Allgemeine Berichte | 02.02.2026, 14:00 Uhr

EIN-Spruch: „Wenn uns die Stimme wegzubleiben droht“

Nadine Kreuser.  Foto: privat

Eine Mutter eilt mit ihrem Sohn auf dem Arm zu einem Gefangenen. Der Junge droht zu ersticken, eine Fischgräte steckt ihm im Hals. Der Mann, zu dem sie geht, ist Arzt und Bischof zugleich. Er heißt Blasius.

So erzählt es die Legende. Durch Gebet und sein Eingreifen wird der Junge geheilt.

Viel mehr wissen wir historisch nicht über Blasius. Er lebte im frühen vierten Jahrhundert, wurde grausam gefoltert und schließlich hingerichtet. Und doch ist seine Verehrung bis heute ungebrochen. Am 3. Februar lassen sich viele Menschen den Blasiussegen spenden – mit zwei gekreuzten Kerzen vor dem Hals.

Auf den ersten Blick wirkt das fast aus der Zeit gefallen. Zwei Kerzen, ein kurzer Satz, ein „Amen“. Keine Diagnose, keine Therapie, kein Rezept. Und doch kommen Menschen – Jahr für Jahr. Vielleicht, weil es dabei um mehr geht als um Halskrankheiten.

Der Blasiussegen erinnert daran, dass der Glaube für viele Menschen eine tragende Säule ist. Kein Allheilmittel, keine Garantie für ein sorgenfreies Leben – aber ein Halt. Eine Zusage, dass wir mit unseren Ängsten, mit Krankheit und Verletzlichkeit nicht allein sind. Der Segen bittet um Schutz für Leib und Seele. Und genau das trifft einen Nerv unserer Zeit. Wir leben in einer Welt, in der vieles laut ist, schnell geht und wenig Raum für Stille lässt. Worte können trösten – und verletzen. Manchmal bleiben sie uns im Hals stecken. Manchmal fehlen sie ganz.

Blasius gilt auch als Schutzpatron gegen das verletzende Wort. Das ist mehr als eine fromme Randnotiz. Es ist eine Einladung zur Achtsamkeit: mit dem, was wir sagen, und mit dem, was wir verschweigen. Mit dem Ton, den wir anschlagen – im Gespräch, im Alltag, auch digital.

Der Blasiussegen ist kein Zauber. Er ersetzt keine Ärztin und keinen Arzt. Aber er macht deutlich, dass der christliche Glaube den ganzen Menschen im Blick hat. Dass Heil mehr meint als Funktionieren. Und dass Vertrauen wachsen darf – auch dann, wenn nicht alles heil wird. Vielleicht liegt genau darin seine Kraft:

in einem kurzen Moment der Stille. In dem Zuspruch, dass Gott trägt – gerade dann, wenn uns die eigene Stimme zu versagen droht.

Nadine Kreuser

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler

Nadine Kreuser. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Titelanzeige
Anzeige Tag der offenen Tür 29. - 30.08.26
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003040-W100-606  /
Kirmes in Rheinbrohl, 01.09.26
Turmfest der Stadtsoldaten
Kooperation Klangwelle 2026
Empfohlene Artikel
Meilenstein beim Wiederaufbau in Walporzheim
1148

Nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen und Abstimmungen haben in dieser Woche die Arbeiten zum Bau des Materialtransportwegs begonnen. Der Kreis Ahrweiler und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler haben die weiteren Schritte der Maßnahme eng miteinander abgestimmt. Alle Informationen und Hintergründe jetzt im RegioMAGAZIN lesen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
2867

Bad Neuenahr. Am 28.07.2026 gegen 16:30 Uhr gingen zwei 12-jährige Kinder zu Fuß die Mittelstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler entlang. Auf Höhe der Hausnummer 70 kam den beiden Kindern eine Hundehalterin mit zwei kleinen Hunden entgegen. Einer der Hunde biss einem Kind unvermittelt ins linke Bein. Die Hundehalterin erkundigte sich bei den Kindern, ob alles gut sei und entfernte sich anschließend mit den Hunden.

Weiterlesen

In diesem Haus an der Ramersbacher Straße hat sich das Tötungsdelikt ereignet. Foto: GS
4503

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Erst war es ein Gerücht, seit Freitag ist es bittere Wahrheit. In einem Haus an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler ist ein Ehepaar (55 und 52 Jahre alt) Opfer eines Tötungsdeliktes geworden. Tatverdächtig ist der 26-jährige Sohn, der ebenfalls in der Wohnung lebte. Gegen ihn hat die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Koblenz auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in zwei Fällen erlassen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Stadtsoldaten Andernach feiern ihr traditionelles Grillfest auf dem Krahnenberg
68

Grillfest der Stadtsoldaten Andernach war ein voller Erfolg

„Heut mache mer e Türsche off de Krahneberg“

Andernach. Am 15. August veranstalteten die Stadtsoldaten Andernach ihr traditionelles Grillfest für alle Mitglieder und Freunde des Vereins. Erstmalig konnten die Rot-Gelben dafür das Turnerbundheim „Jüpp Neuhaus“ als Veranstaltungsort gewinnen. Ein besonderer Dank geht an den Turner-Bund Andernach für das entgegengebrachte Vertrauen. Kommandant Michael Krebs konnte über den Nachmittag verteilt über 100 Stadtsoldaten bei sonnigem Wetter auf dem Krahnenberg begrüßen.

Von Aaron Friedland aus Andernach

Weiterlesen