Allgemeine Berichte | 23.01.2025, 16:34 Uhr

Maulbeerbaum von 1840 in Koblenz-Horchheim wird zurückgeschnitten

Ein Methusalem braucht Hilfe

Baumpfleger des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen entfernen morschen Teile aus dem Maulbeerbaum an der Horchheimer Joseph-Mendelssohn-Grundschule.  Foto: Stadt Koblenz / Verena Groß
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Horchheim. Viel morsches Holz wurde beim Kronenrückschritt des chinesischen Maulbeerbaumes vor der Josef-Mendelssohn-Grundschule in Horchheim entfernt. Durch eine ökologische Begleitung konnte ausgeschlossen werden, dass Fledermäuse, Siebenschläfer oder andere Tiere dabei zu Schaden kommen. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen versucht im Kooperation mit dem Umweltamt durch den Rückschnitt, das ausgewiesene Naturdenkmal noch ein paar Jahre zu erhalten. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass die Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Der Maulbeerbaum ist neben dem Hüttchensbaum in Neuendorf ein weiterer alter Riese, dessen Lebenszeit zu Ende geht.

Gepflanzt wurde der Baum mit botanischem Namen Morus alba laut alter Dokumente um das Jahr 1840 in der südwestlichen Hofecke der Grundschule. Er ist das letzte Überbleibsel einer Maßnahme des Königreiches Preußen vor rund 185 Jahren, um Arbeit zu beschaffen. Ziel war es, eine Seidenraupenzucht zu begründen und Seide zu produzieren. Die Bauern sollten damit eine Nebenbeschäftigung erhalten. Um die Ablehnung der Bevölkerung zu umgehen, wurden den Lehrern Grundstücke bei den Schulen für die Maulbeerbäume zugewiesen. Ursprünglich waren es etwa 20 Bäume, die für Horchheim bestellt wurden. Die Bestellungen für den Landkreis Koblenz begannen 1837. Pflanzungen in Winningen erfolgten 1840, und die letzten Baumbestellungen erfolgten offenbar 1842. Die Hilfsaktion wurde jedoch kein wirtschaftlicher Erfolg.

Davon übrig geblieben ist der Baum an der Joseph-Mendelssohn-Grundschule, der mit Rechtsverordnung vom 9. Juni 1932 als Naturdenkmal geschützt und zudem als erhaltenswertes historisches Zeugnis bewertet wurde. Ein weiteres, direkt nebenan stehendes Exemplar wurde laut Denkmalpflege in den 1950/60er Jahren gefällt. Weitere Maulbeerbäume standen in Horchheim unter anderem vor der alten Pfarrkirche, wie ein altes Foto in einem Beitrag der Horchheimer Kirmeszeitung aus dem Jahr 2002 von Hans Lehnet belegt.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

Baumpfleger des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen entfernen morschen Teile aus dem Maulbeerbaum an der Horchheimer Joseph-Mendelssohn-Grundschule. Foto: Stadt Koblenz / Verena Groß

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