Allgemeine Berichte | 22.01.2026, 14:01 Uhr

Glücksboten in Gefahr

Der Kronenkranich ist das „Zootier des Jahres“

Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026.Foto: Ian Turner
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Neuwied. Seine elegante Erscheinung, die goldschimmernde Federkrone, der weittragende Ruf und sein anmutiger Tanz machen ihn zu einem äußerst attraktiven Botschafter für seine Art und seine gefährdeten Lebensräume. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ernennt den Kronenkranich zum Zootier des Jahres 2026.

Mit dieser Auszeichnung möchten die Kampagnenpartner auf die zunehmenden Bedrohungen für den Kronenkranich und für afrikanische Feuchtgebiete und kleinbäuerliche Kulturlandschaften als seine bevorzugten Lebensräume, aufmerksam machen. Das öffentliche Bewusstsein für seinen Schutz muss gestärkt werden.

Kronenkraniche erreichen eine imposante Flügelspannweite von zwei Metern. Sie leben südlich der Sahara in Afrika. Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs werden sie in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. In Uganda ziert der Kronenkranich als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Als besonders talentierte Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei.

Die charismatische Kranichart ist jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten und menschliche Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume zunehmend gefährdet. Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als „Dekoobjekte“ in Haus- und Hotelgärten tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. So nahm die Zahl der Kronenkraniche etwa in Ostafrika in den letzten 40 Jahren um 80% ab. In Tansania, gut drei Mal so groß wie Deutschland, leben nur noch ca. 2.000 Vögel.

Das Artenschutzengagement zahlreicher zoologischer Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im Rahmen der Kampagne zur Rettung der Kronenkraniche von großer Bedeutung. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit informieren sie Besucherinnen und Besucher über die Bedrohung der Art und sammeln Spenden für konkrete Schutzmaßnahmen. Die Gelder fließen in ausgewählte Projekte in Kenia, Tansania und Burundi, die den Erhalt der Lebensräume und die langfristige Sicherung der Populationen zum Ziel haben.

Mit den Kampagnengeldern werden unter anderem Fahrzeuge für den Zugang zu schwer erreichbaren Schutzgebieten finanziert, freiwillige Helfer ausgebildet sowie Maßnahmen in den Bereichen Naturschutzbildung, nachhaltige Landwirtschaft und der Schutz sowie die Neuanpflanzung von Schlaf- und Nistbäumen umgesetzt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der engen Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinden.

Im Zoo Neuwied werden zwei andere Kranicharten gehalten, die ebenfalls gefährdet sind: Paradieskranich und Saruskranich. Nicht nur aus diesem Grund unterstützt der Zoo Neuwied als Platin-Förderer die „Zootier des Jahres“-Kampagne 2026: Diese Initiative und deren Projekte werden maßgeblich aus den Mitteln des Artenschutz-Euro gefördert, den die Besucher freiwillig mit ihrem Eintritt entrichten – so kann ein kleiner Beitrag für jeden einzelnen ein großer Beitrag für den Schutz einer bedrohten Tierart und deren Lebensraum sein!

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026. Foto: Ian Turner

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