Betriebspraktikum als wichtiger Bestandteil des Berufswahlunterrichts
Die Kollegen waren nett, die Arbeit in Ordnung
Realschüler des neunten Schuljahres der Clemens-Brentano/Overberg Realschule plus Koblenz erlebten die Berufswirklichkeit
Koblenz. Welcher Beruf ist der richtige? Nach Abschluss der zehnten Klasse weiter zur Schule gehen oder eine Lehre beginnen? Welche Möglichkeiten gibt es nach Abschluss einer Berufsausbildung? In der neunten und zehnten Klasse gehört das Thema „Beruf“ zu den zentralen Fragen der Schüler. Die Schule muss darauf Antworten geben und Möglichkeiten aufzeigen. Hierzu gehört unter anderem ein zweiwöchiges Betriebspraktikum, das die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des Sekundarbereichs absolvieren. Das taten jetzt die Mädchen und Jungen der Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus. Insgesamt 59 Neuntklässler/innen machten ihre ersten Gehversuche in Sachen „Beruf“. Die Bandbreite der Betriebe, in die sie hineinschnupperten, auch dieses Mal wieder groß und reichte vom Handwerk über Handel, Gewerbe und Industrie bis hin zur Arbeit in der Verwaltung und anderen Dienstleistungsbereichen. Ob als KFZ-Mechatroniker, Dachdecker, Zerspanungsmechaniker, Kindergärtnerin oder Arzthelferin, ob als Verkäufer, Briefträger, Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn, ob im Tierheim oder als Praktikant in der Grundschule, die Schülerinnen und Schüler machten während der zwei Wochen wertvolle Erfahrungen in Sachen Berufswelt. Diese wurden dokumentiert und in Form von Plakaten, Arbeitsmappen, aber auch Power Point Präsentationen in der Klasse vorgestellt. „Mir hat es sehr gut gefallen. Ich konnte vom ersten Tag an mitmachen“, erklärt ein 15-jähriger, der als Mechatroniker in einer Kfz-Werkstatt eines großen deutschen Autoherstellers gearbeitet hatte. „In den ersten Tagen haben mir abends die Arme wehgetan, weil wir viele Reifen gewechselt haben“, ergänzt sein Mitschüler, der ebenfalls in einer Autowerkstatt schnupperte. „Ich bin ICE gefahren. Der Lokführer hat mir alles erklärt. Das war hochinteressant“, berichtet ein anderer Neuntklässler, dem man deutlich anmerkt, dass ihm das Praktikum ebenfalls Spaß gemacht hat. „Ich war in einer Zahnarztpraxis und durfte assistieren. Das hat mir nichts ausgemacht.“, macht eine Neuntklässlerin deutlich. „Wir beide waren im gleichen Praktikumsbetrieb“, erzählen zwei Schülerinnen, die ihr Praktikum in der orthopädischen Abteilung eines Koblenzer Krankenhauses absolvierten. „Jetzt wissen wir, wie schwer für Rollstuhlfahrer Dinge sind, die für uns alltäglich sind.“ „Den ganzen Tag im Büro, das war mir dann aber doch etwas zu langweilig“, meint eine andere Schülerin und spricht ein Ziel des Betriebspraktikums an: Erfahren, ob der ausgewählte Beruf auch wirklich der „Traumberuf“ ist, für den man ihn gehalten hat. -AS-
