Allgemeine Berichte | 22.05.2017

Geschichtsverein Nickenich präsentiert Wanderausstellung

"Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart"

Eröffnung am 3. Juni in der Kulturscheune - Zu besichtigen am 3. bis 5. sowie am 10 Juni

Bild einer Delegation der Russlanddeutschen im Oktober 1988 in Moskau. privat

Nickenich. Am 3. Juni wird um 18 Uhr in der Kulturscheune die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ eröffnet werden, die sich mit der Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland befasst.

Sie möchte dem immer noch verbreiteten Mangel an Informationen über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion begegnen.

Und sie möchte den zahlreichen Vorurteilen über diese Bevölkerungsgruppe fundiertes Wissen gegenüberstellen.

Der erste Teil der Ausstellung konzentriert sich auf die über zweihundertjährige Geschichte, die seit der Auswanderung von über 200.000 Deutschen nach Russland – unter ihnen viele Familien aus Rheinland-Pfalz im Russischen Zarenreich - vergangen sind. Sie zeigt anschaulich und an einzelnen Beispielen, mit welchem Fleiß und Erfindungsgeist diese Siedler es nach kurzer Zeit zu ansehnlichem Wohlstand gebracht haben. Vorgestellt werden die sechs großen deutschen Siedlungsgebiete in Russland: an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, in Bessarabien, im Baltikum und in Wolhynien.

Benachteiligungen und Verfolgungen

Die Wanderausstellung „Deutsche in Russland. Geschichte und Gegenwart“ zeigt aber auch eindringlich, welchen Benachteiligungen und Verfolgungen (insbesondere im 20. Jahrhundert) diese deutsche Bevölkerungsgruppe ausgesetzt war. Das waren nicht nur Angriffe auf Leib und Leben, sondern auch die Versuche, den Nachfahren der deutschen Einwanderer deren Sprache und Kultur in den deutschen Siedlungsgebieten in Russland auszutreiben.

Aufnahme und Integration

Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit der Rückkehr der Deutschen aus Russland in das Land ihrer Vorfahren, die insbesondere nach 1988 in Gang gekommen ist. Er geht auf Aufnahme und Integration der Deutschen aus Russland als Erfolgsgeschichte in Deutschland ein, auf die Probleme und das viele Positive, das darüber zu berichten ist.

Die Ausstellung ist Teil eines Projekts, das vom Bundesministerium der Inneren (BMI) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert wird.

Die Grußworte bei der Eröffnung sprechen Gottfried Busch, Bürgermeister der Ortsgemeinde Nickenich und Henry Funk, Vorsitzender des Geschichtsvereins Nickenich und Initiator der Ausstellung. Sie wird am 4. und 5. Juni sowie am 10. Juni jeweils in der Zeit von 13 bis 18 Uhr von Mitgliedern des Geschichtsvereins betreut werden.

Der Projektleiter Jakob Fischer, selbst Deutscher aus Kasachstan, führt mit einer Präsentation in die Ausstellung ein und zeigt auf Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland.

Er informiert mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte dieses leidgeprüften Volkes, benennt Beispiele von Zusammenleben, von glücklichem Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat, verständnisvollem Miteinander. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch deutsche Volkslieder, die von Deutschen in Russland gesungen wurden.

Der Eintritt ist frei. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen. Weitere Infos durch Henry Funk, Tel. (0 25 32) 8 32 23 und auf der Webseite des Geschichtsverein Nickenich: http://GV-Nickenich.de

Bild einer Delegation der Russlanddeutschen im Oktober 1988 in Moskau. Foto: privat

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