Dritter Informativer Dämmerschoppen zum Thema „Menschen auf der Flucht“

„Die Flüchtlingssituation können wir nur gemeinsam meistern“

Die Referenten Stefan Teplan und Dr. Jens Diehm bewegten die Gäste mit ihren persönlichen Erfahrungen

24.06.2016 - 10:30

Koblenz. Weltweit sind zurzeit circa 65 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon sind Kinder. Die Fluchtbewegungen nach Europa, insbesondere nach Deutschland, stellen ohne Zweifel die größte Herausforderung der letzten Jahre dar, die auch Auswirkungen auf das Leben an Rhein und Mosel haben.


In diesem Kontext luden der Caritasverband Koblenz als Träger des Soldatenfreizeitheimes „Haus Horchheimer Höhe“, das Kuratorium des Hauses sowie der Standortälteste Koblenz-Lahnstein zum dritten Informativen Dämmerschoppen ein. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Bundeswehr und Gesellschaft waren gespannt auf die Vorträge zweier hochkarätiger Referenten.

Zuvor lobte Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig das gemeinsame Engagement aller Beteiligten und die vorbildliche Willkommenskultur in Koblenz. Nur im Schulterschluss zwischen Verwaltung, sozialen Organisationen, Unternehmen und dem großartigen Einsatz der Bevölkerung konnte es gelingen, alleine in Koblenz inzwischen 1.400 Flüchtlinge aufzunehmen.

Oberstleutnant Stefano Toneatto, gleichzeitig Kuratoriumsvorsitzender des „Haus Horchheimer Höhe“, führte durch das Programm und verband die einzelnen Programmpunkte mit aktuellen Informationen.


„Die Menschen sind mehrfach traumatisiert“


Stefan Teplan von Caritas international, dem Auslandhilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen auf der Balkanroute. Er schilderte, wie der Wohlfahrtsverband Partner vor Ort unterstützt - sei es bei der Versorgung mit Zelten, Matratzen, Kleidung und Lebensmitteln oder der Koordination wichtiger Beratungs- und Hilfeangebote. „Die Menschen sind gleich mehrfach traumatisiert, aufgrund der Situation in ihrem Herkunftsland sowie den Strapazen und der Ungewissheit auf der Flucht“, sagte Stefan Teplan. „Ich wünschen keinem Menschen, der Flüchtlinge mit rassistischen oder anfeindenden Aussagen ablehnt, dass er auch nur einen Tag dieses Schicksal erleiden muss.“ Die Gäste im Haus Horchheimer Höhe waren sehr bewegt und betroffen von den persönlichen Ausführungen und bewegenden Fotos von der Balkanroute.

Unter dem Thema „Der Sanitätsdienst in der Flüchtlingshilfe – eine neue Herausforderung?“ erläuterte Oberstarzt Dr. Jens Diehm vom Kommando Sanitätsdienst in Koblenz, wie vielfältig die Bundeswehr hilft. Bundesweit schätzen Kommunen und Hilfsorganisationen das Know-How der Bundeswehr und sind dankbar für die Unterstützung mit Fachkräften, Logistik und medizinischem Material.

Im Anschluss an die beiden Vorträge blieb Raum zum Gedankenaustausch und viele Gäste nutzten die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit den Referenten. Für einen einfühlsamen künstlerischen Rahmen sorgte die Komponistin, Sängerin, Gitarristin und Malerin Nicole Mercier, die bewegende Lieder über Flucht und Sehnsucht nach Heimat vortrug.

„Die Flüchtlingssituation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir nur gemeinsam meistern können“, resümierte die Caritas-Vorsitzende Anette Moesta. „Wir bedanken uns bei den beiden Referenten für die beeindruckende und fachkundige Darstellung der unterschiedlichen Blickwinkel.“Pressemitteilung

Caritasverband Koblenz e.V.

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juergen mueller:
Kontraproduktives Gelaber, nichts weiter. Jeder glaubt von sich aus an dass Lewentz,daran teilgenommen, es ausreicht, einen Machtwechsel herbeizuführen. Teil einer ausgefeilten Wahlkampfstrategie ist jedoch nur wo nicht zählt, an was man glaubt, sondern wie man diesen Glauben am Besten verkaufen kann....
juergen mueller:
Hört, hört. Jung, erfahren, engagiert - SPD. Ein tolles Angebot an die Wähler*innen. Ist ja schließlich Wahlkampf. Trotzdem - das Gesülze bleibt das Gleiche. Mitgestalten, Voranbringen. O-Ton Herr Rudolph: "Ich habe Lust". Ich schon lange nicht mehr Herr Rudolph. Und mit der SPD schon garnicht. Ein...
juergen mueller:
Man begrüßt und hofft mal wieder. Vor 2 Jahren beschlossene Entwurfvariante zu teuer - geänderter Variante muss Stadtrat noch zustimmen - Verwaltung "beabsichtigt" Förderprogramm des Bundes zu nutzen. Das Förderprogramm/Sonderprogramm ist befristet bis zum 31.12.2021. Bis Ende 2021 fördert der Bund...
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