Allgemeine Berichte | 08.09.2017

Ein Gespräch mit Dr. Alexander Saftig zum Wandertrend in der Region

„Die Wirtschaft profitiert enorm vom Thema Wandern“

Landrat Dr. Alexander Saftig sieht im Wandertourismus einen wichtigen Motor

In seiner Funktion als Vorsitzender der Bezirksgruppe des Eifel-vereins sprach „Blick aktuell“ mit Landrat Dr. Alexander Saftigüber das Comeback des Wanderns. Auch er erholt sich vomstressigen Alltag gerne beim Wandern in der Natur. Foto: privat

Region. Wandern war vor einigen Jahren noch als Sport für Senioren verschrien. Mittlerweile entdecken immer mehr junge Leute ihre Lust am Wandern. Bewegung, frische Luft und die Natur locken viele ins Freie. So erlebt Wandern derzeit ein Comeback und wird bei Jung und Alt zum neuen Trendsport. Jemand, der diese Entwicklung aufmerksam verfolgt, ist Landrat Dr. Alexander Saftig, zugleich auch Vorsitzender der Bezirksgruppe des Eifelvereins. Mit ihm sprach „Blick aktuell“ über die aktuelle Entwicklung.

2016 kamen etwa 330.000 Wanderer ins „Traumpfade-Land“

„Blick aktuell“: Ist der Wandertrend auch in unserer Region bzw. beim Eifelverein angekommen?

Dr. Alexander Saftig: Seit Beginn der Traumpfade im Jahr 2008 ist der Wandertrend im Landkreis Mayen-Koblenz angekommen. In den Jahren 2008/2009/2010 wurden 26 Premiumwanderwege unter der Marke Traumpfade entwickelt und umgesetzt. Dies hat viele Bürgerinnen und Bürger veranlasst, ihre Heimat neu kennenzulernen, dies hat aber auch viele Wanderer aus ganz Deutschland und darüber hinaus ins Traumpfade-Land geführt – nach aktuellen Schätzungen rund 330.000 allein 2016.

Die Ortsgruppen des Eifelvereins erfreuen sich einer regen Teilnehmerzahl bei ihren vielfältigen Wanderangeboten. Einzelne Ortsgruppen verzeichnen auch steigende Mitgliederzahlen.

„Blick aktuell“: In Deutschland gibt es etwa 200.000 Kilometer Wanderwege. Wie viele Kilometer Wanderwege gibt es im Kreis Mayen-Koblenz?

Dr. Alexander Saftig: Der Landkreis Mayen-Koblenz verfügt über eine Fülle an Wanderwegen, ein Großteil von ihnen in Premium-Qualität. Allein die 26 Traumpfade haben eine Länge von mehr als 300 Kilometern. Hinzu kommen der Rheinsteig und der Moselsteig als Premiumwege sowie der Rhein-Burgenweg als Qualitätsweg.

„Eine Fülle an Wanderwegen – ein Großteil in Premium-Qualität“

Der Eifelverein hält ein umfangreiches Wegenetz vor und setzt aktuell das Projekt „Hauptwanderwege 2.0“ um und setzt dabei auf Qualitätsverbesserung und eine Reduzierung des Wegenetzes, sodass nur noch die schönsten Wege erhalten bleiben.

Im Kern soll das seit über 90 Jahren bestehende Netz von 2.800 Kilometern an Hauptwanderwegen an die heutigen Bedürfnisse der Wanderer angepasst werden. Dies bedeutet zum einen eine mit Augenmaß vorzunehmende Ausdünnung der vereinseigenen Wege um 25 Prozent unter Berücksichtigung der seit den letzten zehn Jahren entstandenen Qualitäts- und Premiumwege wie Eifelsteig, Ahrsteig oder Traumpfade.

In der Bezirksgruppe Mayen-Koblenz engagieren sich sieben Ortsgruppen des Eifelvereins und bieten regelmäßig vielfältige Wanderungen an. Als Landrat und als Vorsitzender der Bezirksgruppe Mayen-Koblenz des Eifelvereins freue ich mich über die aktiven Ortsgruppen aus Mayen, Andernach, Ettringen, Münstermaifeld, Polch, Untermosel und Koblenz.

„Blick aktuell“: Was muss ein guter beziehungsweise zertifizierter Wanderweg vorweisen? Wie viele zertifizierte Wanderwege gibt es im Kreis?

