – und bei den Gästen Eindruck hinterließen.

Auf der „Bühne“ präsentierte der Liedermacher Songs, die zum Nachdenken und Handeln aufforderten – und bei den Gästen Eindruck hinterließen.

Klimaaktivist Erik Stenzel im Gelbachtal auf dem Weg zur Mühle in Dies – begleitet von einigen Aktiven der Equipe EuroDeK. Fotos: Uli Schmidt

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