Allgemeine Berichte | 19.01.2022

Vom Jobcenter in den Ruhestand

Der stellvertretende Geschäftsführer Frank Potthast verabschiedet sich

Frank Potthast (li.) und Geschäftsführer Theo Krayer vor der Neuwieder Jobcenter.Foto: Jobcenter Neuwied/Angela Göbler

Neuwied. Für Frank Potthast ging kürzlich nicht nur das Jahr 2021 zu Ende, sondern auch sein aktives Berufsleben: Nach 46 Jahren im öffentlichen Dienst tritt der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters im Kreis Neuwied in den Ruhestand ein. Angst vor Langeweile hat er aber nicht. Zwischen ehrenamtlichem Engagement und Plänen für die Freizeit gibt es für den Neu-Ruheständler immer noch vieles zu sehen und zu lernen.

Sein berufliches Handwerkzeug hat Frank Potthast schon in den Diensten des Kreises Neuwied gelernt: Hier hat er bereits seine Ausbildung gemacht und bevor er 2009 in das gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit betriebene Jobcenter wechselte, war er acht Jahre lang Referatsleiter beim Kreisjugendamt. Viele der persönlichen Geschichten, die er in dieser Zeit erlebt hat, sind ihm bis heute in Erinnerung geblieben: „Hinter jeder nüchternen Zahl in der Jugendamtsstatistik steckt ein Mensch und ein Schicksal, das lässt einen nicht immer kalt.“

Auch in seiner Zeit beim Jobcenter hat Frank Potthast immer die Menschen hinter den Kundendaten im Blick behalten, auch wenn sich sein Geschäftsfeld eher mit Zahlen und Fakten befasst: Zu seinem Arbeitsbereich zählten die Leistungsgewährung, die Infrastruktur im Haus, Personal, Organisation und der Haushalt des Jobcenters. Vor allem letzterer hat ihm immer am Herzen gelegen: „Der Umgang mit Zahlen liegt mir“, bestätigt der heute 65-Jährige. Denn hinter den teils starr erscheinenden Zahlen und Zielen als Vorgaben beim Jobcenter steckt ein System, das allen Beteiligten das Leben erleichtern soll: „Dass Handlungsabläufe in einem bestimmten Muster vorgegeben sind, sorgt schließlich auch für Verlässlichkeit beim Kunden“, ist sich Potthast sicher.

Dass klare Vorgaben ihr Gutes haben, musste aber auch Potthast erst lernen und sich an das Jobcenter und seine Regeln gewöhnen: „Ich war es beim Jugendamt gewöhnt, weitgehend autark zu arbeiten, aber das funktioniert in einer Struktur wie beim Jobcenter nicht“, erzählt er von seinen Erfahrungen. „Unser erstes Ziel ist es schließlich, unsere Kunden wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen oder ihnen Maßnahmen zu ermöglichen. Mit bundeseinheitlichen Abläufen können wir messen, wie gut wir das machen und uns mit anderen Jobcentern vergleichen. Es macht durchaus Sinn, das mit Zahlen zu hinterlegen.“

Mit den Jobcenter-Kunden kam Frank Potthast so im Tagesgeschäft meist indirekt in Kontakt: „Ich habe viele Entwicklungen im Haus begleitet und es mir zur Aufgabe gemacht, Kundenreaktionen selbst zu beantworten“, berichtet er aus seiner Arbeit. Dahinter stehen auch Belange der Personalführung: „Manchmal geht es darum, Mitarbeiter zu schützen und auch mal unangenehme Personalgespräche zu führen. Das ist eine interessante Aufgabe, aber auch manchmal persönlich belastend.“

Mit den letzten Arbeitstagen verbindet Frank Potthast ein bittersüßes Gefühl: „Es fühlt sich seltsam an, hier die letzten Male über die Flure zu gehen“, berichtet er von seinen letzten Arbeitstagen. Im Ruhestand wartet aber weiter eine verantwortungsvolle Aufgabe auf ihn: Potthast ist ehrenamtlicher Vorsitzender der Lebenshilfe Neuwied-Andernach, die integrative Einrichtungen wie Wohnheime oder Kindergärten betreibt. Und zuhause wartet schon sein Klavier auf ihn: „Das wollte ich schon seit 40 Jahren lernen, aber bisher ging das immer unter“, schmunzelt er.

Dem Jobcenter und seinen Mitarbeitern wünschte Frank Potthast, „als Institution wahrgenommen zu werden, die Menschen hilft.“ Der wichtigste Grundsatz dabei, den er auch seinen Nachfolgern ans Herz legen will: „Etwas Demut muss sein – vor den Menschen, vor den Mitarbeitern und vor der Aufgabe.“

Pressemitteilung des

Jobcenters Neuwied

Frank Potthast (li.) und Geschäftsführer Theo Krayer vor der Neuwieder Jobcenter.Foto: Jobcenter Neuwied/Angela Göbler

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