Allgemeine Berichte | 26.09.2025

Der Demokratietag – eine neue feste Größe im Schulleben der Martinusschule Lahnstein

Herr Wolff und Klasse 7a. Foto: Daniela Bourmer

Lahnstein. Ein Mittwoch war für die Schülerinnen und Schüler der Martinusschule kein gewöhnlicher Schultag, denn an diesem Tag drehte sich alles um das Thema Demokratie. Im Klassenverband ging es darum, Demokratie begreiflich zu machen und die eigene demokratische Schulstruktur kennen zu lernen und weiterzuentwickeln.

So befassten sich mehrere Klassen der Jahrgangsstufen 6,7 und 9 mit dem Klassenrat, einem wichtigen Bestandteil im Schulalltag, in dem die Schülerinnen und Schüler in angemessenem Rahmen über das demokratische Zusammenleben in der Klasse, aber auch in der Schule diskutieren. Die folgenden Beispiele sind nur eine kleine Auswahl der tollen Projekte an diesem Tag.

In den Klassen 5a und 7a wurden die Klassensprecher gewählt. Es gab ein Wählerverzeichnis,

Wahlzettel mit Erst- und Zweitstimme, eine Wahlurne und Wahlhelfer. Bevor es aber zum Wählen ging, wurden erst einmal viele Begriffe erarbeitet. Was bedeutet Demokratie? Was sind Wahlen? Was bedeutet Meinung? Und was sind eigentlich Menschenrechte?

Die Schülerinnen und Schüler hatten großen Spaß beim Erarbeiten und auch beim Durchführen der Wahlen. Sie wissen jetzt, dass das Recht auf freie Wahlen keine Selbstverständlichkeit ist, und dass zur Wahl gehen genauso zum Leben gehört wie Zähneputzen und Spielen. Auch die Mitarbeit als Wahlhelfer bei Wahlen oder aber als Mitglied im Stadtrat gehören zum demokratischen Miteinander.

Die Klasse 6b befasste sich mit dem Thema Kinderrechte, die am Weltkindertag (20. September) im Fokus stehen. Zuerst wurde das Thema Demokratie grob erklärt und die Schüler konnten bei der Neuwahl der Klassensprecher demokratisch tätig werden.

Anschließend wurde der Fokus auf das Thema Kinderrechte gelegt. Es gibt ganz vielfältige Rechte, z.B. das Recht auf beide Eltern nach einer Trennung oder aber auch das Recht auf Bildung, beziehungsweise den Schulbesuch. Die Schüler der Klasse erkannten, dass es ein Privileg ist, zur Schule gehen können und dass dieses Recht vielen Kindern auf der Welt untersagt ist. Auch lernten die Schüler der Klasse Kinder kennen, deren Leben nicht so rosig ist, die zum Arbeiten gezwungen werden, die ihre Eltern durch Flucht oder Krieg verloren haben oder schlimmer noch, die von ihren Eltern verkauft wurden. Die Schüler lernten, sich für die Rechte einzusetzen, aber auch die Pflichten wahrzunehmen, die diese Rechte mit sich bringen.

Zum Abschluss des Themas entwarfen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b Plakate zu den einzelnen Kinderrechten.

In der Klasse 6c fand eine Podiumsdiskussion über die Gestaltung des Schulhofs statt. In einem Rollenspiel erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Argumente für ihre jeweilige Gruppe. Sollte der Schulhof eine große Chill-Ecke haben? Sollten die Sportler mehr Platz bekommen oder sollte es eine überdachte Bücherecke geben? Nachdem die Schüler ihre Argumente sammelten und in der Gruppe verglichen, wählten sie einen Gruppensprecher/eine Gruppensprecherin, der die Argumente den anderen Diskussionsmitgliedern darlegte und versuchte, die anderen von seinen Argumenten zu überzeugen.

In der Diskussion erlebten die Schüler Demokratie hautnah, denn genau das ist es, was Demokratie ausmacht. Das aktive Mitmachen jedes einzelnen und der ordentliche Umgang miteinander in einem geregelten Rahmen.

Die Klassen 8b und 8c erlebten in einem spannenden Escaperoom, was alles zum Thema Demokratie gehört. Erfolgreich konnten beide Klassen die Schlösser knacken und sich den Preis sichern. Auch wurde in den Klassen das Thema Fake News bearbeitet. Fake News sind heute eine große Gefahr für das demokratische Zusammenleben. Die Schülerinnen und Schüler mussten zuerst entscheiden, welche der gegebenen Schlagzeilen wahr oder unwahr sind. Anschließend erarbeiteten sie gemeinsam in Kleingruppen, wie man Fake News erkennt und worauf man achten muss, damit Fake News nicht weiterverbreitet werden.

In den Klassen 8d und 8e stand Berufsorientierung in sozialen Berufen auf dem Plan. Auch das gehört zur Demokratie. Denn ohne soziales Engagement funktioniert eine demokratische Gesellschaft nicht. Die Schülerinnen und Schüler schafften es, innerhalb weniger Wochen, ein Tagespraktikum in einer sozialen Einrichtung zu ergattern. So besuchten einige Schülerinnen und Schüler Kitas und Seniorenheime, um sich dort, wenn auch nur für einen Tag mit einzubringen und behilflich zu sein.

Die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen freuten sich bei ihren Besuchen über das tolle Engagement und die fleißige Mithilfe ihrer Schüler zu erfahren.

Auch das Thema Geschichte und Demokratie stand auf dem Programm. Die Klasse 8f informierte sich über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte und lernte die Schicksale der Lahnsteinerinnen und Lahnsteiner kennen, die im Nationalsozialismus in Konzentrationslagern und „Heilanstalten“ ermordet wurden. Die Schülerinnen und Schüler gingen die Stolpersteine in Lahnstein ab und befassten sich mit dem Leben der Personen, an die die einzelnen Steine erinnern.

Die Klasse 9b behandelte ebenfalls das Thema Geschichte und Demokratie, allerdings nicht in Lahnstein, sondern in Koblenz. Vor dem Demokratietag erarbeiteten die Schüler in Kleingruppen verschiedene Vorträge, die sie an verschiedenen für die Demokratie wichtigen Standorten, wie zum Beispiel dem Deutschen Eck oder auch dem Koblenzer Amts- und Landgericht, hielten. Die Koblenzer Stolpersteine waren ebenfalls wichtige Stationen beim Ausflug der 9b. Die Schüler reinigten die Steine, nachdem sie ihren Mitschülern die Schicksale, die hinter den Namen stecken, näherbrachten.

Die Themen Diversität und Diskriminierung waren auch Teil des Demokratietages. Die Klasse 9f entschied sich innerhalb des Demokratietages beide Themen in den Vordergrund zu stellen. Auch wenn eigentlich etwas völlig anderes vorbereitet wurde, zeigte sich, dass beide Themen bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse viel eher für Gesprächsbedarf sorgten und so entschied sich die Klassenlehrerin kurzerhand dazu, nicht wie geplant zu arbeiten, sondern mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam die beiden Themen zu erarbeiten, die für sie wichtig waren. Und gerade dies zeigt, wie Demokratie auch in der Schule funktioniert: Indem miteinander diskutiert und gearbeitet wird aber auch, dass man aufeinander eingeht und einander zuhört.

Im Gespräch mit Schülern und auch Lehrern wurde deutlich, dass der erste Demokratietag der Martinusschule ein voller Erfolg war und dass die Planungsgruppe schon jetzt viele gute Ideen für die Umsetzung des Demokratietags im Schuljahr 2026/27 in Petto hat.

Herr Wolff und Klasse 7a. Foto: Daniela Bourmer

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