Super Sitzung vor ausverkaufter Halle
Die „Kapuzemänner“ auf Erfolgsspur
Kesselheim. Seit 49 Jahren gehören die „Kapuzemänner“ aus Kesselheim zu den Traditionsvereinen im Koblenzer Karneval und hatten in ihrer Vereinsgeschichte schon dreimal die Ehre, Prinz und Confluentia der Stadt Koblenz stellen zu dürfen. Dass in diesem Verein die Kinder- und Jugendarbeit sehr groß geschrieben wird, davon konnten sich die Besucher nun selbst überzeugen.
Buntes Feuerwerk
Nachdem die Bühne mit fast 100 Uniformierten geräumt war, konnte Ex-Confluentia Jenny Schreiber, Präsidentin mit Herzblut, auch auf der dritten Sitzung der „Kapuzemänner“ vor einer vollbesetzen Halle wieder ein buntes Feuerwerk der Spitzenklasse präsentieren. Dies wurde dann auch von einer ersten Leuchtrakete, dem Gardetanz, eröffnet.
Nach dieser schwungvollen Darbietung gab es die ersten Lacher für die beiden Protokollerinnen Andrea und Sandra Münzel. Normalerweise gehört in dieses Duo Verena Dick, die jedoch wegen Krankheit kurzfristig ausgefallen war. Stattdessen musste die Schwester Sandra kurzerhand für diesen Part einspringen. Als Hillary Clinton und Donald Trump berichteten sie über Kesselheimer Anekdötchen, wobei sie auch eine Mauer um St. Sebastian bauen wollen, die natürlich von den „Basjaneser och noch sellewer bezahlt wiere soll“. Unter dem Motto „Woman for Kesselem“ ging Sandra Münzel auch auf so manche Männereigenheiten ein. „Ein Mann muss das tun, was er tun muss. Eine Frau muss das tun, was ein Mann hätte tun müssen“.
Mit ihrem „Hexenzauber-Feenstaub“ entführten die Minifunken – (mittlere Minis und große Minis unter ihren Trainerinnen: Laura Windheuser, Lina Schütz und Melanie Schuth) das närrische Publikum in einen Zauberwald.
Dominik Huismann als „Kowelenzer Jung“ erzählte gekonnt einige Storys aus seinem Leben. Er sah, wie ein Holländer mit einer Katze kämpfte, ging aber nicht dazwischen, weil die Katze 1:0 führte. Oder auch die Frage an seinen Freund, was er beruflich mache: Antwort „Ich mache Schlüssel nach“, Frage „Wie macht ein Schlüssel?“. Er lernte auch, dass einem bei Gewitter im Auto nichts passieren könne, worauf er dann meinte: „Das stimmt nicht ganz – Chantal, 14 Jahre, ist jetzt schwanger“. Für diesen Vortrag erntete er auch die erste Rakete des Abends.
„Lach- und Sachgeschichten – heute aus Romypten“ hieß dann der nächste Showtanz, dargeboten von den „Silvergirls & Silverboys“ (trainiert von Melanie Schuth). Sie entführten das Publikum ins alte Rom und Ägypten unter anderem mit dem Hit „Die Karawane zieht weiter“, bei dem es das närrische Publikum nicht mehr auf ihren Sitzplätzen hielt.
Märchenhaft ging es mit den Jugendfunken und ihrem Tanz „Rotkäppchen“ weiter. 13 hübsche Mädels und natürlich auch ein Jäger, die trainiert werden von Linda Cremer, Hannah Kroth und Jasmin Hohl, erzählten mit temperamentvollen Liedern die Geschichte vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf, wo am Schluss der Jäger (Sebastian Heber) dem Wolf den Garaus machte. Als „Landarzt“ erzählte dann Thomas Buchner, was er von den ganzen Ayurveda-Behandlungen hält. In der heutigen Zeit halte er den BMI für wichtiger als den IQ, „denn den BMI kann man ändern“.
Einzug der Tollitäten
Das „Goldene Schängelche“ Sandra Engel kündigte dann die Koblenzer Tollitäten „Prinz Christian dat Schängelche vom Musselstrand (auch als Samba-Prinz von Kowelenz bekannt) mit seiner liebreizenden Confluentia Kathi“, sowie dem gesamten Hofstaat, an. Wie das bei dem Empfang des Prinzen Tradition ist, wurden auch wieder verdiente Mitglieder der „Kapuzemänner“ mit dem Prinzen- und Confluentia-Orden geehrt.
Nach diesem Empfang wurde die Bühne kurzerhand umgebaut, denn die Kapuzinerinnen mit Conny Bahlo, Sonja Bonn, Corinna Heber, Sabine Lutz, Simone Münzel, Elke Schüller, Janete Schützeichel, Marion Varges und Petra Wuitschick standen plötzlich mit dem „Höhnerhoff Rock“ auf einem Hühnerhof. Mit „Kölsche Liedern“ brachten sie Stimmung in den Saal, wobei auch hier das närrische Publikum wieder ausgelassen mitmachte.
„Et Tusnelda – die Wuchtbrumme – aus dem Langweiler Land“ alias Serap Boos, mittlerweile eine Institution auf den Sitzungen bei den „Kapuzmännern“, erzählte unter anderem ihren leidvollen Weg bei der „Job-Suche“. Als Vegetarierin entpuppte sie sich dann auch noch, wobei sie eher eine Vegetarierin aus 2. Hand ist, denn „die Kuh frisst das Gras und ich dann die Kuh“.
Das vereinseigene Männerballett unter den Trainerinnen Jasmin Allemanno und Silvia Weber, entführten das Publikum mit „Dirty Dancing“ in die 80‘er Jahre. Marco Bahlo, Kurt Piroth, Berti Kempf, Nick Müllender, Jupp Schüller, Michael Hoffmann, Robin Wuitschick, Gerd Wuitschick (Ehrenmitglied), Fritz Esly, Christian Mendyka und Frank Apostel tanzten gekonnt zu den Melodien des Films, wobei natürlich auch am Schluss der bekannte Sprung von Baby in Johnnys Arme nicht fehlen durfte. Frenetischer Applaus des Publikums war der Lohn für diese Darbietung, die natürlich wie auch bei den anderen Tänzen eine Zugabe heraus forderte.
Ein rednerisches letztes Highlight war dann Achim Bertgen, der auch in diesem Jahr wieder als „Hochwürden“ die Bühne betrat. Seine Schlussfolgerung lautete: „Viele Menschen können schwimmen, weil sie hohl sind und doch gehen einige unter, weil sie nicht dicht sind“.
Mit „1,2 Polizei“ und den großen Funken der Gesellschaft (trainiert von Ricarda Formella) und einem flotten Tanz, endete eine Sitzung, die sich hinter den ganz großen Sitzungen ganz bestimmt nicht verstecken muss. Das gesamte Programm wurde von der Kapelle „Airport“ begleitet. Viel Anerkennung und großes Lob gab es zum Schluss für diese Veranstaltung.
