Allgemeine Berichte | 15.05.2019, 11:08 Uhr

Unterhaltsam-informative Busfahrt mit Altbürgermeister Döring

Die Anfänge von Wachtberg

Vortrag gewährt Einblicke in die Entstehung der Gemeinde

Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring vermittelt kurzweilig das Entstehen und Wachsen der Gemeinde seit 1969.Foto: CEW
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Wachtberg. Um Mitternacht am 1.08.1969, die meisten Bürger werden wohl geschlafen haben, trat das Gesetz zur kommunalen Neuordung in Kraft. Damit war die Gemeinde Wachtberg in die Wiege gelegt, auf dass sie wachsen und sich entwickeln möge. Ein Wille des Aufbruchs, des Gestalten-Wollens habe geherrscht, berichtete Zeitzeuge und Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring den Zuhörern im vollbesetzen Bus während der Bustour anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Gemeinde. Die geschickt verpackte Historie und Histörchen unterhielten und informierten zwei Stunden lang bestens.

Schon Jahre zuvor hatte ein Landesplanungsgesetz eine Entwicklungsplanung erarbeitet und die Kommunen hierarchisch eingeteilt. Aus dem Amt Villip und den drei ehemals Meckenheim zugeordneten Dörfern Arzdorf, Adendorf und Fritzdorf wurde per Gesetz die Gemeinde Wachtberg, von der neue Strukturen zur Bewältigung der kommenden Aufgaben und die Versorgung der durch den Hauptstadtstatus der Nachbarstadt Bonn wachsenden Bevölkerung erwartet wurden. Viele der infrastrukturellen Forderungen konnte die Gemeinde seinerzeit nicht erfüllen, es gab viel zu tun. Noch 1967 hatten die zehn Orte des Amtes Villip allesamt einen eigenen Gemeinderat und einen „Dachverband“ mit Amtsvertretung und dem damaligen Amtsbürgermeister Josef Bedorf. Entsprechend ineffizient waren Verwaltungsabläufe, was sich mit der Neuordnung ändern sollte. Das war dringend notwendig, denn während das Ländchen Anfang der 50er Jahre lediglich etwa 5000 Einwohner hatte, waren es 1969 bereits 12 632 inklusive der drei hinzugekommen Orte. Heute zählt die Gemeinde Wachtberg über 20 000 Einwohner.

So wurde im frisch aus dem Ei geschlüpften Wachtberg die Schulreform umgesetzt, die Volksschule in Grund- und Hauptschule aufgesplittet. Die nur teilweise vorhandene Kanalisation und die Wasserversorgung wurde ausgebaut, Versammlungs- und Verwaltungsräume wurden geschaffen, Sporthallen und ein Schwimmbad gebaut. Selbst die Friedhöfe mussten wegen Überlastung erweitert werden. Außerdem wollte man ein „Wir-Gefühl“ für die Menschen schaffen, die zuvor eher auf ihre eigenen Dörfer konzentriert waren. Dazu baute man in Wachtberg schrittweise ein umfangreiches Kulturprogramm auf. Es gab und gibt bis heute in Wachtberg eine teilweise weit über die Grenzen des Ländchens bekannte Kulturszene mit engagierten, offenen Kunstschaffenden. Ausstellungen, Kunstevents, Feste, die Kulturtage und Tage der offenen Tür bieten ebenso wie das vielseitige Vereinsangebot im Ländchen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und ein Miteinander, ein „Wir-Gefühl“ zu leben.

Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring vermittelt kurzweilig das Entstehen und Wachsen der Gemeinde seit 1969.Foto: CEW

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