Dr. Alexander Saftig: Ein Premiumweg – wie die Traumpfade oder der Rheinsteig – ist ein zertifizierter Wanderweg, der höchsten Ansprüchen genügen muss. Um die Kriterien für einen optimalen Wanderweg herauszufiltern, hat das Deutsche Wanderinstitut zunächst tausende deutsche Wanderer nach ihren Vorlieben gefragt. Anhand von 34 Kriterien werden Wanderwege bewertet und mit dem „Deutschen Wandersiegel“ zertifiziert. Und alle Kriterien leuchten jedem Wanderer sofort ein: Ein grasiger, nadeliger oder erdiger Wegebelag ist schöner, als auf geteerten Wegen zu wandern,und gelenkschonender. Schmale gewundene Pfade sind aufregender als breite gerade Wege. Wechselnde Landschaften und Ausblicke sind attraktiver, als stundenlang durch monotone Fichtenwälder zu wandern. Positiv bewertet werden Felsen, Höhlen, Hohlwege, Schluchten, Uferwege, Burgen, Schlösser, Hütten, Bänke, Rastplätze und – ein Belohnungsbier muss sein – Gasthöfe am Weg. Ganz entscheidend ist eine perfekte Markierung. Nichts ist ärgerlicher als fehlende oder irritierende Markierung.

Zertifizierte Premiumqualität haben die 26 Traumpfade, der Themenweg Streuobstwiesenweg, Rhein- und Moselsteig. Der Rhein-Burgenweg ist ein zertifizierter Qualitätsweg.

Auch der Eifelverein setzt auf entsprechende Qualitätsverbesserung seiner Hauptwanderwege, um den Ansprüchen der Wanderer gerecht zu werden.

„Blick aktuell“: Profitiert die Wirtschaft von der neuen Lust am Wandern? Inwiefern? Welche Branche insbesondere?

Dr. Alexander Saftig: Die Wirtschaft profitiert enorm vom Thema Wandern. Neben den zahlreichen großen Herstellern von Wanderausrüstung, wie Hosen, Jacken, Stöcken und vielem mehr, profitiert insbesondere die Tourismusbranche. Die Wanderer reisen an, verpflegen sich in der Region, essen und trinken, kaufen Wein oder Ähnliches. Viele reisen für mehrere Tage an und übernachten in Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen oder auf Campingplätzen. Mehr als 125 Betriebe sind allein Traumpfade-Gastgeber, von denen sich zusätzlich 49 als zertifizierte Wandergastgeber mit besonderen Serviceangeboten für Wanderer profiliert haben. Der Übernachtungsgast lässt rund 93 Euro pro Tag in unserer Region. Bei aktuellen 804.000 Übernachtungen im Jahr 2016 kommt da einiges zusammen. Viele unserer Gastgeber haben dank der Wanderer deutlich höhere Auslastungsraten. Und viele unserer Gastgeber haben einen hohen Wandereranteil unter ihren Gästen, in manchen Häusern bis zu 80 Prozent.

„Blick aktuell“: Auf welchen Wegen lockt der Eifelverein Touristen in die Region?

Dr. Alexander Saftig: Der Eifelverein hält auf seiner Internetseite www.eifelverein.de vielfältige Informationen über Wegenetze und Wandertouren bereit, auch gibt es umfangreiches Kartenmaterial. In der Bezirksgruppe Mayen-Koblenz des Eifelvereins erstellen die einzelnen Ortsgruppen jährlich einen Wander- und Veranstaltungsplan mit attraktiven Angeboten, der rege von den Mitgliedern genutzt wird. Die Ortsgruppen sind stets offen für weitere Teilnehmer.

Die Wanderpläne können bei den einzelnen Ortsgruppen angefordert werden. Teilweise haben die Ortsgruppen auch eine eigene Homepage, die auf die Wanderungen hinweist.

„Blick aktuell“: Wandern Sie selbst?

Dr. Alexander Saftig: Ja, ich wandere sehr gern.

„Gelegenheit vom beruflichen Alltag abzuschalten“

„Blick aktuell“: Warum?

Dr. Alexander Saftig: Wandern gibt mir Gelegenheit von meinem beruflichen Alltag abzuschalten und in der freien Natur unterwegs zu sein. Wir haben so tolle Wanderwege, und das in einer so vielseitigen herrlichen Landschaft von Rhein und Mosel bis hin zur Region Vordereifel mit ihrer traumhaften Wacholderlandschaft, wo ich besonders gern unterwegs bin. Ich bin auch schon fast alle Traumpfade gegangen und freue mich jetzt auf die Traumpfädchen, die auch für Gelegenheitswanderer wie mich etwas entspannter sein werden.

Ganz besonders freue ich mich auf den Bezirkswandertag des Eifelvereins, der gemeinsam mit dem Lohner-Wandertag am 17. September ausgerichtet und von der Ortsgruppe Polch unterstützt wird. Wir werden dabei einen Teil des Nette-Natur-Wegs entlang gehen, einem Teil des früheren Rhein-Kyll-Wegs.

In seiner Funktion als Vorsitzender der Bezirksgruppe des Eifel- vereins sprach „Blick aktuell“ mit Landrat Dr. Alexander Saftig über das Comeback des Wanderns. Auch er erholt sich vom stressigen Alltag gerne beim Wandern in der Natur. Foto: privat

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